Aktueller Projektzeitraum endet 2020

Die Inbetriebnahme des Regiobusses 500 vor drei Jahren, der im Einstunden-Takt die Mittelzentren Sigmaringen, Pfullendorf und Überlingen verbindet, ist eine absolute ÖPNV-Erfolgsgeschichte und soll über den aktuellen Projektzeitraum 2020 weitere fünf Jahre fortgesetzt werden. Dies empfiehlt das Landratsamt den Mitgliedern des Umwelt- und Kulturausschusses, denen am kommenden Dienstag ein Evaluationsbericht vorgelegt wird. Bei der Einführung des Busses hatte man diese Überprüfung nach drei Jahren vereinbart.

Land trägt 50 Prozent der Kosten

Rund 360 000 Euro jährlich lässt sich der Kreis den Bus kosten, der täglich von 5 Uhr beziehungsweise 7 Uhr bis 24 Uhr fährt und im vergangenen Jahr 421 722 Fahrgäste beförderte, was gegenüber dem Vorjahr eine zehnprozentige Steigerung bedeutet. Schon das Premierenjahr 2016 übertraf mit 323 000 Passagieren die Erwartungen. Das Land beteiligt sich an diesem Modellprojekt mit 50 Prozent der Kosten, sprich einer halben Million Euro. Der Bodenseekreis zahlt für den Streckenabschnitt Richtung Überlingen jährlich etwa 140 000 Euro. Mit dem Bodenseekreis soll nun dessen weitere Beteiligung abgeklärt und beim Land ein Folgeantrag auf finanzielle Unterstützung für weitere fünf Jahre beantragt. Vorbehaltlich dieser weiteren Mitfinanzierung soll der Regiobus über das Jahr 2020 für weitere fünf Jahre verkehren, lautet der Vorschlag des Fachbereichs Kommunales und Nahverkehr an die Ausschussmitglieder beziehungsweise den Kreistag.

500 000 Kilometer jährliche Fahrleistung

Die eingesetzten Fahrzeuge spulen jährlich 500 000 Kilometer herunter, und in den vergangenen Jahren wurde der ÖPNV quasi in einem Drittel des Landkreises an die Taktung und Verbindungsmöglichkeiten des Regiobusses angepasst und verändert. So wurden neue Haltestellen, beispielsweise in der Nähe der Firmen Kramer und Geberit eingerichtet und auf Kundenwunsch gibt es am Wochenende einen näheren Zugang zum Seepark beziehungsweise zum "Abenteuergolf". Ein gewisses Entwicklungspotential für die Busnutzung sehen die Verantwortlichen noch bei den Berufstätigen.

Bis zu acht Fahrräder haben Platz

Route: Der Regiobus verkehrt zwischen Sigmaringen, Krauchenwies, Pfullendorf, Herdwangen-Schönach, Owingen und Überlingen. Inzwischen werden 30 Haltepunkte entlang der 48 Kilometer langen Linie bedient. Die Fahrtzeit beträgt rund eine Stunde.

Passagierzahlen: Im Jahr 2016 nutzten täglich 885 Fahrgäste den Regiobus, ein Jahr später waren es 1072 und 2018 1155. Auch außerhalb der Schulwochen ist die Passagierzahl konstant hoch. An Schultagen liegen die täglichen Fahrgastzahlen bei 8046 und in den Ferienwochen bei 6104.

Fahrradmitnahme: Die Niederflurbusse verkehren von April bis Oktober mit einem Heckträger, so dass man bis zu acht Fahrräder je Fahrt mitnehmen kann.

Fahrtzeiten: Aufgrund des großen Fahrgastandrangs hat sich der Zeitaufwand erhöht, besonders bei der Mitnahme von Fahrrädern. Verstärkt wird die zeitliche Problematik durch Straßenbaumaßnahmen. Die Verwaltung sieht aber einzig in Krauchenwies eine Möglichkeit durch Änderung der Verkehrsführung die Fahrzeit zu reduzieren. Bislang muss der Bus zur Haltestelle "Rathaus" durch ein Wohngebiet fahren. Eine andere Andienung des zentralen Haltepunktes ist derzeit nicht möglich. Sollte die Gemeinde aber den Omnibusbahnhof in die Ortsmitte an die Durchfahrtsstraße verlegen, könnte auch der Regiobus dort halten.

Prognose: Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass das Erfolgsmodell weiterhin eine hohe Nachfrage erfährt und sich nachhaltig etablieren wird. Auch aufgrund der durchweg positiven Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, besonders bei den Fahrgästen. (siv)