Es dürften rund 2000 Fans gewesen sein, die am Sonntagabend im Seepark Jürgen Drews feierten. Der "König von Mallorca" kam, sang und siegte. Das Publikum war begeistert und auch beim Südwestrundfunk SWR als Veranstalter war man mehr als zufrieden. "Wir hatten am Nachmittag mit maximal 150 Leuten gerechnet, weil das Wetter so mies war", gestand SWR-Frau Ellen-Scarlett Messing, die für den Sender schon beim "Blechduell" in Pfullendorf war und den Seepark als außergewöhnliche Location lobte. Und auch die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. "Hier geht alles unkompliziert, das ist nicht überall so."

Völlig unkompliziert waren auch die Schlagerfans im Seepark. Denn weder Sicherheitsdienst noch Polizei mussten eingreifen. Als Anheizer hatte der SWR "Papi's Pumpels" aus Stockach engagiert. "Wir sind Schlager" hieß ihre erste Live-CD, und das war auch im Seepark so. Von "Amarillo" ging es in "Die kleine Kneipe" und irgendwo trafen die Jungs dann auch "Amigo Charly". Viele Titel spielten sie nicht, aber dafür jeden so lange, bis auch die letzte Variante ausprobiert war und die Hände schon wund vom Mitklatschen wurden.

Für Altmeister Jürgen Drews war es dann kein Problem, die Fans "von Null auf 100 in drei Sekunden" zu bringen. Die Kornfelder sind zwar schon weitgehend abgeerntet in der Region, aber bei der Partystimmung hätte sich sowieso niemand in das seit Jahrzehnten besungene Bett im Kornfeld gelegt. Da wippte jedes Bein im Rhythmus mit und die Hände wogten im Schlagertakt über den Köpfen der Fans, die altersmäßig vom Baby bis zum betagten Senior reichten.

Im Seepark herrschte Partystimmung pur.
Im Seepark herrschte Partystimmung pur. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Seine ersten Auftritte überhaupt hatte Drews übrigens im Hotel "Hohenzollern" in Schleswig, kurz bevor er sein Medizinstudium begann. Das brach er dann zugunsten der Musik ab. Für den 71-Jährigen dürfte der Schlager die beste Medizin sein. Denn es ist keine Frage: Auch nach Jahrzehnten der Bühnenpräsenz versteht er es noch immer bestens, sein Publikum zu begeistern.

Dass er im kommenden Jahr mit Live-Band nach Pfullendorf kommen will "und euch dann zweieinhalb Stunden unterhält", wie er ankündigte, das wäre natürlich eine tolle Sache. Mal sehen, ob der SWR mitmacht. An Besuchern dürfte es bestimmt nicht mangeln. Die standen auch in der mit 19 Grad nicht gerade heißen Sommernacht dicht gedrängt, um zu jubeln und vor allem auch mitzusingen. Und oben auf der Bühne der Mann, der es einfach drauf hat, die Menschen in seinen Bann zu ziehen. Und er sang live. "Dafür hätten wir auch Eintritt bezahlt", stellten einige Fans fest. Doch das war nicht nötig. Die Gage bezahlte der SWR.

"Die Stimmung ist echt toll!"

Waltraud Herrmann aus Denkingen ist in einem besonders schrillen Outfit in den Seepark gekommen.

Sie sehen aus wie Cindy aus Marzahn.

Genau. Ich bin ein großer Fan von ihr und finde es schade, dass sie jetzt aufhört. Ich habe mir mal bei einer Veranstaltung einen Original-Cindy-Jogginganzug gekauft und den ziehe ich dann bei besonderen Anlässen an.

Und natürlich mit der passenden Frisur und dem richtigen Make-up. Ich gehe dann als "Zindy aus Pfullendorf" mit "Z".

 

Sind Sie ein Fan von Jürgen Drews?

Na klar. Sonst wäre ich ja nicht hier. Ich bin sogar einmal extra nach Mallorca geflogen, um ihn dort zu erleben. Natürlich als "Zindy". Das hat auch geklappt und ich habe sogar ein Foto, wo ich samt Perücke mit ihm drauf bin. Er ist echt ein ganz toller Typ.

 

Freuen Sie sich, dass er in Pfullendorf ist?

Auf jeden Fall. Das ist doch super. Und die Stimmung ist echt toll. Ich wurde auch schon angesprochen, ob ich die echte Cindy sei. Das freut mich natürlich. Heute habe ich auch meinen Fanclub "Zindy & Friends" mitgebracht. Wir wollen heute richtig feiern und Spaß haben. Und das gelingt ganz bestimmt.
 

Fragen: Karlheinz Fahlbusch