Die Kostenkalkulation für den geplanten Kunstrasenplatz im Tiefental, der vom SC Pfullendorf, SV Denkingen und TSV Aach-Linz gemeinsam genutzt werden soll, hat sich dramatisch erhöht. Anstatt der geplanten 350 000 Euro soll die Anlage nun 550 000 Euro kosten, was die Verwaltungsspitze in der jüngsten Ratssitzung veranlasste, die Diskussion zu eröffnen, ob das Projekt, angesichts der schwierigen finanziellen Situation der Stadt, überhaupt verwirklicht werden soll. „Ich stelle das zur Diskussion“, erklärte Kämmerer Michael Traub, dass er gerne ein Stimmungsbild des Gemeinderates bekommen wolle und ergänzte, dass man bei einem Verzicht netto 460 000 Euro sparen würde.

„Diese Information ist neun Minuten alt“, erklärte sich FW-Chef Thomas Jacob außerstande, an diesem Abend eine Entscheidung zu treffen. „Die Vereine warten darauf“, schlug Emil Gabele (CDU) vor, sich nochmals mit den Vereinen zusammenzusetzen. Er monierte, dass vor zehn Tagen die Planungsgruppe aus Verwaltung und Vereinen zusammensaß, und es keine Informationen über die Kostensteigerung gab. Als „Schlag ins Kontor“ bezeichnete Michael Zoller (UL) die enorme Verteuerung.

Stadtbaumeister Jörg-Steffen Peter führte Fachgutachten, den geplanten Zaun und Blitzschutzanlagen als kostensteigernde Faktoren an. Bürgermeister Thomas Kugler wies auf die enorm steigenden Baupreise hin: „Die Kosten laufen im Galopp weg!“ CDU-Fraktionschef Roland Brucker erklärte, dass man in den vergangenen Jahren gar mit drei Kunstrasenplätzen geliebäugelt und sich jetzt auf einen Platz geeinigt habe: „Die Notwendigkeit ist da!“ Wenn man die Maßnahme verschiebe, würden die Kosten nicht geringer, erklärte Karl Fritz (FW). „Andere Maßnahmen kosten auch“, plädierte Karl Abt, Ortsvorsteher von Denkingen, für den Kunstrasenplatz, der nach Angaben von Stadtbaumeister Peter nicht größer als die bisherige Anlage werden soll. In den bisherigen Plänen war stets von einer Vergrößerung des Platzes die Rede. Als Hausaufgabe gab Bürgermeister Kugler den Fraktionen die neue Kostenschätzung mit auf den Weg, die nun intern über die Frage der Umsetzung diskutieren. Keine Debatte gab es um die Ankündigung der Verwaltung, dass man auf dem Stadtgartenvorplatz ein Schild platziert, das Lastwagenfahrer verbietet, ihr Gefährt dort zu parken.