Beim traditionellen Besuch am ersten Weihnachtsfeiertag von Bürgermeister Thomas Kugler und Hauptamtsleiter Hans-Jürgen Rupp im Pfullendorfer Klinikum blickten de Mattia und Oberarzt Taibi El-Amrani sehr zufrieden auf das Jahr 2016 zurück, das allein für die Chirurgie einen Patientenanstieg von zehn Prozent brachte.

Die Eröffnung der altersmedizinischen Abteilung bezeichneten die beiden Ärzte als zukunftssicherende Maßnahme, denn die Zahl von älteren Patienten mit Mehrfacherkrankungen, die beispielsweise nach Operationen weiter betreut werden müssen, steige stetig. Für die Umbaumaßnahmen im zweiten Stock will man ein bis 1,5 Millionen Euro investieren, wobei das drängendste Problem die Suche nach zwei speziell ausgebildeten Geriartrie-Ärzten ist. Mit dem neuen Angebot erhofft man sich zusätzliche Patienten aus dem Landkreis sowie dem Umland, erläuterte Bürgermeister Thomas Kugler, der auch stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH ist, an dem der Spitalfonds mit 12,5 Prozent beteiligt ist. Er erklärte auch, dass die von der SRH angekündigte Eröffnung einer neurologischen Abteilung im Krankenhaus Pfullendorf aus wirtschaftlichen Gründen gecancelt wurde. „Die Idee war super“, konstatierte Kugler – für die geplanten 16 Einzelzimmer, sprich Patienten, habe man jedoch keinen Arzt gefunden. Dass man nun in die Altersmedizin einsteige, habe bei manchen Beschäftigten zu einem Stimmungsumbruch geführt, räumte er ein, wobei der Rathauschef wie die Chefärztin die Einrichtung der geriatrischen Abteilung als zukunftssichernde Maßnahme für Pfullendorf bezeichneten.

Krankenhäuser müssten den Spagat zwischen pflegerisch-medizinischer Patientenversorgung und -betreuung und wirtschaftlichem Betrieb hinbekommen. Dolores de Mattia ist überzeugt, dass dies in Pfullendorf dank der familiär geprägten Struktur und der Einsatzbereitschaft des Personals gelingt, und Oberarzt Amrani wies auf den hervorragenden Ruf des Pflegepersonals hin. Mehrfach betonte Bürgermeister Kugler, dass das Krankenhaus ein enorm wichtiger Bestandteil der Infrastruktur ist und man beispielsweise dank der Berufsgenossenschaftszulassung auch Arbeitsunfälle behandeln kann. Im Gegensatz zum anonymen Krankenhausbetrieb in Großstädten, hätten viele Patienten im Pfullendorfer Klinikum eine persönliche Beziehung zum Haus. Man kenne und schätze sich seit Jahren und diese positive Patientenbeziehung beginne schon bei der Aufnahme an der Pforte, lobte Taibi El-Amrani das Personal. Für Chefärztin de Mattia sind diese Wertschätzung, die Zuwendung zum Patienten und somit die Menschlichkeit im Krankenhausalltag die entscheidenden Vorteile gegenüber Großkliniken. Angesichts der guten Entwicklung 2016 sowie der geplanten Eröffnung der neuen Abteilung gehe man deshalb optimistisch und selbstbewusst in das neue Jahr.