Stefanie Bürkle, es war bereits ihre sechste Einladung an die Landfrauen, hatte mit Geberit offensichtlich die richtige Wahl getroffen. Die 120 Frauen waren sichtlich beeindruckt.

150 bis 180 Lastwagen verlassen pro Tag das Werk mit Sanitärprodukten

Gerd Hailfinger, Geschäftsführer der Geberit Logistik GmbH, und sein Kollege Markus Heim von der Geberit Produktions GmbH gaben einen kurzen Überblick über die Entwicklung des Unternehmens, das in Pfullendorf auf einem Areal von derzeit 217.000 Quadratmetern rund 1600 Menschen beschäftigt und der größte Arbeitgeber im Landkreis Sigmaringen ist.

120 Landfrauen besichtigten die Produktionshallen von Geberit. Eingeladen hatte Landrätin Stefanie Bürkle.
120 Landfrauen besichtigten die Produktionshallen von Geberit. Eingeladen hatte Landrätin Stefanie Bürkle. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Demnach verlassen 150 bis 180 Lastwagen jeden Tag das Werk mit den Sanitärprodukten, die hier gefertigt werden. Seit einigen Jahren komme man von „hinter der Wand“ auch mehr und mehr „vor die Wand“, wie Gerd Hailfinger erläuterte. Denn zu den weltweit bekannten Einbauspülkästen sei die Keramikware gekommen.

Viele Arbeiten werden von Robotern übernommen

Und wie die Produkte von Geberit gefertigt werden, das konnte man beim ausgedehnten Rundgang durch die Produktion entdecken. Hier sind überwiegend Roboter im Einsatz. Die werden seit einigen Jahren auch mehr und mehr in der Landwirtschaft genutzt. In vielen Kuhställen gibt es längst Melkroboter. Nur ist dort die Logistik einfacher: Die Milch wird vom Tankwagen abgeholt. Bei Geberit gilt es, Kommissionen für die einzelnen Kunden zusammenzustellen, zu verpacken und dann so zu koordinieren, dass der Laderaum des Lastwagens optimal ausgenutzt wird, wie Hailfinger erklärte.

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Trotz Robotern keine „mannlose Fabrik“

Trotz moderner Technik ist Geberit aber „keine mannlose Fabrik“, wie Markus Heim deutlich machte. Man setze auf wertschöpfende Menschen und das bedeute: Man bezahle die Mitarbeiter für die Produktion und nicht für das Zurücklegen sinnloser Wege. Die Optimierung von Abläufen sei deshalb ein Ziel, das man vehement verfolge.

Mitarbeiter müssen hoch flexibel sein

„Wie in der Landwirtschaft“ seien die Arbeitszeiten. Die Arbeitskräfte müssten das tun, was gerade anliegt. Und deshalb gebe es auch immer erst donnerstags die Information, ob und wie lange am Freitag gearbeitet werden muss. Oder auch am Samstag, wenn nötig. Die Prämisse sei: Geberit kann immer liefern. Das erfordert von den Mitarbeitern eine große Flexibilität. Umso wichtiger sei die Zufriedenheit der Mitarbeiter: „Wir wollen eine gute Kultur miteinander haben“, betonte Hailfinger.

Bauernfamilien stehen unter Druck

Die wünschen sich die Bauern derzeit auch, wenn es um Arbeitsbedingungen, Auflagen und Preisgestaltung geht, machte Landrätin Stefanie Bürkle deutlich: „Die Landwirtschaft ist fürchterlich unter Druck.“ Vielen Bauernfamilien bangten um ihre Zukunft. Umso wichtiger sei der Dialog.

Auf großes Interesse stieß die Ankündigung der Landrätin, dass man im Landkreis ein Seniorenkonzept erstellen wolle. Dabei werde auch die Pflege ein Thema sein. Und natürlich müsse man eine Entscheidung bezüglich der Biotonne treffen. Die Bürger sollen über mögliche Systeme informiert werden und auch Fragebogen erhalten. „Früher hatte man eine Miste, wo man alles draufgeworfen hat“, sagte eine Zuhörerin schmunzelnd.

Landfrauenvorsitzende Doris Härle (rechts) erläuterte Landrätin Stefanie Bürkle, was der Landfrauenverband zu bieten hat. „Ihre Arbeit ist unheimlich wertvoll“, lobte Bürkle.
Landfrauenvorsitzende Doris Härle (rechts) erläuterte Landrätin Stefanie Bürkle, was der Landfrauenverband zu bieten hat. „Ihre Arbeit ist unheimlich wertvoll“, lobte Bürkle. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Anforderungen an Landwirte steigen

Doch das ist lange her. Auch bei den Landfrauen hat sich einiges gewandelt, wie Vorsitzende Doris Härle erzählen konnte. Mit dem Computer umgehen zu können sei für eine Landfrau mittlerweile absolut notwendig. „Die Buchhaltung machen oft die Frauen.“

Über 7800 Frauen und auch Männer hätten im vergangenen Jahr an den vielfältigen Veranstaltungen der Landfrauen teilgenommen. Das Themenspektrum der 418 Angebote reiche von Gesundheit und Sport bis hin zur Wirtschaftspolitik und digitale Medien. Für Härle ist klar: „Frauen müssen in Führungspositionen.“ Und da könne auch der Landfrauenverband mit bundesweit 500.000 Mitgliedern eine gute Lobbyarbeit leisten.

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