Wegen gefährlicher Körperverletzung ist ein 23-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Sigmaringen angeklagt. Bei dem Vorfall, der sich vor rund zwei Jahren ereignet hat, soll der Mann sich mit einem Anwohner in Pfullendorf eine blutige Auseinandersetzung geliefert haben.

28-jähriger Begleiter sagt als Zeuge aus

Weil der Angeklagte zur Verhandlung nicht erschienen war, ordnete Richterin Kristina Selig seine Vorführung an. Etwa eine Stunde später führten zwei Beamte des Polizeipostens Pfullendorf den 23-Jährigen in den Gerichtssaal. Der junge Mann hatte in der gleichen Sache bereits im Oktober vergangenen Jahres vor Gericht gestanden. Der damalige Mitangeklagte ist jedoch mittlerweile rechtskräftig freigesprochen worden und erschien zur neuen Verhandlung nur noch als Zeuge.

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Verbale Auseinandersetzung mit Anwohnern eskaliert

Aus der von Staatsanwältin Mareike Zimmermann verlesenen Anklage ging hervor, dass der Angeklagte in einer Juninacht 2017 gegen 3 Uhr morgens zusammen seinem 28-jährigen Kollegen aus einer Bar gekommen war und sie sich auf den Weg in eine weitere Kneipe machen wollten. Zu dieser späten Stunde sollen sie dabei nicht gerade leise gewesen sein, weshalb es in einer Gasse zu einer verbalen Auseinandersetzung mit einer Anwohnerin (46 Jahre) und deren Ehemann (47 Jahre) gekommen sei. Als die Anwohnerin sich über den Lärm beschwerte, soll sie vom Angeklagten sehr derb beleidigt worden sein. Daraufhin habe die Frau einen Topf voll Wasser aus dem Fenster geschüttet.

Streit verlagert sich auf Straße

Der Angeklagte soll darauf sehr aggressiv reagiert haben und drei Mal mit der Schulter gegen die Haustür des Ehepaars gesprungen sein. Dabei sei die Tür aufgebrochen. Der 47-Jährige soll dem jungen Mann mit dem Kochtopf entgegengetreten sein, in der Folge habe sich die Auseinandersetzung wenige Meter weiter in eine Seitengasse verlagert. Die Anwohnerin habe sich auf die Suche nach ihrem Mann gemacht und ihn verletzt auf der Straße liegend zusammen mit dem Angeklagten und seinem Begleiter vorgefunden.

46-Jährige schildert ihre Sicht der Ereignisse

Während der Angeklagte von seinem Schweigerecht Gebrauch machte, berichtete die 46-Jährige als Zeugin und Nebenklägerin ausführlich aus ihrer Sicht über die Ereignisse in dieser Nacht. Demnach habe sie Polizei und Rettungsdienst zu Hilfe gerufen, darüber hinaus habe sie Nachbarn verständigt, als sie aus dem Haus gegangen sei, um ihren Mann zu suchen. Den habe sie in der Gasse auf dem Rücken liegend vorgefunden. Der Angeklagte habe auf ihm gekniet und auf ihn eingeschlagen. Sein 28-jähriger Zechgenosse habe sein Knie auf dem Hals ihres Mannes gehabt und ebenfalls auf ihn eingeschlagen. Bei diesem Anblick habe sie laut geschrien und wenige Sekunden danach seien die zu Hilfe gerufenen Nachbarn auf der Bildfläche erschienen.

Dass die Ereignisse die Frau psychisch stark belasten, belegten entsprechende Bescheinigungen, die dem Gericht vorgelegt wurden. Des Weiteren war durch den Vorfall am Haus des Ehepaars ein Schaden in Höhe von 5500 Euro entstanden.

Zeuge erzählt von Schlag mit Pfanne

Der als Zeuge geladene 28-jährige Bekannte des Angeklagten berichtete dem Gericht, dass man auf dem Heimweg noch überlegt habe, woanders einzukehren, als plötzlich eine Flüssigkeit über sie geschüttet worden sei. Beim Blick nach oben habe man die Eheleute gesehen. Daraufhin habe man sich gegenseitig angepöbelt und es sei eine zweite Ladung von oben gekommen. Er habe auch gesehen, dass ein Mann mit einer Pfanne in der Hand aus dem Haus gekommen sei, was er als bedrohlich empfunden habe. Als er einen Schlag mit der Pfanne abbekommen habe, habe er weglaufen wollen, sei aber hingefallen.

Verhandlung wird fortgesetzt

Dann hätten der Angeklagte und der Anwohner jedoch nebeneinander auf dem Boden gelegen und er habe schlichten und helfen wollen. Nachdem er beide am Boden voneinander getrennt habe, habe die Anwohnerin ihrem Mann beim Aufstehen geholfen, er seinem Bekannten. Der 23-Jährige sei blutüberströmt gewesen. Da ein weiterer Zeuge bei der Verhandlung verhindert war, wurde ein neuer Termin am Mittwoch, 25. September, 14 Uhr anberaumt.