Der 64-jährige Karlheinz Fahlbusch ist zwar nicht in Pfullendorf geboren worden, aber in der Linzgaustadt aufgewachsen. Er sagt über seine Heimat: "Ich habe mich in die Stadt Pfullendorf verliebt." Und er hat ein Faible für alte Bücher mit Geschichten und Daten aus dem Ort. Vielleicht gab auch das Abschiedsgeschenk bei der Entlassung vom damaligen Progymnasium den Anstoß zu seinem Hobby. Damals erhielt er ein Buch über die Stadtgeschichte von Pfullendorf.

In seinem Arbeitszimmer stehen ohne viele Bücher. Eines Tages fand er auch eine Kiste mit alten Folianten. Beim Stöbern in den alten Büchern stieß er auf das Werk "Denkwürdigkeiten der Stadt Pfullendorf". Beim Blättern entdeckte er auf der Seite 401 ein Weihnachtslied mit insgesamt 22 Strophen. Der Refrain des Liedes lautete: "Der hochgelobte Tag, der nie erlag." Karlheinz Fahlbusch erzählt: "Die Melodie dazu habe ich leider nicht finden können." Er verrät: "Wir haben aber eine Lösung dafür gefunden, die bei der Aufführung des Films Pfullendorfer Stadtgeschichten zu hören sein wird." Weiter ins Details geht er aber nicht. Er selbst erklärt: "Ich bin kein Kenner der Pfullendorfer Stadtgeschichte. Doch die alten Geschichten und Fakten interessieren mich ungemein." Als nun der Regisseur Michael Schnurr auf ihn zukam und von ihm Ideen für die Stadtgeschichte erhoffte, kam Fahlbusch sofort dieses Weihnachtslied in den Sinn.

Im Februar hatten die offiziellen Dreharbeiten für die Stadtgeschichten aus Pfullendorf begonnen. Das historische Klassenzimmer im Bindhaus, dem Heimat- und Handwerksmuseum, war der erste Drehort. Als Darsteller agierten Karlheinz Fahlbusch sowie Pfarrer Martinho Dias Mértola. Hinter der Kamera standen Rainer Jörger, der auch für die Produktion zuständig zeichnete, sowie sein Kameraassistent Olaf Michel. Michael Schnurr fungierte als Autor und Regisseur. Hartmut Koblitz vom Museumsverein stellte die notwendigen Requisiten kurzfristig zur Verfügung.

Die Filmgeschichte für diesen Beitrag zu den Pfullendorfer Stadtgeschichten ist schnell erzählt. Karlheinz Fahlbusch, der sich selbst spielt, entdeckt in der Pfullendorfer Stadtchronik einen ungewöhnlichen Text. In Wirklichkeit handelt es sich um das unbekannte Weihnachtslied: "Der hochgelobte Tag, der nie erlag." Gedreht wurde nun die Szene, als Karlheinz Fahlbusch das Buch aus dem Regal nimmt, den Staub fortbläst und den Satz spricht: "Zu welcher Melodie das Lied von Pfarrer Maichle gesungen wurde, konnte ich leider nicht feststellen." Anschließend erfolgte der Kamera- und auch der zeitliche Schwenk zurück ins Jahr 1740 auf Pfarrer Martinho Dias Mértola, der im Talar mit Federkiel und Tinte den Text zu Papier brachte. Insgesamt wurden rund 30 Sekunden echte Drehzeit in 4-K-Qualität aufgenommen. Doch mit den Rüstzeiten und Proben dauerten die Dreharbeiten knappe drei Stunden.

Pfullendorfer Stadtgeschichten

Für die erste Veranstaltung "Pfullendorfer Stadtgeschichten" am Samstag, 21. Oktober, sind nur noch wenige Karten im Vorverkauf erhältlich. Aus diesem Grund wird eine zusätzliche Veranstaltung am Sonntag, 22. Oktober um 16 Uhr angeboten. Die Karten für diese Veranstaltung sind ebenfalls für 8 Euro im Vorverkauf bei der Tourist-Information, der Buchhandlung Linzgau und in der SÜDKURIER-Geschäftsstelle erhältlich. Der SÜDKURIER verloste für die Veranstaltung am 22. Oktober zwei Karten, die Rosemarie Schraut aus Pfullendorf gewonnen hat.