Endlich mal wieder das, was man unter einem lauen Sommerabend versteht. Man könnte direkt den Abend im Garten genießen. Aber: In Pfullendorf tobt, nach Blasmusikprobe und Bikerdays und vor "Keep it Real" und Oktoberfest, der „Ballermann“. Pfullendorfer Party-Meilen-Sommerwochenenden – ein Grund, den Schallschutz seines Zuhauses zu verbessern, sich in der Apotheke mit einer Familienpackung Baldrian und gut sitzenden Ohrstöpseln einzudecken. Oder das Weite zu suchen. Für Ihre persönliche Kalkulation: „…per Gemeinderatsbeschluss sind Veranstaltungen auf dem Seeparkgelände auf maximal acht pro Jahr begrenzt.“ Maximal also 8 x 2 Tage = 16 Sommerabende futsch, weil fremdbeschallt. Oder 16 x 100 Euro für ein Doppelzimmer im Hotel mit Frühstück – Abendessen extra – irgendwo ganz weit weg. Oder kostengünstiger auf einer Alm. Dort gibt es nur Rindviecher, die moderat blöken und bimmeln.Wie mir letztes Jahr auf meine Meckeranfrage aus dem gleichen Grund mitgeteilt wurde, bewegen sich die Veranstaltungen im Seepark im Rahmen des Gesetzes, die Sperrstunde dafür beginne am Wochenende morgens um 5 Uhr! Und bis 3 Uhr bräuchte man per Gesetz eh keine Genehmigung.

Je nun! Aber mit welchem Recht erwartet man von mir, mich derart fremdbeschallen zu lassen? Zum Beispiel mit „Musik“ und Gebrülle derer, die sich Sänger nennen oder gar Künstler? Die sich nicht zu fein sind, Lieder mit respektlosen Texten unterster Kategorie zum besten zu geben? Die einem mit einer indiskutablen Lautstärke einen Schüttelfrost durch sämtliche Eingeweide jagen? Das Ganze verstärkt durch diverse Reflexionen, worunter man in diesem Fall „das Zurückwerfen von Wellen an einer Grenzfläche" zu verstehen und die kein Tontechniker in seinen Kopfhörern hat? Wann hat das eigentlich angefangen, dass lautes Getöse und Texte unterhalb der Gürtellinie bis weit nach Mitternacht auch hier in unserem Städtchen so normal geworden sind und von Andersdenkenden zwangsweise konsumiert werden müssen? Mir ist es wirklich wurscht, ob im Seepark Schifferklavier, Stubenmusik oder sonst was gespielt wird – jeder hat das Publikum, das er verdient. Aber geht’s nicht einfach mal einen Tick weniger aggressiv?