Über den Klaiber-Kreisel soll das Areal der ehemaligen Ziegelei Ott erschlossen werden. Dazu soll das Bauwerk verlegt werden, einen vierten Arm erhalten, mit dem der Bannholzerweg als Zubringerstraße entlastet würde. Die neue Straße in Richtung Seepark wäre sieben Meter breit und beidseitig mit einem Schutzstreifen für Radfahrer versehen. Diese Überlegungen stellte Amtsleiter Josef Waldschütz in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates vor. Allerdings erfolgt die Realisierung des Vorhabens nur, wenn sich auf dem drei Hektar großen Ott-Areal baumäßig etwas tut. "Das ist ein reiner Platzhalter", erklärte Bürgermeister Thomas Kugler. Die Kreiselpläne hatte schon vor Jahren ein Investor präsentiert, der die Stadt mit Ansiedlungsplänen für Einzelhandel auf dem Gelände überraschte. Der Gemeinderat erließ daraufhin eine Veränderungssperre und den Ausschluss von zentrenrelevanten Sortimenten. Damit wurde auch verhindert, dass der umsiedlungswillige "Netto-Markt" von seinem bisherigen Standort näher und mit mehr Verkaufsfläche an die Innenstadt rückt. Letztlich kaufte die Stadt das komplette Gelände und dann startete man ein Verfahren, um die Bebauungspläne für das "Gewann Ziegelrain", in dem sich das Ott-Areal befindet, sowie der Gebiete "Lange Äcker und Goldäcker" zu ändern. Nach mehr als 3,5 Jahren nähert sich das Verfahren, das einen Einzugsbereich von 22 Hektar umfasst, seinem Ende. Dabei stellte sich nach Angaben von Waldschütz die Frage nach dem Bestandsschutz für Geschäfte wie den "Netto-Markt".

Gutachter regten an, diesen Bestandschutz an den Betreibern festzumachen, was die Verwaltung mit Hinweis auf mögliche Firmenübernahmen ablehnte. Wenn ein Discounter einen anderen aufkaufe, und sich somit der Betreiber ändere, könne dies ja nicht das Aus bedeuten. Nach Angaben des Amtsleiters will der Discounter Netto am bestehenden Standort die Verkaufsfläche um 179 Quadratmeter erhöhen, was nach Gutachtereinschätzung keine negativen Auswirkungen auf die Geschäftswelt habe.

Im Zuge der nachbarschaftlichen Anhörung hatten Anwohner der Otterswanger Straße die Verkehrssituation im Kreuzungsbereich Langäcker/Überlinger Straße und Litzelbacher Weg moniert. Weil es in diesem Bereich keine erhöhte Unfallhäufigkeit gibt, lehnt das Regierungspräsidium den Bau eines Kreisverkehrs ab. Nach Behördenangaben gab es von 2009 bis 2016 acht Unfälle. Mit Hinweis auf den zweiten Bauabschnitt der Umgehungsstraße, erwartet das Regierungspräsidium auch keine signifikante Erhöhung des Verkehrsaufkommens in diesem Bereich. Als notwendig wird der Bau einer Ampelanlage im Kreuzungsbereich erachtet, die allerdings unter dem Vorbehalt der Finanzierung stehe. Eva Riede-Leibbrand (UL) regte einen Fußgängerübergang über die Überlinger Straße an. Ordnungsamtsleiter Jürgen Hess ist nicht so überzeugt, dass die Zahl der querenden Fußgänger ausreicht, um einen Zebrastreifen zu errichten. "Wir werden uns die Situation nochmals anschauen", versprach Bürgermeister Thomas Kugler. Einstimmig billigte der Gemeinderat dann das Bebauungsplanänderungsverfahren.

Prozedere

Nach der Zustimmung des Gemeinderates wird der Entwurf nochmals vier Wochen öffentlich ausgelegt. Die Fachbehörden werden von der öffentlichen Auslegung benachrichtigt und es wird nochmals Gelegenheit zur Stellungnahmen gegeben. Ebenso werden die privaten Einwender vom Ergebnis der Abwägung unterrichtet.