Die Staatsanwaltschaft Hechingen ermittelt wegen mutmaßlichen Mordes gegen den Ehemann der Frau, die Anfang Dezember im Wohngebiet Rosslauf mit einem Messer erstochen aufgefunden worden war. Wie der leitende Oberstaatsanwalt Jens Gruhl auf Anfrage des SÜDKURIER mitteilte, ist der Beschuldigte in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Es bestehe der dringende Verdacht, dass er die Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit oder zumindest der erheblich verminderten Schuldfähigkeit begangen habe.

War der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt schuldunfähig?

Die Frau war am 6. Dezember 2018 im Wohngebiet Rosslauf gewaltsam zu Tode gekommen. Die Polizei hatte die 34-jährige Mutter einer kleinen Tochter in einer Wohnung in einem mehrgeschossigen Wohnhaus am Abend tot aufgefunden.

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Mann tauchte bei Polizei in Biberach auf

Die Pfullendorfer Polizisten waren von ihren Kollegen in Biberach informiert worden, nachdem dort der Ehemann auf der Dienststelle aufgetaucht war und den Beamten von dem Geschehen berichtet hatte. Der 33-Jährige habe einen verwirrten Eindruck gemacht. Die Beamten alarmierten daraufhin die Feuerwehr, die die Eingangstür zur Wohnung aufbrach. Dort fanden die Einsatzkräfte die Tote, die mehrere Stichverletzungen aufwies. Bei seiner Vernehmung hatte der mutmaßliche Täter nach anfänglichem Leugnen und Widersprüchen die Tat eingeräumt.

Gewaltverbrechen soll Beziehungstat sein

Der Ehemann wurde im dringenden Verdacht, seine Frau umgebracht zu haben, vorläufig festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Nach Informationen des SÜDKURIER soll es sich bei dem Gewaltverbrechen um eine Beziehungstat handeln. Die Kriminaldirektion Friedrichshafen nahm Ermittlungen auf. Das private Umfeld des Ehepaars wird durchleuchtet, um herauszufinden, ob es zuvor schon Konflikte zwischen den Partnern gegeben hatte.

Keine Angaben zu Hintergründen der Tat

Zu den Hintergründen der Tat machten die Behörden keine Angaben. Auch aktuell gab die Staatsanwaltschaft keine Informationen, was den Beschuldigten dazu veranlasst haben könnte, seine Ehefrau zu töten. Wie eine Nachbarin Anfang Dezember dem SÜDKURIER berichtet hatte, soll es am Morgen des Tattags einen lautstarken Streit zwischen den Eheleuten gegeben haben. In sozialen Medien wie Facebook hatte die tödliche Attacke für große Aufregung gesorgt.

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Die Ermittlungen werden weiterhin von der Kriminaldirektion Friedrichshafen im Auftrag der Staatsanwaltschaft geführt. Nach bisherigem Ermittlungsstand besteht der dringende Tatverdacht, der Beschuldigte habe einen Mord begangen. Weitere Details gibt die Staatsanwaltschaft im Hinblick auf die noch laufenden Ermittlungen und den Grundsatz der Unschuldsvermutung nicht preis.

Die Obduktion der Toten durch die Gerichtsmedizin, die im Dezember den Tatort begutachtet hatte, ergab, dass die lebensgefährlichen Verletzungen der 34-Jährigen von einem Messer stammen. Diesen Verletzungen sei sie demnach am Vormittag erlegen. Da die Tote erst am Abend gefunden wurde, drängt sich die Frage auf, ob sie hätte gerettet werden können, wenn sich der Ehemann früher der Polizei gestellt hätte.

Im Rosslauf hatte sich bereits 2004 ein tragischer Vorfall mit zwei Toten ereignet: Damals beging eine alleinstehende 30-jährige Mutter erweiterten Suizid und brachte zunächst ihr eineinhalbjähriges Kind und dann sich selbst um.