Der Sozialverband VdK, Ortsgruppe Pfullendorf, hat sich für die nähere Zukunft viele neue Ziele gesteckt. Auch einige neue Projekte sind bereits ins Laufen gekommen. Da wären zum Beispiel die Soziallotsen zu nennen. Diese Einrichtung hatte im Januar des vergangenen Jahres mit zehn Soziallotsen ihren Beginn erlebt. Momentan können nur acht Mitglieder ihre Aufgabe ausführen. Deshalb sind neue Helfer immer willkommen. Diese Gruppe steht allen Hilfesuchenden zur Seite und hat immer ein offenes Ohr für deren Probleme – natürlich vertraulich.

Bis vor kurzem befand sich die Anlaufstelle im Technologie- und Innovationszentrum (TIP). Allerdings musste der VdK die Räume nun verlassen. Ein neuer Treff im ehemaligen Geschäftshaus der Firma „Nipp“ wird im Augenblick zusammen mit dem Bürgerhilfeverein eingerichtet. Die Einweihung ist für den 10. April geplant. Hier könnte dann unter anderem einmal im Monat ein Termin für die Rechtsberatung abgehalten werden. Aber auch andere Beratungsstunden, der „Rolli-Treff“ sowie die Anlaufstelle für die Soziallotsen sind bereits in der Planung. Des Weiteren sind Vorträge, Treffs und Veranstaltungen vorgesehen. Auch die Einrichtung einer Wohnberatungsstelle ist in der Warteschlaufe. Dazu bietet der große Raum im Erdgeschoss weitere Begegnungsmöglichkeiten. Die Stadt Pfullendorf hat die Übernahme der Mietkosten bereits zugesagt, so dass die Mieter nur noch die Kosten für Strom, Telefon und Internet zu tragen haben. Eine komplett eingerichtete Küche erhielten die Mieter auch schon gespendet.

Zukünftig wollen die Soziallotsen auf ihr Wirken mit Flyern hinweisen, die dann bei den Ärzten ausgelegt werden sollen. Auch wollen sie bei besonderen Schicksalen bei Betroffen telefonisch nachfragen und Hilfe anbieten. Geplant ist auch die Einrichtung einer Telefonnummer mit Sprachbox, sowie Hausbesuche. Sybille Kayser, die im Ortsverband die Arbeit der Soziallotsen koordiniert, nimmt auch gerne noch weitere Helfer in ihren Kreis auf. Dabei betonte sie, dass dafür eine VdK-Mitgliedschaft nicht notwendig ist.

Zudem soll der Vorstand des Vereins um die Posten Integrations-, Sozial- und ULA-Beauftragter erweitert werden. Im letzteren Fall geht es um die Suchtberatung wie Alkohol- und Medikamentenmissbrauch, Spielsucht oder Essstörungen. Die Zielgruppe bilden hier in erster Linie Menschen ab 60 Lebensjahren. Der Vorsitzende Karlheinz Fahlbusch verwies darauf, dass solche VdK-Einrichtungen in unserem Bundesland noch sehr selten sind.

Wie der Vorsitzende in seinem Bericht ausführte, hat sich auch die Anzahl der Mitglieder deutlich erhöht. Von 203 im vergangenen Jahr stieg die Mitgliederzahl auf den aktuellen Stand von 217 an. Auch lobte er die guten Teilnehmerzahlen, sei es an den monatlichen Stammtischen und Kaffeenachmittagen oder auch bei Talkrunden. Themen wie häusliche Gewalt, Mehrgenerationenwohnen oder Menschen mit Behinderungen waren hierbei interessante Themen. Bei den Wahlen konnten wieder sämtliche Stellen mit den bisherigen Amtsinhabern ausgefüllt werden. Einzig die Position der Schriftführerin wurde mit Theresia Schweizer neu besetzt.


Der VdK-Ortsverband

Gründungsjahr: 1947; Anzahl der Mitglieder: 217.

Besonders kümmert sich der VdK um Rentner, Behinderte, chronisch Kranke und um Hilfsbedürftige.

Ansprechpartner: Karlheinz Fahlbusch, Telefon 0 75 52/93 67 240.

„Sie kommen leider erst, wenn sie ein Problem haben“

Der Pfullendorfer Karl Hermann verlor 1965 ein Bein, absolvierte eine Lehre zum Groß- und Einzelhandelskaufmann. Der Rentner ist seit seit 40 Jahren beim VdK.
Der Pfullendorfer Karl Hermann verlor 1965 ein Bein, absolvierte eine Lehre zum Groß- und Einzelhandelskaufmann. Der Rentner ist seit seit 40 Jahren beim VdK.Hat Ihnen der VdK bisher eine Hilfestellung bieten können?

Zum einen half mir der Verein dabei, einen Schwerbehindertenausweis zu erhalten. Zum anderen half mir der VdK auch, einen Antrag auf Kostenerstattung für ein behindertengerechtes Fahrzeug zu stellen.

Sie waren aber zu diesem Zeitpunkt noch kein Mitglied?

Nein, da war ich ja erst 17 Jahre alt. Trotzdem hat mir der VdK geholfen. Dann habe ich in Herdwangen mitgeholfen. Ich war bis zur Fusion mit Pfullendorf „Mädchen für alles“. Bis zum Vorstandsposten, den ich zehn Jahre lang ausfüllte, habe ich alles gemacht. Und nach der Fusion habe ich mehr als fünf Jahre lang den Vorstand für die Sektion Herdwangen übernommen.

Wie sehen Sie den VdK heute?

Der VdK hat so viele Mitglieder. Aber leider kommen sie erst dann, wenn sie ein Problem haben.