Rückblick auf erfolgreiches Jahr 2018

Als „Bombenjahr“ und „Jahr der Ernte“ bezeichnete Bürgermeister Thomas Kugler beim Neujahrsempfang in der proppevollen Stadthalle das Jahr 2018. Man habe viele Projekte zu Ende bringen können, und die Veränderungen seien am deutlichsten an den Stadteingängen zu erkennen. Beim Krankenhaus sei mit dem privaten Gesundheitszentrum ein städtebauliches Highlight entstanden und ganz verrückt vor Freude könne man bei der Betrachtung der Maßnahmen rund um den ehemaligen Bahnhof, der früheren ZG und am Stadtsee werden. „Was hier in den letzten zwei Jahren geschaffen wurde, ist einfach phänomenal“, dankte der Rathauschef ausdrücklich der Familie Künstle für ihren Enthusiasmus, verbunden mit hohem finanziellem Aufwand, den sie beim Umbau des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes leistete.

Bevölkerung wächst weiter

Bürgermeister Thomas Kugler informierte über ein arbeitsreiches Jahr 2018 und kündigte die Umsetzung neuer Projekte für 2019 an.
Bürgermeister Thomas Kugler informierte über ein arbeitsreiches Jahr 2018 und kündigte die Umsetzung neuer Projekte für 2019 an.

Dass Pfullendorf weiter ein begehrter Zuzugsort ist, belege das Bevölkerungswachstum, das seit sechs Jahren andauere. Mit 143 zusätzlichen Einwohnern verzeichnete man 2018 den besten Wert seit Jahrzehnten. Mit Stolz berichtete der Rathauschef über die dynamische Entwicklung und fügte an: „2019 geht es gerade so weiter.“ Solange der wirtschaftliche Aufschwung anhalte, nehme man diesen mit und meistere die Herausforderungen und Aufgaben mit dem eigenen Pragmatismus.

"Angst essen Demokratie auf"

Stadtpfarrer Marthino Dias Mertola.
Stadtpfarrer Marthino Dias Mertola. | Bild: Johanson, Kirsten

Stadtpfarrer Martinho Dias Mertola nutzte sein Grußwort zu einem politischen Statement und der Aufforderung zum Miteinander in Gesellschaft, Politik und Kirche. In Europa lebten Populismus und Nationalismus wieder auf, geschürt durch Ängste, die oftmals auch vom Verharren der Menschen in der Vergangenheit herrührten. In Anlehnung an den berühmten Film „Angst essen Seele auf“ von Rainer Werner Faßbinder, formulierte Mertola: „Angst essen Demokratie auf.“ Die Demokratie müsse immer wieder neu errungen werden. Man müsse dem Gegenüber zuhören und es gelte Brücken zu bauen zwischen Menschen, Kulturen, Nationen und Religionen. Für das 21. Jahrhundert habe der bedeutende Theologe Hans Küng die Vision von der Vereinigung der Kirchen formuliert, forderte Mertola den Frieden zwischen den Religionen, denn alle Menschen lebten nur in dieser einen Welt: „Es muss doch möglich sein, dass sich die vielen Begabungen der Menschen gegenseitig ergänzen und bereichern.“

"Der Frieden ist zerbrechlich"

Oberst Albrecht Katz-Kupke.
Oberst Albrecht Katz-Kupke. | Bild: Johanson, Kirsten

Oberst Albrecht Katz-Kupke, der vier Wochen nach der Kommandoübernahme in der Staufer-Kaserne das Grußwort an die Gäste richtete, stellte die Bewahrung des Friedens in den Fokus. „Suche den Frieden und jage ihm nach“, zitierte er einen biblischen Psalm und schlug den großen Bogen zum Jahr 1919, als nach dem Ende des Ersten Weltkrieges eine Zeit der Unordnung herrschte, wobei es gelte, aus diesem Geschehen die richtigen Lehren zu ziehen. Denn auch nach dem Fall des „eisernen Vorhangs“ gab es Konflikte, und immer mehr Nationen würden nur an sich denken, obwohl man vor globalen Herausforderungen stehe. Das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen leiste seinen Beitrag, um Frieden zu bewahren oder wieder herzustellen, denn diese Ausbildung sei für die Soldaten die Lebensversicherung. „Der Frieden ist zerbrechlich und erfordert Aufmerksamkeit“, mahnte der Offizier, dass man sich angesichts des lang anhaltenden Friedens nicht selbstgefällig zurücklehnen darf.

Neue Projekte für 2019

Ott-Areal: Das drei Hektar große Gelände der früheren Ziegelei Ott soll schnellstmöglich erschlossen werden, wozu der so genannte Klaiber-Kreisel umgebaut wird. Man schaffe damit die Voraussetzungen für eine zeitnahe Vermarktung des Areals.

Wohnungsbau: Die Stadt will in das Thema Wohnraumschaffung aktiv einsteigen. Im Haushaltsplan 2019 ist der Bau eines städtischen Mehrfamilienhauses geplant, um für die wirtschaftlich schwächere Bevölkerungsgruppe anständigen Wohnraum zu ermöglichen. Denn Wohnungsmangel führt nach Überzeugung von Kugler zur sozialen Verdrängung der eher Benachteiligten. Des Weiteren will man weitere Wohnbaugebiete ausweisen.

Bauboom: Im vergangenen Jahr wurden 179 Bauanträge bearbeitet und mit diesen Genehmigungen wurden Investitionen in Pfullendorf von 37,5 Millionen Euro ausgelöst. Im Verwaltungsraum Pfullendorf, Herdwangen-Schönach, Illmensee und Wald belief sich diese Summe auf 60 Millionen Euro. 35 Wohnbauplätze wurden 2018 verkauft. 2,3 Hektar Wohnbauflächen und 1,9 Hektar Industrieflächen hat man für 1,8 Millionen Euro veräußert und für zwei Millionen Euro neue Flächen erworben.

800-Jahr-Feier: Das Stadtjubiläum im Jahr 2020 rückt näher, und deshalb soll das Wahrzeichen der Stadt, das Obertor, saniert werden. Auch die Sanierung des Dominikanerinnenklosters soll im Winter 2019/2020 beendet sein, was dann rund 5,5 Millionen Euro gekostet haben wird.

Gründerwettbewerb: Mit der pfiffigen Idee „Lebe deine Idee“ versuche man der Innenstadt wieder etwas mehr Leben einzuhauchen. Der Leerstand soll gesenkt, aber auch die Bevölkerung für ihre Verantwortung gegenüber der Innenstadt und ihrer Geschäftswelt sensibilisiert werden: „Keine scheinheiligen Krokodilstränen vergießen, sondern aktiv mithelfen, dass der Einzelhandel eine Chance hat“, haben es nach Überzeugung von Kugler die Verbraucher durch ihr Einkaufsverhalten selbst in der Hand, ob man zukünftig in der Innenstadt noch ein ansprechendes Angebot habe oder nicht.

Jubiläen: In diesem Jahr feiert die Bundeswehr das 60-jährige Standortjubiläum der Kaserne. Dazu wird es einen „Tag der offenen Tür“ gehen, bei dem das Leistungsangebot der stationierten Einheiten demonstriert wird. Die Sprach- und Hausaufgabenhilfe besteht seit zwei Jahrzehnten und der SV Denkingen wurde vor 50 Jahren gegründet. Groß gefeiert wird auch das 100-jährige Bestehen des SC Pfullendorf.

 

"Angst essen Demokratie auf"

Stadtpfarrer Martinho Dias Mertola nutzte sein Grußwort zu einem politischen Statement und der Aufforderung zum Miteinander in Gesellschaft, Politik und Kirche. In Europa lebten Populismus und Nationalismus wieder auf, geschürt durch Ängste, die oftmals auch vom Verharren der Menschen in der Vergangenheit herrührten. In Anlehnung an den berühmten Film „Angst essen Seele auf“ von Rainer Werner Faßbinder, formulierte Mertola: „Angst essen Demokratie auf.“ Die Demokratie müsse immer wieder neu errungen werden. Man müsse dem Gegenüber zuhören und es gelte Brücken zu bauen zwischen Menschen, Kulturen, Nationen und Religionen. Für das 21. Jahrhundert habe der bedeutende Theologe Hans Küng die Vision von der Vereinigung der Kirchen formuliert, forderte Mertola den Frieden zwischen den Religionen, denn alle Menschen lebten nur in dieser einen Welt: „Es muss doch möglich sein, dass sich die vielen Begabungen der Menschen gegenseitig ergänzen und bereichern.“

Oberst Albrecht Katz-Kupke, der vier Wochen nach der Kommandoübernahme in der Staufer-Kaserne das Grußwort an die Gäste richtete, stellte die Bewahrung des Friedens in den Fokus. „Suche den Frieden und jage ihm nach“, zitierte er einen biblischen Psalm und schlug den großen Bogen zum Jahr 1919, als nach dem Ende des Ersten Weltkrieges eine Zeit der Unordnung herrschte, wobei es gelte, aus diesem Geschehen die richtigen Lehren zu ziehen. Denn auch nach dem Fall des „eisernen Vorhangs“ gab es Konflikte, und immer mehr Nationen würden nur an sich denken, obwohl man vor globalen Herausforderungen stehe. Das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen leiste seinen Beitrag, um Frieden zu bewahren oder wieder herzustellen, denn diese Ausbildung sei für die Soldaten die Lebensversicherung. „Der Frieden ist zerbrechlich und erfordert Aufmerksamkeit“, mahnte der Offizier, dass man sich angesichts des lang anhaltenden Friedens nicht selbstgefällig zurücklehnen darf. (siv)