Der SÜDKURIER öffnete am Dienstag für seine Leser die Türen des Geberit-Werks in Pfullendorf. Die Karten für eine Werksführung durch die Produktionshallen und das Logistikzentrum des Großunternehmens waren Anfang April verlost worden. Das weckte das Interesse vieler SÜDKURIER-Leser aus der Region, 27 wurden ausgelost und konnten jetzt bei der Führung dabei sein.

Leser des SÜDKURIER erkunden die Produktions- und Lagerhallen von Geberit.
Leser des SÜDKURIER erkunden die Produktions- und Lagerhallen von Geberit. | Bild: Christl Eberlein

Bei einem zweistündigen Rundgang mit Erklärungen hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, die Arbeiten in den Produktionshallen aus nächster Nähe zu sehen und einen Blick in die „Welt von Geberit„ zu werfen. Mit dabei waren unter anderem Gertrud Martschini, Sebastian Hahn, Eberhard Krause und Gertrud und Klaus Bürkle.

„1000 Schritte legen wir zurück“

Pünktlich um 13.30 Uhr war es soweit, die Gewinnern der Verlosung trafen sich im Besucher- und Schulungszentrum auf dem Firmengelände. Schulungsreferent Alexander Staudacher wartete bereits auf die Gruppe, die er anschließend durch die Produktionshallen und das Logistikzentrum des Unternehmens mit dem blauen Quader begleitete. „Rund 1000 Schritte werden wir zurückgelegt haben, wenn wir wieder hier ankommen“, erklärte der Schulungsreferent. Doch zuvor bekamen die Besucher eine Einführung in die Entstehung, Entwicklung und Zielsetzung des Unternehmens.

Schulungsreferent Alexander Staudacher begleitete die Besuchergruppe des SÜDKURIER über das Firmengelände in Pfullendorf.
Schulungsreferent Alexander Staudacher begleitete die Besuchergruppe des SÜDKURIER über das Firmengelände in Pfullendorf. | Bild: Christl Eberlein

Geberit war nicht immer das, was es heute ist. Die Einführung gab Auskunft über den Gründer, Caspar Melchior Gebert, der 1870 mit seiner Bauspenglerei in Rapperswil in der Schweiz ganz klein begonnen hatte. Aufputzspülkästen waren damals die Innovation in den Badezimmern, wenn man überhaupt schon ein solches hatte.

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Aus dem kleinen Betrieb ist im Laufe der Zeit ein Unternehmen auf Weltklasseniveau geworden. Geberit fertigt heute Installations-, Rohrleitungs- und Badezimmersysteme. Bei Geberit ist also alles zu haben, was im Badezimmer hinter und vor der Wand benötigt wird. 1999 erfolgte der Börsengang, die Produktionsstätten sind mittlerweile nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern und in den USA angesiedelt.

Sieben Millionen Spülkästen pro Jahr

Die Zahlen, die das Unternehmen vorweisen kann, sind erstaunlich: 2,5 Milliarden Euro Jahresumsatz, 12 000 Mitarbeiter, 30 Produktionswerke, sieben Millionen produzierte Spülkästen im Jahr. „Das ist schon beeindruckend“, bemerkte SÜDKURIER-Leser Eberhard Krause. Und Gertrud Martschini war gespannt darauf, wie die Produktion in den Hallen nebenan ablaufen werde.

Gabelstapler haben in der Halle Vorfahrt

Ausgerüstet mit Kopfhörern, damit die Ausführungen von Alexander Staudacher trotz der vielen Geräusche in den Werkshallen zu verstehen waren, startete die Lesergruppe den Rundgang. „Zusammenbleiben, dem vorgegeben Pfad folgen – der ist teilweise mit gelben Fußspuren gekennzeichnet – und auf Gabelstapler achten, denn die haben Vorfahrt“, so lauten die Vorsichtsmaßnahmen für die Besuchergruppen.

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In der Produktionshalle ist viel in Bewegung. Kleine Teile fallen aus Maschinen in blaue und grüne Transportkisten, Roboterarme verrichten hinter transparenten Schutzwänden emsig ihre Arbeit und Mitarbeiter überwachen die Prozesse. Die Besucher sind ganz nah dran. „Das wollte ich schon lange einmal sehen“, sagte Eberhard Krause. Nur wenige Zentimeter entfernt flitzen Produktionsteile auf Laufbändern vorbei und die einzelnen Fertigungsschritte sind gut aus der Nähe zu beobachten. Wie ein Luftballon wird Kunststoff aufgeblasen und in Form gebracht. So entsteht die Grundform für einen neuen Unterputzspülkasten. Faszinierend zuzuschauen und leicht verständlich durch die Erklärungen des Schulungsreferenten.

Arbeitsschritte früher und heute

Unter anderem berichtete dieser über die Arbeitsschritte früher und heute und erklärte, was durch den Einsatz von Robotern angenehmer geworden ist. Fräsmaschinen, Bohrstationen und Schweißplätze säumen die Wege, die die Besuchergruppen durch die Produktionshallen passieren. Sogar über den Köpfen werden Teile auf kleinen Wagen durch die Hallen transportiert und weitere Teile schießen durch Rohrleitungen von Stockwerk zu Stockwerk in dem viergeschossigen Produktionsgebäude.

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Ebenso faszinierend wie die Produktionshallen ist auch das 60 000 Quadratmeter große Logistikzentrum. Eine riesige Übersichtstafel verschaffte den Besuchern zunächst einen groben Überblick über das vier Kilometer lange Gebäude mit seinen 50 Be- und Entladerampen. Zur Führung gehörte selbstverständlich die Besichtigung des Hochregallagers. Dort läuft alles voll automatisch.

Transparenter Abwasserturm

Zurück am Anfangspunkt bleibt noch Zeit für Fragen an den Schulungsreferenten und ein genauer Blick auf die ausgestellten Geberit-Produkten und den transparenten Abwasserturm. Dieser dient zu Schulungszwecken und zeigt die Abläufe von Spülungen und Abflussrohren, die sich normalerweise hinter Wänden befinden. „Der Abwasserturm ist das Highlight unserer Kundenschulungen“, sagte Alexander Staudacher abschließend.

Das sagen die SÜDKURIER-Leser

  • Eberhard Krause aus Meßkirch hatte sich eine Karte für „Der SÜDKURIER öffnet Türen“ bei Geberit gesichert. „Vor Kurzem bin ich mit meiner Frau am Werk in Pfullendorf vorbeigefahren und habe zu ihr gesagt, dass ich mir das gerne einmal anschauen würde“, erzählt er. Die Gelegenheit, als SÜDKURIER-Leser hinter die Kulissen zu blicken, kam ihm also gerade recht.
  • Gemeinsam mit ihrem Mann Klaus nahm auch Gertrud Bürkle aus Denkingen an der Werksführung bei Geberit teil. Bis 1989 hat sie selbst 20 Jahre lang bei Geberit gearbeitet und war gespannt auf die Veränderungen im Werk. „Es ist interessant mal wieder hier zu sein und zu sehen, wie es jetzt aussieht“, sagte sie. Die Büros seien noch immer an der gleichen Stelle, stellte Gertrud Bürkle erfreut fest. Und sogar alte Bekannte hat sie beim Rundgang getroffen.
  • Sebastian Hahn aus Stockach war von seinem Großvater zum „Der SÜDKURIER öffnet Türen“-Tag eingeladen worden. Der Abiturient interessierte sich sehr für die Produktionsstätten von Geberit in Pfullendorf und folgte aufmerksam den Ausführungen des Schulungsreferenten. „Die ganzen Abläufe und die modernen Arbeitsprozesse in der Produktion, die waren sehr spannend für mich“, sagte der junge Mann nach dem Werksrundgang.
  • Eigentlich nur wegen ihrem Mann dabei ist Gertrud Martschini aus Meßkirch. „Er hat mich überrascht und ich habe mir extra einen Tag Urlaub genommen. Das bereue ich überhaupt nicht“, berichtet sie am Ende der Veranstaltung. Die Führung sei wirklich interessant gewesen. Das habe sie erst gar nicht gedacht, sei im Nachhinein aber sehr begeistert, betonte sie.