Für den Betrieb der „Räuberbahn“ auf der 27 Kilometer langen Strecke Pfullendorf-Altshausen erhält die Stadt aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) exakt 176 791 Euro. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner informierte die beiden CDU-Bundestagsabgeordneten Lothar Riebsamen und Thomas Bareiß über die Förderung. Das Geld ist vornehmlich für die Planung, den Aufbau und den Start des Fahrbetriebes einer genossenschaftlich organisierten Bürgerbahn zwischen Pfullendorf, Ostrach und Altshausen gedacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Zuschuss für ein bundesweit einmaliges Projekt

Die Einführung von Erlebnis-Zugbegleitern sowie die Verbesserung der Infrastruktur auf der letzten Meile waren ebenfalls Bestandteile des Projektantrags. Auf Anfrage des SÜDKURIER bestätigten Wirtschaftsförderer Bernd Mathieu und Eisenbahnbetriebsleiter Frank von Meißner, dass man dieses neue Förderprogramm entdeckte und für die „Räuberbahn“ ein bislang deutschlandweit einmaliges Versuchsprojekt starten will.

Inbetriebnahme frühestens Ende 2022

„Wir wollen die Bahn auch im Winterhalbjahr betreiben“, sagt Bahnexperte von Meißen und wolle dazu eine ähnliche Struktur wie beim „Bürgerbus“ schaffen. Gesucht werden also ehrenamtliche Fahrer, die statt eines Busses ihren Lokomotivführertraum leben können. Die Interessenten werden dann ausgebildet, wobei bis zur Umsetzung des Projekts noch zahlreiche Hürden zu nehmen sind. „Wenn alles klappt, könnte der Betrieb im dritten oder vierten Quartal 2022 laufen“, erläutert Wirtschaftsförderer Mathieu. Man habe auch ausreichend Zeit, weil das Förderprogramm „Land mobil“ auf drei Jahre angelegt ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Vorhaben mit potenziellem Vorbildcharakter

Die Bundestagsabgeordneten sind überzeugt, dass mit dem Zuschuss ein maßgeblicher Schritt mit potenziellem Vorbildcharakter zur zukunftsfähigen Weiterentwicklung der Eisenbahnstrecke angestoßen werden kann. Gerade im ländlichen Raum komme es auf vermeintlich kleinere Strecken wie die Räuberbahn an, ist der parlamantarische Staatssekretär Thomas Bareiß überzeugt, dass man wieder über einen leistungsfähigen Personen- und Güterverkehr vor Ort verfüge. „Zudem trägt die Räuberbahn maßgeblich zum Wiedererkennungswert der Heimat bei und sorgt damit für ein breites Freizeitangebot und die touristische Attraktivität der Raumschaft“, erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete.

Region wird an Bahnverbindung angebunden

„Das ist ein wichtiger Schritt für die Anbindung der Region und damit die Förderung nachhaltiger Mobilität“, ergänzt sein Parteikollege und Abgeordnete des Bodenseekreises Lothar Riebsamen. Die Elektrifizierung der Südbahn und die dann denkbaren Fahrplanverbesserungen von Aulendorf in Richtung Ulm, Stuttgart und Würzburg haben nach seiner Überzeugung mit neuen, kürzeren Verbindungen großes Potential. Hier könnte sich langfristig auch eine Tür zur Anbindung von Pfullendorf an diese wichtige Bahnstrecke öffnen.