Je 5,3 Megawatt Leistung

Der geplante Bau von vier Windrädern mit einer Nabenhöhe von 161 Metern und einer Leistung von je 5,3 Megawatt auf der Gemarkung Denkingen, die im dritten Quartal 2020 in Betrieb gehen sollen, hat für viel Aufregung gesorgt. Nun können sich Neugierige, Interessierte und Betroffenen über das Vorhaben informieren.

Drei Aktenordner mit hunderten Textseiten, Fotos, Tabellen, Karten, und Grafiken warten im Baurechtsamt Pfullendorf, zu den üblichen Öffnungszeiten darauf, von Bürger in Augenschein genommen zu werden. Die sogenannte Offenlegungsphase für das Vorhaben hat begonnen, und bis 24. Mai kann Jeder die Gutachten, Anträge sowie den Schriftwechsel zwischen Behörden und Bauherren nachverfolgen.

Unterschiedliche Bewertung des Rotmilans

Differenzen zwischen den Gutachtern, was die Bestandsaufnahme und Bewertung geschützter Arten wie den Rotmilan angeht, werden im artenschutzrechtlichen Teil der Unterlagen offensichtlich. Im Auftrag der Stadt Pfullendorf und der Gemeinde Heiligenberg war das Büro "Planstatt Senner" im Gelände unterwegs und entdeckte mehr als zwei Dutzend Horste, davon befinden sich neun Horste nur knapp außerhalb des 1000-Meter-Schutzradius.

Die Stellungnahme des vom Betreiber beauftragten Gutachters konstatiert auch deshalb, dass es 2017 und 2018 keine belegten Milanhorste innerhalb des Schutzradius von einem Kilometer gegeben habe. Da man im vergangenen Jahr ein größeres Gebiet zwecks Milan untersucht habe, sei es auch nicht verwunderlich, dass mehr Flugbewegungen der Vögel beobachtete.

Hohes Konfliktpotenzial

In seiner Beurteilung kommt das Regierungspräsidium Tübingen zum Schluss, dass der geplante Denkinger Windpark ein hohes Konfliktpotenzial zwischen Naturschutz und Windkraft berge und für den Milan ein "signifikant erhöhtes Tötungsrisiko" bestehe.

Horstbäume werden markiert

In den vergangenen Wochen sorgte die Information, dass in dem Windparkplangebiet einzelne Horstbäume „verschwunden“ sind, für viel Aufregung. Nach Informationen des Fachbereichsleiter im Landratsamt werden die verbliebenen Horstbäume jetzt markiert, um sie vor unabsichtlichem Einschlag, beispielsweise beim Entfernen von Käferholz, zu schützen. Die Bürgerinitiative hat bekanntlich Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Standort von zwei Anlagen verschieben

Das Regierungspräsidium Tübingen regt in seiner Einschätzung an, ob es nicht sinnvoll wäre, den Standort von zwei Anlagen um 200 Meter in Richtung eines Forstweges zu verschieben.