Das Problem kennen Chöre auf der Suche nach Dirigenten ebenso wie Turnvereine auf der Suche nach Übungsleitern: Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, fallen nicht vom Himmel und sind schwierig zu finden. Auch Fußballclubs sehen sich zunehmend mit dem Problem konfrontiert, dass es ihnen an Trainern mangelt. Doch ohne Trainer ist der Spielbetrieb nicht aufrechtzuerhalten.

Nachwuchsmannschaften trainieren

Umso erfreulicher, wenn sich Jugendliche bereit erklären, sich als Junior-Coach zu qualifizieren. Der Junior-Coach-Lehrgang unter dem Motto "Bring Zukunft ins Spiel" ist eine Aktion des Deutschen Fußballbunds (DFB) und des Südbadischen Fußballverbands (SBFV). Gedacht ist der Lehrgang als Einstieg in die lizensierte Trainertätigkeit. Er befähigt die Teilnehmer, Nachwuchsmannschaften in ihren Vereinen oder Schulen zu trainieren und Kindern den Spaß am Fußball zu vermitteln.

Es geht auch um Respekt, Toleranz und Disziplin

Das Staufer-Gymnasium mit dem Sportprofil unter der Leitung von Jochen Nagel hat erstmals als Projektpartner mitgewirkt und will dies auch weiterhin tun. "Wir sind froh, Kooperationsschulen wie das Staufer-Gymnasium zu finden, die uns unterstützen", sagte Johannes Restle vom SBFV. "Neben der fachlichen ist uns auch die soziale Komponente wichtig", erklärte er. Dazu gehören Werte wie Respekt, Toleranz, Disziplin, Fairness und Pflichtbewusstsein. Wer beim Junior-Coach Lehrgang auf den Geschmack gekommen ist, kann in den ersten beiden Sommerferienwochen gleich die C-Lizenz machen.

20 Jugendliche erhalten Zertifikat

Die Ausbildung zum DFB-Junior-Coach umfasste 40 Lerneinheiten in Theorie und Praxis und dauerte fünf Tage. Als Referent konnte Josef Hatzing, Co-Trainer beim SC Pfullendorf, gewonnen werden. Vergangenen Freitag erhielten 20 Jugendliche aus vier Vereinen ihre Zertifikate. "Ich kann mir vorstellen, die Bambini oder die B-Jugend zu trainieren", sagte Hannah Konrad. Die 17-jährige Schülerin ist Spielerin beim SV Denkingen.