Ortsvorsteher für eine Generation

Rund 1260 Einwohner hat Aach-Linz als größter Ortsteil von Pfullendorf, und seit 20 Jahren hat Emil Gabele als Ortsvorsteher die Geschicke des Teilortes mitbestimmt. In der Kommunalpolitik mischt der agile Pensionär, der vor Kurzem seinen 65. Geburtstag feierte, sage und schreibe seit vier Jahrzehnten in seiner Heimatgemeinde mit. Vor 40 Jahren wurde er als 25-Jähriger erstmals in den Ortschaftsrat gewählt, dem er seit acht Amtsperioden angehört.

Und vor zwei Jahrzehnten wählte der Ortschaftsrat Gabele zum Nachfolger des langjährigen Ortsvorstehers Hans Fitz. „Ich war lange Zeit der Jüngste im Gremium“, erinnert sich Emil Gabele im SÜDKURIER-Gesopräch an den Beginn seines kommunalpolitischen Wirkens. Dass es so viele Jahrzehnte dauern würde, hätte er damals nicht gedacht, zumal er seit 20 Jahren die Interessen von Aach-Linz auch als Stadtrat vertritt.

„Aach-Linz hat sich gut entwickelt“

Zufrieden bilanziert der scheidende Ortsvorsteher im SÜDKURIER-Gespräch seine Amtszeit. Man habe für Aach-Linz viel erreicht, bezeichnet er die Schlossgartenhalle, den Erhalt des Schulstandortes, die Ansiedlung von Gewerbebetrieben und die Ausweisung von Baugebieten als Höhepunkte. Nicht zu vergessen das Sportgelände und stolz ist Gabele, dass viele junge Aach-Linzer in ihrer Heimatgemeinde bleiben wollen. „Deshalb ist die Ausweisung von Baugebieten so wichtig“, hofft er, dass die Erschließung des neuen Baugebietes „Alpenblick II“ möglichst schnell vorankommt.

„Ortskern blutet nicht aus“

Stolz ist der umtriebige Macher, der im Stadtrat mit Überzeugung und Hartnäckigkeit, die Belange von Aach-Linz vertritt, dass es gelungen ist, den Ortskern von Aach wieder mit Leben zu erfüllen. Dort füllt sich gerade das Baugebiet „Birkenösch“, dazu errichtet ein Investor einen Wohnkomplex und die Gaststätte „Löwen“ wird wieder ihre Türen öffnen. „In zwei Jahren wird der Ortskern völlig anders ausschauen“, ist Gabele überzeugt. Stolz ist er auf die Dorfgemeinschaft, die besonders vom Vereinsengagement getragen wird. Diese Zusammengehörigkeit wurde nach seiner Überzeugung durch die Gründung der Vereinsgemeinschaft gefördert, die den Betrieb der Schlossgartenhalle in Eigenregie managt, was regelmäßige Treffen und Absprachen der Verantwortlichen erfordert.

Konstruktives Miteinander

Ein gutes und konstruktives Miteinander konstatiert er auch für die Arbeitsatmosphäre im Ortschaftsrat, denn in diesem Gremium sei die Zugehörigkeit zu einer Partei absolut nebensächlich. Nicht einstimmen kann Emil Gabele in das Wehklagen über Politikverdrossenheit. So zählten Freie Wähler und CDU bei ihren jeweiligen Kandidatenvorstellungen in Aach-Linz jeweils 80 Besucher, darunter viele junge Leute. „Das hat mich besonders gefreut. Diese Jugendlichen, die sich für Kommunalpolitik interessieren, können dann später Verantwortung übernehmen.“

Nachfolger für den „Stimmenkönig“ gesucht

„Die Arbeit hat Spaß gemacht, besonders der Kontakt mit den Menschen“, blickt Emil Gabele schon mit etwas Wehmut dem bevorstehenden Abschied aus der Kommunalpolitik entgegen, aber jetzt sei die Zeit gekommen, um Jüngeren den Platz zu überlassen und die Verantwortung abzugeben. Bis dahin wird er weiter seine wöchentliche Sprechstunde im Rathaus anbieten, seinen Mitbürgern mit Rat und Tat zur Seite stehen und nach dem Wahlsonntag schauen, wer ihm, dem oftmaligen „Stimmenkönig“, in seinen Ämtern nachfolgen wird.