Jetzt geht es vor Gericht. Bei seiner Mitgliederversammlung am Dienstagabend informierte der Ortsverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dass am 13. Mai ein Widerspruch gegen die Baugenehmigung des 1000-Kühe-Stalls in Hahnennest eingereicht wurde. Der Widerspruch vor dem Verwaltungsgericht wurde von Rechtsanwalt Karsten Sommer im Namen des Landesverbands des BUND eingereicht.

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Vorsitzende Anne Waibel erklärte, dass nur der Landesvorstand dazu berechtigt sei, nicht der Ortsverband. Die Pfullendorfer müssten aber das Geld für eine Klage aufbringen. Die Begründung für den Widerspruch liegt nach ihren Angaben in der Sorge um die Qualität des Grundwassers. Befürchtet werden auch negative Auswirkungen auf Fauna und Flora in den Riedlandschaften. Kritisiert wird außerdem das Brandschutzkonzept, denn es sei nicht gewährleistet, dass im Falle eines Feuers alle Tiere rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden könnten. Der Stall und ein Großteil der Flächen der Landwirte von Hahnennest liegen nach Angaben des BUND-Landesverbandes im Wasserschutzgebiet, das bereits hohe Nitratgehalte im Grundwasser aufweist und den gesetzlichen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschreiten würde.

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Die Pfullendorfer Vorsitzende Waibel ergänzte bei der Versammlung, dass es seitens des Europäischen Gerichtshofes ein Urteil gebe, nach dem das Wasser nicht schlechter werden dürfe. Wenn dies aufgrund des Kuhstalls festzustellen sei, dürfte dieser nicht länger betrieben werden. Ein weiterer Punkt in dem Widerspruch ist die fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung. Auch eine Vorprüfung und Verträglichkeitsprüfung über die Auswirkungen auf die in der Nähe liegenden Naturschutzgebiete „Taubenried“ und „Pfrunger-Burgweiler-Ried“ gebe es nicht, beklagen die Naturschützer. Trotz des Widerspruchs der Naturschützer steht einem Baubeginn des Kuhstalls zunächst nichts im Weg.

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Ein weiteres Thema bei der Versammlung war die Windkraft, die durchaus kontrovers diskutiert wurde. Angestoßen wurde das Thema, da auf der Gemarkung Denkingen/Hilpensberg der Bau weiterer Windräder im dortigen Überlinger Spitalwald geplant sind. Nicht alle Mitglieder teilen die Meinung des ehemaligen Geschäftsführers Heinz Brandt, der 100 Prozent für Windkraft ist. „Eine noch viel größere Bedrohung für die Vögel ist der Klimawandel und Glasfassaden an Häusern„, erwiderte Brandt, auf die Bedenken, dass vor allem Vögel unter den Windrädern in Hilpensberg zu leiden hätten. „Außerdem ist noch nicht ein toter Rotmilan nachweislich bei den Windrädern gefunden worden“, ergänzte Brandt, der bekanntlich für die Unabhängige Liste im Gemeinderat sitzt. Der neu gewählte Vorsitzende Alexander Pietsch gab zu bedenken, dass die Probleme mit dem Bau von Windrädern viel eher sozialer Natur seien. Es sei nicht gut gewesen, einfach über die Köpfe der Hilpensberger zu entscheiden, dort die drei Windräder zu bauen. Auch die Zerstörung des Landschaftsbildes sei gravierend.

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Lobend hob die Ortschaftsgruppe die Kooperation mit der Stadt hervor. So berichtete Peter Fischer von der Zusammenarbeit mit der Verwaltung im Bereich des Amphibienschutzes. 2018 wurde erstmals die Bergwaldstraße für die Krötenwanderung für 29 Tage gesperrt, und auch in diesem Frühjahr richtete das Ordnungsamt eine Sperrung ein. Während es 2018 noch Vandalismus gab und das Durchfahrtverbot teilweise missachtet wurde, gab es jetzt keine Zwischenfälle, was besonders Fischer freute, der das Projekt seitens des BUND organisierte. Er gab aber zu bedenken, dass Stichproben ergaben, dass die Amphibienzahl im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sei.

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