Stadtpfarrer Martinho Dias Mértola war sichtlich erfreut. „Das ist eine echte Premiere und auch ein starkes Zeichen der Zusammenarbeit und Verbundenheit“, betonte der Seelsorger. Immerhin sollte der Erlös für den Neubau des Kolpinghauses St. Jakobus verwendet werden. Und da ist man für jeden zusätzlichen Euro dankbar. Am Sonntagabend waren es dann 2630 Euro und 200 Schweizer Franken, die in den Sammelkörbchen lagen.

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Das Konzert ließ an Abwechslung nichts vermissen und machte deutlich: Mögen anderswo Kirchenchöre ein akutes Existenzproblem haben, in der Seelsorgeeinheit Oberer Linzgau ist das nicht so. Kein Ensemble hatte weniger als 20 Akteure und es war auch leicht festzustellen, dass auch jüngere Semester wohl ihren Gefallen an sakralem Chorgesang haben.

Johannes Bals ist noch gar nicht so lange der neue Chorleiter in Illmensee und hatte mit 38 Sängerinnen und Sängern das größte Ensemble mit in die Jakobuskirche nach Pfullendorf gebracht.
Johannes Bals ist noch gar nicht so lange der neue Chorleiter in Illmensee und hatte mit 38 Sängerinnen und Sängern das größte Ensemble mit in die Jakobuskirche nach Pfullendorf gebracht. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Zu Beginn gab es aber zunächst eine faustdicke Überraschung. Die fünf Chorleiter Birgit Knott (Denkingen), Ursula Koch (Zell/Hausen a. A.), Monika Heinen-Wolf (Pfullendorf), Johannes Bals (Illmensee) und Rolf Spiess (Otterswang) bewiesen eindrucksvoll, dass sie nicht nur dirigieren, sondern auch singen können. „Der Mond ist aufgegangen“ und „Komm, Trost der Welt“ waren genau der richtige Einstieg in 90 Minuten wundervollen Chorgesangs, der von Dina Trost (Orgel und Piano) und Monika Heinen Wolf (Orgel) gekonnt begleitet wurde.

Ursula Koch, Birgit Knott, Rolf Spiess, Monika Heinen-Wolf und Johannes Bals (v.l.) können auch singen.
Ursula Koch, Birgit Knott, Rolf Spiess, Monika Heinen-Wolf und Johannes Bals (v.l.) können auch singen. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

"Für Alle" lautete der erste Titel der Denkinger. Komponistin und Texterin Hanne Haller starb 2005 an Brustkrebs. Ihre sakralen Lieder wurden erst nach ihrem Tod veröffentlicht und John Rutters "Alle Dinge dieser Welt" dürfte im englischen Original ein echter sakraler Hit sein.

Die Denkinger unter Leitung von Birgit Knott glänzten vor allem mit dem Titel "Für alle" von Hanne Haller. Sie wurden an Orgel und Piano von Dina Trost begleitet.
Die Denkinger unter Leitung von Birgit Knott glänzten vor allem mit dem Titel "Für alle" von Hanne Haller. Sie wurden an Orgel und Piano von Dina Trost begleitet. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Auch die Chorgemeinschaft Zell/Hausen a. A.. hatte sich mit "Singt Dankeslieder" und anderen Titeln bekannte Literatur ausgesucht. Erst seit kurzer Zeit leitet Johannes Bals den Chor in Illmensee. Er forderte mit "Herr Zeit" eine ganze Menge ab.

Zell a. A. bildet zusammen mit Hausen a. A., das zur Seelsorgeeinheit Krauchenwies-Rulfingen gehört, eine Chorgemeinschaft, die von Ursula Koch geleitet wird.
Zell a. A. bildet zusammen mit Hausen a. A., das zur Seelsorgeeinheit Krauchenwies-Rulfingen gehört, eine Chorgemeinschaft, die von Ursula Koch geleitet wird. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Auch Rolf Spiess hatte für die Otterswanger nicht einfache Literatur ausgesucht. Mit "Die Ehre Gottes aus der Natur" fand sogar Beethoven seinen Weg in die Jakobuskirche.

Rolf Spiess und der Otterswanger Chor hatten sich mit gelben Rosen geschmückt. Sie gelten unter Freunden als ein Zeichen von Versöhnung und Zusammenhalt.
Rolf Spiess und der Otterswanger Chor hatten sich mit gelben Rosen geschmückt. Sie gelten unter Freunden als ein Zeichen von Versöhnung und Zusammenhalt. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Dort haben Monika Heinen-Wolf und der Kirchenchor ein "Heimspiel". Wenn man bedenkt, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass man mit dem Aus des Chores rechnen musste, dann wurde mit einer Auswahl von Bach bis Charles eindrucksvoll bewiesen, dass die Sorgen jetzt unbegründet sind. "Jesus be a fence" war im klassischen Gospel-Stil etwas, wo das Publikum mitklatschen konnte. Applaus gab es dann reichlich am Ende eines beeindruckenden Konzerts.

Der Kirchenchor von St. Jakobus mit Chorleiterin Monika Heinen-Wolf (Mitte) hatte ein "Heimspiel" und begeisterte mit einem breiten Spektrum von Bach bis Gospel.
Der Kirchenchor von St. Jakobus mit Chorleiterin Monika Heinen-Wolf (Mitte) hatte ein "Heimspiel" und begeisterte mit einem breiten Spektrum von Bach bis Gospel. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz