Im nächsten Jahr feiert der Sportclub Pfullendorf sein 100-jähriges Bestehen und aktuell kämpft die erste Mannschaft um den Meistertitel in der Landesliga. Das Jubiläumsjahr will man nach den Plänen der Verantwortlichen zumindest in der Verbandsliga feiern. Und der gesamte Verein soll grundsätzlich neu ausgerichtet werden, wozu man das Konzept "ZusammenWachsen" entwickelte. Im SÜDKURIER-Gespräch erläuterte Teammanager Kai Sautter die Grundzüge dieser Vision, die den Gesamtverein, den aktiven Bereich und, als zentrales Element, den Jugendbereich umfasst. Der 24-jährige Sautter, lange Jahre als Spieler beim SCP unentbehrlich, hat nach drei Kreuzbandrissen, vor einem Jahr als Teammanager eine neue Funktion übernommen, und agiert als Bindeglied zwischen Mannschaft und Verein.

"Sportlich soll eine einheitliche Spielphilosophie von der Jugend bis zu den aktiven Mannschaften etabliert werden, die auch auswärtigen Trainern und Spielern vorgestellt werden soll", erläutert Sautter. Erfolgreich gestaltet sich nach seinen Angaben die Zusammenarbeit mit den Pfullendorfern Fußballvereinen. So organisiert man in diesem Jahr zum dritten Mal die "LinzgauTrophy" gemeinsam mit dem TSV Aach-Linz und dem SV Denkingen. Das hochkarätige Jugendturnier hat sich in der Region mittlerweile etabliert. Als weiteren Meilenstein in der gemeinsamen Arbeit sieht der SCP-Teammanager den neuen Kunstrasenplatz, der den maroden bisherigen Kunstrasen ersetzen und von allen drei Vereinen gemeinsam genutzt werden soll. Die bisherige Anlage im Tiefental wird vergrößert und der Platz dann eingezäunt, um Vandalismus zu verhindern. Baubeginn für die mehrere hunderttausend Euro teure Maßnahme soll im Sommer sein.

Noch professioneller wird die Vor- und Nachbereitung von Spielen durch einen neuen Video-Analyse-Tool, den die erste Mannschaft seit einigen Wochen nutzt. Mit einer Kamera werden die Spiele gefilmt, dann filtert ein externer Dienstleister nach Anweisung des Trainers beispielsweise alle Ballsituationen eines Spielers heraus und stellt diese Daten zur Verfügung. Und dieses Videomaterial kann den Spielern via WhatsApp zur Verfügung gestellt werden. Als "Riesensprung" bezeichnet Kai Sautter die Nutzung dieser Technik, die natürlich die Eigenverantwortung der Spieler erhöhe. Denn nach dem Betrachten der Filmsequenzen setze ein Umdenkungsprozess bei den Betroffenen ein, wenn sie erkennen, dass ihre eigene Spielerinnerung und das Filmdokument nicht übereinstimmen. "Das Analysetool wurde von Sponsoren und Spendern finanziert", stellt Sautter heraus, dass das Vereinsbudget nicht belastet wurde.

Als weitere Neuheit erläutert der Teammanager eine Kooperation mit dem vom einstigen Welttorhüter Oliver Kahn gegründeten Firma Goalplay. Dabei werden in Pfullendorf exklusiv für die Bodenseeregion Trainingscamps, wöchentliches Torspielertraining und eine Torspieler-Trainer-Lizenzausbildung angeboten, wozu drei dreitägige Basislehrgänge gehören und die 600 Euro kosten. Ausbilder Ernst Thaler vom Team Goalplay wird im Sommer diese Lehrgänge durchführen, wie er auf Anfrage des SÜDKURIER bestätigte. Auf die Frage, ob Unternehmenschef und Torhüterlegende Kahn womöglich selbst in Pfullendorf vorbeischaut, verweist Thaler auf den engen Zeitplan des einstigen Welttorhüters, der während der Fußballweltmeisterschaft bekanntlich als Fernsehkommentator aktiv ist. "Ich will keine Versprechungen machen, die wir nicht halten können", schließt Ernst Thaler aber nicht aus, dass der "Titan", wie Oliver Kahn genannt wird, in den Linzgau kommen könnte.

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Verein fördert die Jugendarbeit

Seit seiner Gründung 2016 unterstützt Förderverein des SC Pfullendorf die Jugendarbeit, informiert der Verein über die dritte Hauptversammlung des Vereins im Stadionrestaurant. Vorsitzender Martin Moßbrucker berichtete, dass 2017 durch die Unterstützung, der aktuell 25 Mitglieder zählt, die Anschaffung neuer Jugendtore möglich warn. Für das sogenannte Leuchtturm- Projekt sollen im Zuge des Neubaus des Kunstrasens im Tiefental, Umkleidekabinen für die Jugendspieler aufgestellt werden. Um einen Unterschlupf sowie einen geschlossenen Raum für die Jugendlichen zur Verfügung stellen zu können, sollen zwischen dem Kunstrasenplatz und dem Tennisplatz zwei Umkleidekabinen platziert werden.

Kai Sautter vom Hauptverein stellte bei der Hauptversammlung die SCP Vision „ZusammenWachsen“ vor. Da sich die Vision eng an der Jugendabteilung ausrichtet, kann der Förderverein auch hier maßgeblich unterstützen. Bereits Anfang April wurde ein Videoanalysetool installiert, das den ersten Baustein der Vision umsetzt. Neben der Präsentation der Projekte, konnte Kassenwart Hubert Burth einen Überschuss von rund 10 000 Euro für das vergangene Geschäftsjahr, der primär zur Finanzierung der Jugendumkleidekabinen verwendet wird. (siv)