Schokolade ist zwar schlecht für die Zähne aber in diesem Fall gut für die Umwelt. 11 300 Tafeln der süßen Verführung werden im Rahmen der 800-Jahr-Feier der Stadt Pfullendorf im kommenden Jahr vom Rewe-Markt angeboten, ausgestattet mit speziellen Verpackungen. Diese sind von den Grundschülern der Montessori-Schule in Aach-Linz entworfen worden. Sie wurden gestern an den Initiator der Aktion, André Heygster, überstellt. Zunächst werden die Kinderzeichungen noch von Profis für den Druck aufbereitet.

Danach wandern sie als Umhüllung von 11 300 Schokoladentafeln in den Supermarkt. Heygster: „Ich gehe davon aus, dass die Spezialedition spätestens am 31. März im Geschäft angeboten werdenkann.“ Das Besondere: Für jeweils fünf verkaufte Tafeln dieser Spezialedition werden von der Jugend-Organisation „plant-for-the-planet“ (Pflanzen für den Planeten) ein Baum irgendwo auf der Welt geplanzt. Insgesamt eine Billon Bäume will die Initiative weltweit planzen, 800 sollen ab nächstem Jahr in Pfullendorf im Rahmen der 800-Jahr-Feier in den Boden kommen. Der Erlös des Schokoladenverkaufs geht zu 100 Prozent an die Baumpflanzaktion.

Mia und Lina, beide 8 Jahre alt und in der 3. Klasse der Montessori-Schule, mit ihrem Entwurf, der einen kleinen Paradiesgarten zeigt.
Mia und Lina, beide 8 Jahre alt und in der 3. Klasse der Montessori-Schule, mit ihrem Entwurf, der einen kleinen Paradiesgarten zeigt. | Bild: Schnurr, Michael

In der Montessori-Schule in Aach Linz hatten sich insgesamt 24 Schülerinen und Schüler zusammengefunden, um Schokoladenverpackungen zu entwerfen. „Bäume sind wichtig für die Umwelt“, sagt die achtjährige Mia, „Bäume sorgen für gute Luft. Und ihre gleichaltrige Freundin Lina fügt hinzu: „Die Schokoladenaktion ist gut für den Naturschutz.“

Bild: Montessori-Grundschule Aach-Linz

Eine Woche lang haben die beiden Freundinnen gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern aus der 3. und 4. Klasse der Grundschule im Kurs Bildende Kunst an den Schokoladenverpackungen gefeilt. Heraus gekommen sind Cover, die sich sehen lassen. Sieben von ihnen, die von der Schule ausgewählt wurden, gingen in die Post an André Heygster.

Zu sehen sind auf den Entwürfen ganz unterschiedliche Motive. Zum Beispiel zeigt ein Cover das Bild eines Vogels, der einmal im Müll sitzt und einmal in sauberer Natur. Daneben ein Fisch, der einmal in schmutzigem Wasser schwimmt und einmal in sauberem. Der Vogel hat eine Sprechblase bekommen, auf der steht: 800 Bäume für 800 Jahre Pfullendorf. Gemalt haben diesen Entwurf Sofia und Anna, beide neun Jahre alt und in der 4. Klasse.

Ihnen ist die Umwelt wichtig und sie wissen, dass für die Reinigung der Luft die Bäume von elementarer Bedeutung sind. Sofia sagt: „Wenn wir durch die Aktion das Pflanzen neuer Bäume unterstützen, ist das gut für die Umwelt.“ Da stimmt der Neunjährigen ihre Freundin Anna zu. Sie betont, dass sie selbst auch aktiv ist: „Ich fahre viel Fahrrad und lasse mich nicht mit dem Auto rumkutschieren“, erklärt sie.

Bild: Montessori-Grundschule Aach-Linz

Auf einem anderen Bild sind neben verschiedenen Bäumen ein Fluss und ein Waldweg zu sehen sowie zahlreiche Tiere. Es ist ein kleiner Paradiesgarten, den Mia und Lina aus der 3. Klasse da gemalt haben und dem SÜDKURIER-Mitarbeiter stolz in die Kameras halten. Auf anderen Entwürfen sind ein Stadttor Pfullendorfs sowie Häuser und Bäume zu sehen. Oft stellen die Kinder auch bildlich eine unmittelbaren Verbindung zu ihrer Stadt her oder aber stellen das Wohlergehen der Natur in den Mittelpunkt.

So auch Benjamin und Mats, beide acht Jahre alt und Schüler der 3. Klasse. Mats hofft als Mitglied der Narrenzunft, dass die Schokoladentafeln schon in der Fasnacht verkauft werden können und er dadurch sowohl seiner Zunft als auch der Umwelt etwas Gutes tun kann. Benjamin hat bei der Aktion vor allem die Umwelt im Blick: „Neue Bäume für die Umwelt zu pflanzen ist wichtig“, sagt er, „weil wir ohne Bäume nicht leben können.“

Und er setzt hinzu: „Ich habe meiner Mutter gesagt, dass sie keine Plastiktüten mehr benutzen soll.“ Sie kaufe jetzt auch möglichst ohne Verpackungen ein. Bei den Pfadfindern habe er einen Film über den Müll in den Meeren gesehen und wisse, dass die Menschen aufhören müssten, so viel Plastikmüll zu produzieren.

Bild: Montessori-Grundschule Aach-Linz

Die 24 Schülerinnen und Schüler wurden von Lea NIstl an die Aktion herangeführt. Die Grundschullehrerin erzählt, dass für die bildliche Umsetzung sehr geholfen habe, dass in den Klassen gerade davor ein Umweltprojekt abgeschlossen worden sei. „Ich habe die Mädchen und Jungen informiert, wir haben zusammen Ideen für die Verpackungen gesammelt und dann haben sie eine Woche lang an den Entwürfen arbeiten können.“

Eine Hilfestellung hatten die Schülerinnen und Schüler bei der Bilderstellung. Ihnen wurden von Profis Felder aufgezeichnet, in die sie hinein malen konnten. So wurde sicher gestellt, dass die Bilder später nicht über die Ränder der Schokolade hinausgehen würden. Das habe nicht immer 100-prozentig geklappt, sagt Grundschulehrerin Dagmar Aberle. „Aber es sind Kinder und wir haben das ausgebessert.

Bild: Montessori-Grundschule Aach-Linz