Schwungvolle, fröhliche Klänge der Swiss-German-Dixie-Corporation eröffneten die Ausstellung in der Galerie „Alter Löwen“ in Pfullendorf mit Arbeiten von Kurt Lauer. Dieser ist Maler und Zeichner sowie Jazz-Musiker – und davon durften die zahlreichen Vernissage-Gäste einen umfassenden Eindruck gewinnen. Es ist nun das vierte Mal, dass Lauer mit seinen Arbeiten in der Stauferstadt zu Gast ist. Bereits im Jahr 1977 zeigte er im Kundeninformationszentrum von Geberit zum ersten Mal seine bunte Fantasiewelt.

Die Band Swiss-German-Dixie-Corporation spielte zum Auftakt der Vernissage und verbreitet gleich gute Laune (von links): Kurt Lauer, Walter Focke, Roland Wohlhüter und Otto Bauknecht.
Die Band Swiss-German-Dixie-Corporation spielte zum Auftakt der Vernissage und verbreitet gleich gute Laune (von links): Kurt Lauer, Walter Focke, Roland Wohlhüter und Otto Bauknecht. | Bild: Isabell Michelberger

„Es gibt sie doch noch – die Kunstausstellungen in Pfullendorf“, bemerkte Bürgermeister Thomas Kugler bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste in der Galerie erfreut und spielte dabei auf die dreijährige Aktionspause ab 2015 an. Im vergangenen Jahr starteten die Ausstellungen wieder mit den Kinderbildern von Ali Mitgutsch. Manche Bilder Kurt Lauers zeigen eine gewisse Ähnlichkeit zu den Wimmelbildern von Ali Mitgutsch: Sie sind fröhlich bunt und strotzen vor Detailreichtum.

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Allein beim Blick auf einen kleinen Ausschnitt von etwa 200 Quadratzentimetern lassen sich eng belebte, fantasievolle Welten entdecken, die Science-Fiction-, Fantasy- und surrealistische Elemente aufgreifen. Es sind jedoch auch fast monochrome Bilder zu sehen, deren Farbintensität den Betrachter in den Bann zieht wie ein schwarzer Kreis, dessen Rand hell leuchtet. Fast scheint es eine Sonnenfinsternis zu sein. In einigen Zeichnungen führen Schriftzeichen aus verschiedenen Kulturen oder Ziffern ein Eigenleben. Insgesamt sind 150 Arbeiten des Künstlers über drei Etagen hinweg zu bestaunen.

Galerieleitern Hermin Reiter (links) zeigte eine ganz frühes Werk von Kurt Lauer aus dem Jahr 1959, das seiner Großmutter erst einmal gar nicht gefiel. Sie hat sich aber daran gewöhnt, erzählt Kurt Lauer.
Galerieleitern Hermin Reiter (links) zeigte eine ganz frühes Werk von Kurt Lauer aus dem Jahr 1959, das seiner Großmutter erst einmal gar nicht gefiel. Sie hat sich aber daran gewöhnt, erzählt Kurt Lauer. | Bild: Isabell Michelberger

Kurt Lauer wurde 1945 in Radolfzell geboren und lebt seit Jahrzehnten in der Schweiz, was in seiner Sprachmelodie deutlich und auch sympathisch anklingt. Galerie-Leiterin Hermine Reiter entlockte ihm im Gespräch zu seinem künstlerischen Werdegang einige amüsante Anekdoten. Er male, seit er laufen könne, erfuhren die Vernissage-Gäste.

Schon mit 13 Jahren in einer Galerie vorgesprochen

Im Alter von 13 Jahren habe er seine Bilder in eine Mappe gepackt und bei einer Galerie vorgesprochen, damit diese sie verkaufe. Da habe ihn der Galerist freundlich angeschaut und gesagt: „Büeble, lern erscht mol ebbes.“ Das habe er dann gemacht. Auch der ehemalige Pfullendorfer Bürgermeister Ruck habe im Jahr 1977 mit seinen Bildern nicht viel anfangen können. Doch wies er ihn an die Firma Geberit weiter, die bereits damals Kunst förderte und ihm Ausstellungsfläche bot.

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„Du wirst auch als Kolumbus der Malerei bezeichnet“, wandte sich Hermine Reiter an Kurt Lauer. „Ja, jedes Bild bedeutet: steuern in eine unbekannte Welt“, erklärte er. „Es ist für mich ein spannender Moment vom Anfang bis zum Ende“, beschrieb er sein Malen.

Exponate aller Schaffensphasen

Die Galerie-Leiterin regt die Besucher dazu an, die Bilder zu lesen und zu entdecken. „Lassen Sie sich beim Sehen darauf ein“, ermunterte sie. In der Galerie sind Exponate aller Schaffensphasen zu sehen, da gibt es die Fantasie-Universen, Zeichnungen, Karikaturen, Reliefs und auch „Spezialartikel“. Darunter befinden sich Schuhe, Krawatten, Tücher, Uhren und Gläser, die Kurt Lauer malerisch gestaltete. Sie sind auch im Museumsshop zu erwerben.

Ein kleiner Ausschnitt aus einem größeren Gemälde, welches zahlreiche Fantasie-Figuren bevölkern.
Ein kleiner Ausschnitt aus einem größeren Gemälde, welches zahlreiche Fantasie-Figuren bevölkern. | Bild: Isabell Michelberger

Dass er ebenso viel Vergnügen an der Musik wie an der Kunst hat, durfte das Publikum mit dem Mini-Konzert der Swiss-German-Dixie-Corporation zur Vernissage erleben. In dieser Band spielt Kurt Lauer sowohl Klarinette als auch Saxofon. Mit dabei waren in der Galerie der Pfullendorfer Walter Focke (Banjo), der Markdorfer Roland Wohlhüter (Trompete) und Otto Bauknecht aus Tettnang. Die Band ist sogar Ehrenbürger der Stadt New Orleans. Dass sie in Pfullendorf gut ankamen, war an den vielen wippenden Füßen abzulesen und am kräftigen Applaus.