Vermutlich hat niemand an diesem Abend zum Thema Windkraft seine Meinung geändert, aber vielleicht Argumente für oder gegen Windkraft gehört, die ihn nachdenklich gemacht haben. Man hat einander nicht den Rücken zugedreht, sondern miteinander geredet. Keine Parolen, keine Protestplakate, die in die Höhe gehoben wurden, es hätte eine Veranstaltung zu einem x-beliebigen Thema sein können. Wenn da nicht die Menschen gewesen wären, die Angst um ihre Gesundheit haben. Und auch solche, die überzeugt sind, dass ihr Haus an Wert verliert durch die großen Rotoren, die sich in der Nähe drehen. Man darf diese Bedenken nicht wegwischen, sondern muss sich damit auseinandersetzen. Und das ist auch passiert. Dabei ist klar: Was in Hilpensberg steht, das wird auch in Zukunft Windstrom erzeugen.

Diskutieren kann man aber die Frage, ob noch mehr Anlagen wirklich sein müssen. Der Spitalfonds Überlingen sollte sich überlegen, ob er die Pachteinnahmen aus dem Linzgau so dringend braucht. Vermutlich hat noch niemand darüber nachgedacht, ob nicht auch Menschen oder Kommunen als Pächter auftreten könnten und dann eben Ackerbau statt Windkraft zulassen. Der Frieden auf dem Land ist heutzutage nicht mehr kostenlos zu haben. Aber manchmal können auch Worte und Verständnis die Euro-Scheine ersetzen.