Sabrina Haak, eine der drei Vorsitzenden, versprach dem Publikum ein abwechslungsreiches Programm. Und die beiden Kapellen des Musikvereins Großschönach lieferten prompt. Die Jugendkapelle Alhegro, die Essenz der drei Nachwuchsgruppen aus Aach-Linz, Herdwangen und Großschönach, leistete das mit Bravour. Abwechselnd dirigiert von Julia Kellenberger und Dominik Hönig zeigten sie wie bereits eine Woche zuvor in Aach-Linz ein anspruchsvolles Niveau. Da glänzte unter anderen auch Julian Atzenberger bei seinem Trompetensolo im ersten Stück.

Josef Kugler vom Blasmusikverband war voll des Lobes für das gezeigte Engagement und die Leistung der Nachwuchsmusiker. Und die Konzertbesucher in der voll besetzten Ramsberghalle sahen es ebenso und forderten eine Zugabe. Nach diesen ersten 30 Minuten, die Appetit auf mehr machten, gab es erst einmal eine kleine Umbaupause für den Auftritt der Kapelle. Sonja Befurt, ebenfalls aus dem Vorstandsteam, übernahm an diesem Abend die Rolle der Ansagerin. Auch sie versprach ein bunt gemischtes Programm mit dem die Musiker das Publikum gefühlsmäßig etwas durcheinanderbringen wollen.

Den Auftakt bildete sogleich der majestätisch-festliche "Marsch von Herkules". "Genießen Sie einen Hauch von Operette" war die Aufforderung zum nächsten Titel "Vilja" aus der Operette "Die lustige Witwe". Und um das Ganze zu unterstreichen, trug Sonja Befurt das Lied in Versform vor. Und um die Handlung auch in Bildern zu vermitteln, trat einer der Musiker als verliebter Jäger auf. Der anschließende Kussmund auf des Musikers Wange entlockte dem Publikum doch ein Schmunzeln und manchen Lacher.

"La Storia" war der Titel mit dem die Kapelle das Publikum mit spannungsvoller, dramatischer aber auch sehnsuchtsvoller Musik verwöhnte. Die Gäste dankten es mit viel Applaus. Und mit mediterranem Flair wurden die Gäste gleich im nächsten Stück "Il Postino" gefühlsmäßig auf die Rollerfahrt durch Italien mitgenommen. Dabei zogen die Soli von Sonja Rothweiler auf ihrer Oboe, teils begleitet von zarten Tönen auf der Querflöte, die Zuhörer in ihren Bann. Sprichwörtlich dramatisch änderte sich die Gemütslage mit dem Stück "The Phantom of the Opera". Und um das Geschehen auch wieder bildhaft zu verstärken, huschte das Phantom durch die Zuschauerreihen, um abschließend "seiner Angebeteten" eine Rose zu überreichen. Das Konzertpublikum dankte den Akteuren mit lang anhaltendem Beifall. Das Wechselbad der Gefühle wurde mit dem kurzen "March to Mars" musikalisch fortgeführt. "Ein turbulentes Stück", so die Ansagerin, folgte mit dem Titel "Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten". Und die Musiker legten sich nochmals voll ins Zeug. Da waren ein ums andere Mal die exotischsten Instrumente wie Lotus-Pfeife oder Sirenen als Zwischentöne zu hören. Das Publikum war jedenfalls restlos begeistert und spendete heftigen Applaus. Da ließen sich die Musiker nicht lumpen und es gab mit dem "Steigermarsch" noch eine zünftige Zugabe.

Roshan Nestvogel (Schlagzeug) wurde für sein zehnjähriges Wirken durch den Blasmusikverband mit der Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet.
Roshan Nestvogel (Schlagzeug) wurde für sein zehnjähriges Wirken durch den Blasmusikverband mit der Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet. | Bild: Robert Reschke

Ehrung

Ein verdienter Musiker wurde beim Osterkonzert geehrt. Für sein zehnjähriges Wirken wurde Roshan Nestvogel vom Blasmusikverband mit der Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet.

 

Wollen musikalische Akzente setzen

Sonja Befurt und Sabrina Haak, beide aus Kleinschönach, bilden zusammen mit Günter Schmid das Vorstandsteam des Musikvereins Großschönach.

Sonja Befurt (links) und Sabrina Haak aus dem Vorstandsteam.
Sonja Befurt (links) und Sabrina Haak aus dem Vorstandsteam. | Bild: Robert Reschke

Wie sehen Sie nach sechs Jahren die Entwicklung ihrer Jugendkapelle "Alhegro"?

Wenn man den Werdegang von Anfang an verfolgt hat, kann man nur sagen: "Spitze". Am Beginn war es ein zusammengewürfelter Haufen und jetzt sind die Musiker eine eingeschworene Einheit. Zudem haben wir momentan auch einen regen Zulauf. Man muss die beiden Dirigenten nur machen lassen.

Was leisten Sie zudem in der Nachwuchsarbeit?

Seit mehreren Jahren haben wir ein Vororchester. Es beginnt mit der Früherziehung, über die Blockflöte auch in Kooperation mit der Grundschule. Später können die Kinder dann an einem Schnuppernachmittag die verschiedenen Instrumente mal ausprobieren.

Haben Sie sich noch weitere Ziele gesteckt oder gar Visionen?

Anfangs war unser primäres Ziel in unserem Verein, die gute Kameradschaft weiter zu entwickeln. Jetzt möchten wir vermehrt musikalische Akzente setzen. Zum einen wollen wir ein gutes Unterhaltungs- und Sommerprogramm aufbauen. Wir denken auch über einen Event so in Richtung "Adventspoesie" in der Weihnachtzeit nach. Und unter dem Motto "Von Schönacher für Schönacher" wollen wir dem Tennisklub bei "Unser Dorf spielt Tennis" musikalisch unterstützen.