Die Dreharbeiten für die Stadtgeschichten aus Pfullendorf haben begonnen. Der erste Drehort war am Samstag das historische Klassenzimmer im "Bindhaus", dem örtlichen Heimat- und Handwerksmuseum. Darsteller sind Karlheinz Fahlbusch sowie Pfarrer Martinho Dias Mértola. Hinter der Kamera steht Rainer Jörger, der auch für die Produktion zuständig ist, sowie sein Kameraassistent Olaf Michel. Michael Schnurr dient den Stadtgeschichten als Autor und Regisseur. Während den Dreharbeiten thront Hartmut Koblitz vom Museumsverein über das Geschehen, der wenn Not am Mann war, auch die notwendigen Requisiten zur Verfügung stellte.

Die Geschichte zu den Pfullendorfer Stadtgeschichten ist kurz erzählt. Karlheinz Fahlbusch, der sich selbst spielt, entdeckte in der Pfullendorfer Stadtchronik einen ungewöhnlichen Text. In Wirklichkeit handelt es sich um das unbekannte Weihnachtslied: "Der hochgelobte Tag, der nie erlag." Gedreht wurde jetzt die Szene, in der Karlheinz Fahlbusch das Buch aus dem Regal nimmt, den Staub fortbläst und den Satz spricht: "Zu welcher Melodie das Lied von Pfarrer Maichle gesungen wurde, konnte ich leider nicht feststellen." Darauf folgt der Kamera- und auch der zeitliche Schwenk ins Jahr 1740 auf Pfarrer Martinho Dias Mértola, der in dieser Zeit im Talar, mit Federkiel und Tinte, den Text zu Papier brachte. Um dafür die richtige Haltung und Gestik einzunehmen, gibt der Regisseurs dem Pfarrer den Hinweis: "Denken Sie einfach, sie würden eine Predigt schreiben."

Insgesamt wurden nur rund 30 Sekunden echte Drehzeit in gestochen scharfer 4-K-Qualität aufgenommen. Mit den Rüstzeiten und Proben waren knappe drei Stunden jedoch gleich vorbei. "Am meisten dauern die Rüstzeiten" sagt Kameramann Rainer Jörger. Auf die Dauer wurde es den Anwesenden in den ungeheizten Museumsräumen doch recht kalt. Ein kleiner Heizlüfter sollte hier Abhilfe bringen. Doch den musste Kameraassistent Olaf Michel immer wieder zum Schweigen bringen, wenn Aufnahmen mit Ton anstanden. Auch eine einzelne Steckdose an der Wand, die in manchen Aufnahmen unpassend ins Bild rückte, machte Probleme. Da hieß es dann vom Regisseur: "Steckdosenproblem in Szene 4.2", was so viel bedeutet, dass diese später im Studio wegretuschiert werden muss. Ansonsten bot das historische Klassenzimmer mit seinen passenden Utensilien die passende Umgebung. Den Staub, den Karlheinz Fahlbusch vom Buch blasen musste, wurde genauso wie Tintenfass, Federkiel und Tinte von Hartmut Koblitz zur Verfügung gestellt. Allerdings fällt das Schreiben auf diese Art ganz und gar nicht leicht, was Pfarrer Martinho Dias Mértola manche Probleme beschied. Dazu kam, dass beide Darsteller Brillenträger sind. Also musste die Körperposition und Gestik so weit eingeschränkt werden, dass möglichst keine Spiegelungen auf den Sehhilfen entstanden. In einer weiteren Szene wird der Pfarrer beim Schreiben des historischen Liedtextes gezeigt. Im Hintergrund wurde während dessen das bestehende durch ein größeres Holzkreuz ersetzt. "Das wird ziemlich tricky", kündigte der Regisseur an. Michael Schnurr meinte damit lediglich das Führen des Federkiels, die passende Position des Tintenfasses sowie des historischen Papierbogens bis hin zum Schreiben des Textes.

Da war die Anmerkung an Martinho Dias Mértola, dass er den Liedtext jetzt nicht wirklich schreiben musste, für ihn eine willkommene Erleichterung.

Am Nachmittag geht es für die Crew weiter ins Gasthaus Löwen. Dort stehen Tonaufnahmen mit dem Pfullendorfer Gesangsverein an. Danach folgt der Auftritt des Männerchors in historischen Gewändern in der Rossmarktgasse. An diesem Drehtermin sorgten Regenwetter und schlechte Lichtverhältnisse kurzerhand für eine Verschiebung der Dreharbeiten. Weiter geht es nun am 21. Februar, wenn weitere Dreharbeiten in Pfullendorf anstehen. Insgesamt sollen acht bis neun kurze Geschichten aus Pfullendorf verfilmt werden. Das Endergebnis wollen Michael Schnurr und Rainer Jörger im Oktober in einer Multimedia-Show zeigen.

Termin und Karten

Der Aufführungstermin für die Multimediashow Pfullendorfer Stadtgeschichten ist am Samstag, 21. Oktober, um 19 Uhr in der Stadthalle. Karten gibt es ab dem Frühsommer bei der SÜDKURIER-Geschäftsstelle in der Hauptstraße 47 und in der Tourist-Info im Rathaus. Der SÜDKURIER ist Medienpartner der Veranstaltung. Für die zweite Auflage der Stadtgeschichten, wurde beim Neujahrsempfang in der Stadthalle ein Trailer mit Luftaufnahmen gezeigt. 2016 entstand die erste Auflage des Formats von Produzent Rainer Jörger. Gezeigt wurde unter anderem das Gesangstalent von Sharon Owens, die Turnkünste von Christian Dehm und die launige Zeitreise aus der Steinscheuer. (ror)