In den vergangenen Tagen bekam das Ehepaar Michaela und Dieter Frick vom gleichnamigen Kartoffelhof in Kleinstadelhofen Besuch von einem Kamerateam. Rainer Jörger und Michael Schnurr waren dabei, als die Landwirte ihre Ernte einfuhren. Das hatte allerdings weniger mit der Erntedankzeit zu tun, als vielmehr mit der nächsten Ausgabe der Pfullendorfer Stadtgeschichten. Nach dem erfolgreichen Auftakt 2015 werden die beiden Filmemacher im nächsten Jahr eine neue Auflage ihrer Show in Pfullendorf im Auftrag der Stadt auf die Bühne bringen, die wieder vom SÜDKURIER als Medienpartner präsentiert wird. Bei der Premiere der Stadtgeschichten im vergangenen Jahr war die Stadthalle zwei Mal ausverkauft. Dabei stehen besondere Geschichten und besondere Menschen aus Pfullendorf und den Ortsteilen im Mittelpunkt. Was die beiden genau mit Familie Frick und ihren Kartoffeln vorhaben, verraten sie noch nicht. Aber Michael Schnurr sagt: „Wir waren selbst überrascht, wie vielseitig Kartoffeln verwendet werden können, das werden wir den Pfullendorfern im Herbst nächstes Jahr zeigen.“

Am vergangenen Wochenende wurde offiziell das Erntedankfest gefeiert und in vielen Kirchen die Früchte der Felder geweiht. Aber für einige Bauern geht die Ernte weiter. So stehen auf etlichen Äckern noch der Mais und auf vielen Wiesen kann ein dritter Schnitt eingebracht werden. Für Familie Frick vom gleichnamigen Kartoffelhof in Kleinstadelhofen dauert die Ernte noch einige Tage, bis alle Knollenfrüchte aufgesammelt sind. Vor 30 Jahren haben Fricks ihren Milchviehbetrieb aufgegeben, bauen noch Getreide und Raps an, aber haben sich auf den Kartoffelanbau spezialisiert und bepflanzen jährlich zwischen 28 und 30 Hektar mit der Knollenfrucht.

In früherer Zeit wurden viele Helfer benötigt, um die Kartoffeln aufzusammeln und in Säcke abzufüllen. Heute erspart ein riesiger Vollernter den Menschen die mühsame Buckelarbeit auf der Erde, wobei auf der Maschine selbstredend noch fleißige Helfer zum Aussortieren benötigt werden. Paula Cirpatorea, Michaela Frick und Margit Scheike durften sich nun über den Besuch von Rainer Jörger und Michael Schnurr freuen, die mit der Kamera die Arbeit auf dem Kartoffelfeld festhielten.

„In diesem Jahr ernten wir allerdings weniger von den Äckern, denn das nasse und kalte Frühjahr war für das Saatgut nicht gut“, erzählt Michaela Frick im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Insgesamt pflanzen die Fricks ein Dutzend Kartoffelsorten an, darunter so altbekannte wie „Sieglinde“. In guten beziehungsweise normalen Jahren beträgt der Ertrag bis zu 35 Tonnen je Hektar, ergänzt Ehemann Dieter. Für die Helfer bedeutet das allerdings nicht weniger Sortierarbeit wie Paula Cirpatorea berichtet. Die sympathische Frau aus Rumänien gehört seit sieben Jahren zum Helferteam auf dem Hof Frick und freut sich jedes Mal auf das Wiedersehen, und wenn es nach den Fricks geht, dann wird Paula Cirpatorea noch viele Jahre nach Kleinstadelhofen kommen. Durch die Direktvermarktung im Hofladen und den Verkauf auf vielen Wochenmärkten werden die vielen Tonnen Kartoffeln an den Verbraucher gebracht und mit Sohn Patrick steht auch ein Hofnachfolger bereit, der derzeit die Landwirtschaftsschule besucht. Nach Meinung von Dieter Frick wird sich allerdings der Strukturwandel in der Landwirtschaft fortsetzen.

Stadtgeschichten

Bei der Premiere der „Pfullendorfer Stadtgeschichten“ im Jahr 2015 war die Stadthalle zwei Mal ausverkauft. Die Wiederauflage ist für Herbst 2017 vorgesehen und zwar nach Angaben von Hauptamtsleiter Hans-Jürgen Rupp an dem vorletzten Oktoberwochenende. Bei der Veranstaltung werden nicht nur die Filme präsentiert, mitsamt den tollen Luftaufnahmen, sondern Gruppen, Teilnehmer oder Zeitzeugen erzählen dem Publikum ihre Geschichte. Beim traditionellen Neujahrsempfang im Januar 2017 wird es einen „Trailer“ geben, um den Besuchern schon mal Lust auf die Stadtgeschichen zu machen. (siv)