Der Gesangverein ist nicht der einzige Verein, der neue Mitglieder sucht. Daher drehen der Vorsitzende Manfred Heppeler und seine rund 45 Mitstreiter an verschiedenen Stellschrauben, um neue Mitsängerinnen und besonders Mitsänger zu gewinnen. In erster Linie möchte man mit einem breit gefächerten Repertoire punkten, egal ob Klassik oder Pop.

Da blättert Notenwart Wolfgang Palt schon mal gespannt durch das neue Notenheft zu einem Beatles-Medley. Und mit dem Titel "Abendlied" wurde am jüngsten Probenabend ein neues klassisches Lied einstudiert. Genauso werden Lieder mit deutschen und englischen Texten gesungen. Neuerdings sind auch zwei lettische Stücke im Repertoire.

Anfänger müssen nicht Noten lesen können

Manfred Heppeler, Pfullendorf: "Das Miteinander und der Klang aus allen Stimmen beeindrucken mich am meisten. Die Auftritte sind für uns das Salz in der Suppe."
Manfred Heppeler, Pfullendorf: "Das Miteinander und der Klang aus allen Stimmen beeindrucken mich am meisten. Die Auftritte sind für uns das Salz in der Suppe." | Bild: Robert Reschke

"Noten lesen können muss nicht unbedingt sein", meint Manfred Heppeler, um damit auch Anfängern den Einstieg schmackhaft zu machen. "Die Einsteiger setzen wir einfach zwischen zwei Könner, dann klappt das schon." Am dringendsten seien Männerstimmen gesucht, aber natürlich seien auch alle Frauenstimmen willkommen. "Ideal wäre es, wenn eine ganze Gruppe zusammen dazustoßen würde, denn diese bleibt uns erfahrungsgemäß dauerhaft erhalten", erklärt der Notenwart.

Probenwochenende im Oktober geplant

Walter Palt, Pfullendorf: "Mir gefällt einfach das Singen, denn ich habe schon in jungen Jahren gesungen. Am besten finde ich das mehrstimmige Singen."
Walter Palt, Pfullendorf: "Mir gefällt einfach das Singen, denn ich habe schon in jungen Jahren gesungen. Am besten finde ich das mehrstimmige Singen." | Bild: Robert Reschke

Aber auch Sänger, die nur befristet einsteigen wollen, sind gern gesehen. So eine Befristung könnte dann zum Beispiel für das Jahreskonzert am 24. November in der Stadthalle gelten. Und manchmal sind aus solchen befristeten "Aushelfern" schon treue Aktive geworden. Im Oktober plant der Verein ein zusätzliches Probenwochenende. Hier sollen die Lieder besonders intensiv einstudiert werden.

Dörthe Maisenbacher, Pfullendorf: "Es fasziniert mich zu erleben, wie ein gemeinsames Lied und letztendlich ein voller schöner Klang entsteht. Zudem sind wir eine richtig fröhliche Gemeinschaft."
Dörthe Maisenbacher, Pfullendorf: "Es fasziniert mich zu erleben, wie ein gemeinsames Lied und letztendlich ein voller schöner Klang entsteht. Zudem sind wir eine richtig fröhliche Gemeinschaft." | Bild: Robert Reschke

Bei den Proben starten die Sänger zunächst mit einigen Atem- und Lockerungsübungen. Danach ist es Brauch, den Jubilaren einen Liedwunsch zu erfüllen. Und so berührte bei der jüngsten Probe der mehrstimmige Titel "So weit, weit weg" die Herzen der Sänger.

Seit dem vergangenen Jahr leitet Baiba Urka die Proben des Gesangvereins Pfullendorf.
Seit dem vergangenen Jahr leitet Baiba Urka die Proben des Gesangvereins Pfullendorf. | Bild: Robert Reschke

Dann allerdings geht es ans Eingemachte. Neue Lieder, wie der lettische Titel "Vindo" und das "Abendlied", werden einstudiert. Baiba Urka, die lettische Wurzeln hat, setzt sich ans Klavier. Schritt für Schritt werden die einzelnen Stimmen von Alt über Sopran bis Bass und Tenor akribisch eingestimmt. Dass das Singen auch fit hält, beweisen die einstudierten Schrittfolgen, die ebenso genau stimmen müssen. Passt alles, wird anschließend das Stück mit allen Stimmen im Stehen gesungen.

Ulrike Maier, Pfullendorf: "Wenn wir miteinander ein Lied erarbeiten und mit allen Sänger-innen und Sändern zusammen ein Stück entsteht, ist sdas chon beeindruckend. Ein gemeinsames Ziel zu haben, wie zum Beispiel unser Konzert, ist einfach schön."
Ulrike Maier, Pfullendorf: "Wenn wir miteinander ein Lied erarbeiten und mit allen Sänger-innen und Sändern zusammen ein Stück entsteht, ist sdas chon beeindruckend. Ein gemeinsames Ziel zu haben, wie zum Beispiel unser Konzert, ist einfach schön." | Bild: Robert Reschke

Die Musiker sind von ihrer neuen Chorleiterin begeistert. "Sie kann jede Stimme singen, legt dabei sehr hohen Wert auf die Details, sodass sich jeder in die Lieder hineinversetzen kann", meint der Vorsitzende. Einmal bittet die ausgebildete Sängerin beim Proben des lettischen Titels: "Deutlich den Text singen, auch wenn er für sie keinen Sinn ergibt." Dann aber heißt es auch: "Nicht so viel Text zeigen, sondern mehr Stimme – ihr müsst plötzlich Solisten sein." Und nach eineinhalbstündigem intensivem Proben geht mit einem gemütlichen Hock ein Probenabend zu Ende.

Geprobt wird immer mittwochs von 19.45 bis 21.15 Uhr im Musiksaal der Musikschule. Interessierte können sich an Manfred Heppeler wenden, Telefon 0 75 52/14 10.