Pfullendorf – Die St. Georgs-Pfadfinder der katholischen Kirchengemeinde hatten sich zwei Jahre auf das Pfingstzeltlager unter dem Motto " „Die Pfalympischen Spiele – Zeit für neue Helden“" vorbereitet, viel Zeit und Herzblut investiert. Aber der Wettergott meinte es nicht gut, denn beim Zeltaufbau für die 300 angemeldeten Kinder zog ein starkes Gewitter auf, überflutete den Lagerplatz und letztlich entschieden viele Gruppen sich zur Heimkehr. Und jetzt kursieren Gerüchte in der Stadt, wonach "Kinder vom Blitz" erschlagen worden seien. Namens der Pfadfinder stellt Öffentlichkeitsreferent Marius Burth im Gespräch mit dem SÜDKURIER klar, dass dies nicht stimmt. Gegen Mittag habe ein Blitz in einen Baum eingeschlagen, der etwa 40 Meter vom Lagerplatz entfernt war. Dabei bekam ein Leiter der Sigmaringer Pfadfinder beim Berühren einer nassen Tür einen Stromschlag und wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht. "Um den Gerüchten entgegenzuwirken, möchten die DPSG Pfadfinder klar stellen, dass zu keiner Zeit eine erhöhte Gefahr für die Lagerteilnehmer bestand, erklärt Burth unmissverständlich. Die Stammesleitung habe stets Sorge dafür getragen, dass im Bedarfsfall alle Vorbereitungen für eine Evakuierung getroffen waren. Außerdem sei für die gesamte Zeit die medizinische Betreuung durch die Malteser gesichert gewesen, die auch den verletzten Leiter solange versorgten, bis ein Rettungswagen und der Notarzt im Lager eintrafen. "Die Polizei war nicht vor Ort", ergänzt Marius Burth auf Nachfrage. Dass die Gerüchteküche dennoch hochschwappt, ist für die Pfadis unverständlich: "Aber nachdem diese immer häufiger, kurioser und unrealistischer wurden, haben wir uns entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen und Klarheit zu schaffen!"

Aufgrund des schlechten Wetters hatten die Pfadis die feierliche Eröffnungszeremonie immer wieder verschoben und letztlich mussten alle Teilnehmer zum Unterstehen in die Reithalle des Reit- und Fahrvereins nach Brunnhausen ausweichen. Lediglich einige hart gesottene Leiter und Rover aus Melchingen und Hechingen waren auf dem Lagerplatz geblieben und dort noch eine Nacht ausgeharrt. Für die restlichen zwei Tage blieben die Pfullendorfer dann allein auf dem Lagerplatz. Nachdem sich die Leiter über Risiken und Schwierigkeiten informiert und sich mit Verantwortlichen ausgetauscht hatten, sahen sie keinen Grund das Lager abzubrechen. Sie stellten für die Kinder ein Alternativprogramm auf die Beine, sodass auf dem Platz keine Langeweile herrschte. Am Sonntag fand dann der Gottesdienst in der Reithalle statt, zu dem viele Besucher kamen, die sich später das Lager anschauten.

Schlussendlich hatten die Kinder nach Angaben der Pfadis einen riesen Spaß trotz, oder gerade wegen, des „Charakter Wetters“. "Für uns, die Pfadfinder der DPSG Pfullendorf, war es die richtige Entscheidung das Lager durchzuziehen und wir nehmen viele neue Eindrücke und Erfahrungen mit von diesem Lager", erklärt der Pressesprecher namens der Pfadis, die sich jetzt auf die nächsten Pfingstspiele 2018 freuen, das in der Kreisstadt stattfinden wird.

St. Georgs-Pfadfinder

Mitmachen können Kinder und Jugendliche von acht bis 16 Jahren als Wölflinge, Jungpfadfinder und Pfadfinder, und ab 16 Jahren kann man als Rover und Jugendleiter Verantwortung übernehmen. Der DPSG-Stamm St. Jakobus wurde 1960 gegründet, und steht allen jungen Menschen offen, egal welcher Konfession, Geschlecht oder Weltanschauung.