Die Schweizer Clown-Komödiantin Gardi Hutter lockte über 200 Besucher in die Stadthalle in Pfullendorf. Der Begriff Clown-Komödiantin beschreibt nur annähernd die Kunst Hutters. Es handelt sich bei Weitem nicht nur um Ulk und Komik, was sie auf die Bühne bringt, sondern sie verkörpert das gesamte Universum der Emotionen. Sie ist alles: tollpatschig, zornig, verquer, verrückt, berührend, nachdenklich, liebenswert und vor allem unglaublich kreativ. Gardi Hutter gilt mittlerweile international als das weibliche Vorbild für das Clowntheater.

Ausgelassen macht sich Clownin Hanna über den Tod lustig, der ihr in Form der Clownsköpfe aus einem Sarg entgegen lacht.
Ausgelassen macht sich Clownin Hanna über den Tod lustig, der ihr in Form der Clownsköpfe aus einem Sarg entgegen lacht. | Bild: Isabell Michelberger

Pfullendorf bildete den Auftakt der Tournee mit dem neuen Programm "Gaia Gaudi", in dem Hutters Tochter Beatriz Navarro und ihr Sohn Juri Cainero mit seiner Frau Neda Cainero mit Theater, Tanz, Gesang und Musik das Clowntheater bereichern. Im neuen Stück geht es um den Tod, um die Flucht vor ihm, aber auch darum, dass von jedem etwas auf dieser Welt bleibt und dass für jeden einmal die Zeit gekommen ist. Gardi Hutter inszenierte dies mit ihrem Team auf eine poetische Weise und mit spiritueller Tiefe.

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Kulisse: schlicht, aber eindrucksvoll

Die Kulisse war schlicht, aber eindrucksvoll. Ein transparenter Vorhang ließ je nach Beleuchtung Schattenspiele oder leuchtende Planeten entstehen und grenzte zart das Geschehen dahinter ab. Die Künstler bauten unter anderem Elemente des sogenannten schwarzen Theaters mit ein sowie Tanz und Gesänge vom Obertongesang bis zu rockigen und lateinamerikanischen Rhythmen.

Die Besucher waren begeistert von der Ausdruckskraft Gardi Hutters, die mit wenig gesprochenen Worten auskam und allein durch brabbelnde Sprechlaute, durch Mimik und Gestik bedeutend mehr vermitteln konnte als erzählende Worte. Trotz der Anwesenheit des Todes, der teils in Form von schwarz wirbelnden Raben mit riesigen weißen Schnäbeln über die Bühne tanzte, teils als clowneske Todesboten spöttisch aus dem Sarg herausschaute, war die Stimmung durch die Distanz des Humors nie traurig, sondern ließ nachdenken und herzlich lachen. Mehrmals kam das Team auf die Bühne zurück, da der Applaus nicht abreißen wollte.

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