Der Neubau des Kolpinghauses St. Jakobus setzt Maßstäbe. Das wurde bei einem Pressegespräch am Dienstag klar. Denn er dient innerhalb der Erzdiözese Freiburg als Modell für andere Kirchengemeinden. Dies sagte Bettina Sutter-Peters, Chefin des Erzbischöflichen Bauamtes in Konstanz. Zum einen verwies sie auf den ausgelobten Architekten-Wettbewerb für den Neubau. Zum anderen wurde auf Nachhaltigkeit gesetzt. Architekt Manfred Löffler machte diese am Beispiel der für den Bau verwendeten Materialien deutlich: Die Böden in den Funktionsräumen wurden mit Eichenparkett belegt, die Wände sind klassisch mit Ziegeln gemauert und mit Rotkalkputz verputzt worden. So könnten auftretende Gebrauchsspuren leicht entfernt werden. Auch dass eine Pelletsheizung eingebaut wurde, wertet Löffler als Bekenntnis für nachhaltiges Bauen. "Und ein Bewahren der Schöpfung," wie die Leiterin des Bauamtes hinzufügte. Sie lobte die Architektur des Gebäudes als städtebaulich gelungen und sah sie obendrein als preiswürdig an. Und sie sagt, das Gebäude sei unter der Prämisse gebaut worden, dass sich die Kirche nach außen zeige. Im Dachgeschoss des Kolpinghauses wird künftig das Kirchenarchiv zentral untergebracht werden.

Punktlandung mit den Kosten

Der Neubau an der Kolpingstraße kostet rund 2,2 Millionen Euro. Mit dieser Summe wurde nach Darstellung während des Pressegesprächs am Dienstag eine Punktlandung geschafft. Gegenüber der vor drei Jahren berechneten Kalkulation seien zurzeit rund 25 000 Euro mehr auszugeben. Dies sei vor allem das große Verdienst von Bauleiter Reinhold Heberle. Dieser schaffte es zum einen, alle Handwerker gut zu koordinieren. Und zum anderen gelang es ihm auch, Überraschungen auf der Baustelle finanziell auszugleichen. Entgegen der ersten Planungen war etwa eine Tiefgründung für den Neubau nötig. Dieser steht quasi im ehemaligen Stadtgraben, der nie richtig für spätere Bauwerke aufgefüllt worden war, wie Heberle schilderte. In Bezug auf die kleine Überschreitung der Baukosten sagte Pfarrer Martinho Dias Mértola, dass die Kirchengemeinden Zell und Denkingen jeweils 20 000 Euro für die Bestuhlung im Kolpinghaus bereitstellen würden – damit seien die Mehrkosten wieder aufgefangen, fügte der Seelsorger hinzu.

Den Parkplatz hinter dem Gebäude hat die Stadt pflastern und teeren lassen. Von dort aus gelangen Besucher über eine Rampe in das Gebäude, das barrierefrei zugänglich ist. Im Innern gibt es einen Aufzug.

Für Manfred Löffler war der Bau des Kolpinghauses eine sehr reizvolle Aufgabe. Wichtig war ihm der Bezug des neuen Gebäudes zur unmittelbar dahinter liegenden Stadtmauer wie auch zum historischen Alten Haus. Er sieht das Kolpinghaus in einer Achse mit dem Alten Haus und der Stadtpfarrkirche. Diesen Weg wird die Festgemeinde am Sonntag, 22. Juli, in einer feierlichen Prozession nehmen, wenn das Kolpinghaus geweiht wird. Der Weihe voraus geht ein Festgottesdienst anlässlich des Patroziniums in St. Jakobus. Die Messe beginnt um 9.30 Uhr.