Unterhaltsame Stunden haben die Macher der Multimedia-Show „Pfullendorfer Stadtgeschichten“ dem Publikum in der ausverkauften Stadthalle beschert. Am Samstagabend erlebten rund 600 begeisterte Besucher die „Hommage an die Stadt“, wie es Bürgermeister Thomas Kugler formulierte. Auch aus der Partnergemeinde Allschwil war gemeinsam mit Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli eine Delegation von 50 Eidgenossen angereist, darunter ein Vierbeiner namens Whitney, der für Staunen sorgte.

Die Stadt war Auftraggeber für die nunmehr zweite Auflage der Stadtgeschichten, bei der über 100 Personen mitgewirkt haben. Drehbuch und Regie lagen in den Händen von Michael Schnurr, Rainer Jörger war für Kamera und Produktion zuständig. Da die Kartennachfrage so groß war, wurde die Show am Sonntag nochmals aufgeführt. Eine gelungene Mischung aus Musik, Sport und interessanten Geschichten sorgte für Abwechslung. Dank der Kindernachrichten der selbstbewussten Nachwuchsjournalisten der Montessori-Grundschule sind die Kaltblut-Pferde aus Sahlenbach nun allen ein Begriff. Wolfgang und Ivana Lojdl berichteten über ihre Bisonzucht, Bäuerin Michaela Frick aus Kleinstadelhofen ließ sich zum Thema Kartoffeln interviewen und der Boxclub zeigte live sein Können. Für Bewunderung sorgte der Labrador-Retriever Whitney. Der Assitenzhund der Schweizerischen Schule für Blindenführhunde demonstrierte, was er in der Ausbildung gelernt hat. So öffnete er für die im Rollstuhl sitzende Simone Ruscher nicht nur Schubladen, er half ihr beim Ausziehen der Handschuhe oder brachte ihr das Telefon.

Das Konzept, die Verknüpfung von eingespielten Filmen auf der großen Leinwand, den Live-Acts und Interviews auf der Bühne, kam prima an. „Auf der Bühne wirkt alles natürlich und spontan“, sagte Zuschauer Philippe Kölliker. Entertainment und Information gingen fließend ineinander über. Lokalchef Siegfried Volk vom SÜDKURIER, der das Event als Heimatzeitung und Medienpartner unterstütze, hatte recht, als er sagte: „Mich beeindruckt, wie akribisch und aufwendig die Filme produziert wurden.“ Jörger und Schnurr waren auf ihrer monatelangen Recherche auf viele Besonderheiten gestoßen. So kam es am Samstag zu einer Premiere und Uraufführung des Weihnachtsliedes „Der hochgelobte Tag“, dargeboten vom Gesangverein. Aufgespürt hat es der Journalist Karlheinz Fahlbusch beim Stöbern im Archiv, vertont wurde es von der Pfullendorfer Liedermacherin Silvia Gossen.

Das Schöne an den Stadtgeschichten sind Konstellationen, die ohne die Show wohl nie zustande gekommen wären. So musizierte die Big Band des Staufer-Gymnasiums mit dem Blues- und Boogie-Pianisten Steve Clayton, der sich singend dazu bekannte, dass sein Herz für immer an Pfullendorf hängt – obgleich er seit Kurzem in Niedersachsen wohnt. Clayton rockte zum Finale mit der umjubelten Bluesband aus Allschwil die Bühne. Mit „Hoochie-Coochie Man“ und „Roll over Beethoven“ hatten Andy Boller, Willy Surbeck, Louis Maiello und Dale Powers das Publikum bereits vor der Pause geflasht.

 

Die Mitwirkenden

  • Journalisten-AG der Montessori-Grundschule aus Aach-Linz
  • Gesangverein Pfullendorf mit Moritz Fleig (Gitarre) + Peter Frick (Klavier)
  • Bisonzucht Wolfgang und Ivana Lojdl sowie Kartoffelhof Frick, Michaela Frick aus Kleinstadelhofen
  • Bluesband Willy Surbeck, Dale Powers, Andy Boller und Louis Maiello aus Allschwil
  • Boxclub Pfullendorf mit den Trainern Jakob Gretz und Alex Kriger u.a.
  • Schweizerische Schule für Blindenführhunde mit Simone Ruscher und Peter Steinkellner aus Allschwil
  • Big Band des Staufer-Gymnasiums unter der Leitung von Berthold Schreiber und Timo Fritsch
  • Steve Clayton