„Fünf vor Zwölf“ ist ein populärer Begriff, wenn die Axt am Baum oder das sprichwörtliche Kind schon fast in den Brunnen gefallen ist. In Pfullendorf kennt man aber nicht nur diese unheilschwangere Redewendung, sondern auch „5 nach 5“ – und diese ökumenische Veranstaltungsreihe birgt nur Positives. „Gönnen Sie sich in der Adventszeit einige Momente der Stille“ heißt es treffend auf den gelben Plakaten und Flyern. Etwas Besinnlichkeit und Ruhe darf sein, denn die Zeit vor Weihnachten soll idealerweise nicht nur aus Plätzchen-Back-Stress und Geschenke-Shoppping bestehen. „Es geht darum, Impulse zu geben und die Adventszeit etwas bewusster zu erleben. Es heißt ja: sich auf den Weg machen“, so die beiden Organisatorinnen Edith Reichle und Karin Schorisch-Löffler. 

Projektchor zum Auftakt

Den Auftakt übernimmt der Projektchor der katholischen Kirche in der Stadtkirche mit seinem Konzert am Sonntag, 1. Dezember, um 17 Uhr. Alle weiteren Veranstaltungen von „5 nach 5“ werden dann ab dem 2. Dezember bis zum 22. Dezember täglich um 17.05 Uhr in der Betesda-Kapelle im Erdgeschoss des Krankenhauses stattfinden.

Das könnte Sie auch interessieren

„Wir finden es klasse, dass die SRH-Klinik uns die Räumlichkeit zur Verfügung stellt.“ Die Veranstalter weisen aber darauf hin, dass sich die Parksituation geändert hat und der Krankenhaus-Parkplatz nun etwas kostet. „Seit wir 2017 in die Krankenhauskapelle umgezogen sind, ist das Interesse wieder größer. Im Klosterkeller war die Zahl der Besucher immer mehr zurückgegangen. Jetzt kommen jeden Abend durchschnittlich 20 bis 25 Leute. Platz ist genügend da, es passen auch 50 in die Kapelle. Es ist ebenerdig, warm und gemütlich!“

Besuch steht allen offen

Ein Stammpublikum hält der Veranstaltungsreihe von Anfang an die Treue. Über neue Gesichter im Publikum freuen sich die Organisatorinnen natürlich genauso. „Die Türen stehen allen offen. Vergangenes Jahr hat jemand aus Habsthal eine Bekannte im Krankenhaus besucht, wurde auf unser gelbes Plakat aufmerksam und setzte sich spontan dazu. Die Dame war dann so fasziniert, dass sie noch öfter zu ‚5 nach 5‘ gekommen ist“, erzählt Schorsch-Löffler. „Auch die Turnerfrauen aus Mottschieß sind jedes Jahr dabei, sie verbinden das mit einem Fußmarsch hierher.“

Auf 50 Minuten ausgelegt

Einmal abgesehen vom Eröffnungskonzert wird das Geheimnis um die anderen Beiträge und die Akteure erst am jeweiligen Abend gelüftet. „Es gibt keine Vorankündigung. Das Programm ist eine Überraschung, das ist wie bei einem Adventskalender“, so Edith Reichle. Die Abende sind auf etwa 50 Minuten ausgelegt. Die Gestaltung übernehmen Einzelpersonen oder Kleingruppen. „Wir haben ein breites Spektrum mit Gesang, Vorlesen und Musik!“ Weltliche und christliche Lieder erklingen ebenso wie Klassisches. „Im vergangenen Jahr hat beispielsweise ein Krankenhausarzt bei ‚5 nach 5‘ Geige gespielt“, erzählt Reichle. Einige der Akteure, so viel verraten Reichle und Schorisch-Löffler, sind seit Jahren mit von der Partie.