Füchse sind zurzeit wieder im Pfullendorfer Ortsteil Denkingen unterwegs. Dies macht Ortsvorsteher Karl Abt daran fest, dass Schuhe verschwinden und an unerwarteten Stellen im Dorf wieder auftauchen. Im vergangenen Jahr füllten damals gefundene Schuhe eine ganze Bananenkiste. "Meist sind es einzelne Schuhe, die gefunden werden," sagte Abt in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Wahrscheinlich nutzt der Fuchsnachwuchs die Schuhe als Spielzeug.

Abgegeben werden können gefundene Schuhe direkt bei Karl Abt während seiner Sprechstunde oder sie können in eine Kiste geworfen werden, die sich im Keller des Denkinger Rathauses findet. Hier können die Schuhe auch wieder abgeholt werden. 2017 wurden die Fundschuhe ein halbes Jahres aufbewahrt, um den Besitzern eine Chance zu geben, diese noch abzuholen. Danach wurden sie entsorgt – einige haben in diesem Jahr auch noch als Zierde des Denkinger Narrenbaums gedient.

Möglicherweise handele es sich bei den Füchsen, die im Moment in Denkingen unterwegs sind, um ein Pärchen samt Nachwuchs. Zunächst seien drei- bis viermal im Bereich Malaien Schuhe verschwunden, dann im Kreuzäcker und schließlich beim Friedhof, schildert Abt.

Bisher waren die Füchse offensichtlich nur als Schuhdiebe aktiv. Dennoch will Abt vorbauen. Deshalb hat er bereits mit den zuständigen Förstern und Waldbesitzern Kontakt aufgenommen. Im Falle von Denkingen muss er sich nach Pfullendorf, Überlingen und Heiligenberg wenden – denn ein Revier gehört dem Haus der Fürstenberg. Bereits im vergangenen Jahr habe er den Kontakt zu den Jägern gesucht. Doch auch dieses Jahr seien Füchse in den Wohnstraßen Denkingens aufgetaucht. Keine Bestätigung habe es bisher für die Vermutung gegeben, dass die Raubtiere im Ort unterwegs seien, weil jemand sie angefüttert habe, so Abt.

Die Förster und Jäger würden empfehlen, dringend darauf zu achten, den Füchsen keine Nahrung zu bieten. "Es sollte daher darauf verzichtet werden, offene Komposthaufen mit Essensabfällen, offenes Hunde- und Katzenfutter sowie Abfälle aller Art außerhalb der Häuser zu lagern. Auch sollten Schuhe nicht außerhalb des Hauses abgestellt werden. Hierdurch kann verhindert werden, dass Füchse sich in der Ortslage 'heimisch' fühlen," so Abt.

Um einem möglichen Wachstum der Fuchspopulation zu begegnen, hat die Ortsverwaltung mit den Waldbesitzern verabredet, dass die für die einzelnen Reviere zuständigen Jäger im Anschluss an die Schonzeit verstärkte Jagd auf die Vierbeiner machen. Innerhalb der Schonzeit im Sommer ist die Jagd auf Füchse verboten. "Im Bereich der Ortslage Denkingen ist dies im Übrigen auch ganzjährig nicht erlaubt," so Abt. Werde ein Nahrungsangebot vermieden und die Jagd verstärkt, so hofft der Ortsvorsteher, werde es künftig keine Füchse mehr im Ort geben.