Wegen des warmen und feuchten Wetters hat die Krötenwanderung an der Bergwaldstraße begonnen. Für die Hauptwanderzeit, die voraussichtlich sechs Wochen andauern dürfte, ist die Bergwaldstraße von der Stadt Pfullendorf gesperrt worden. Sollte die Wanderung der Amphibien schon früher beendet sein, dürfte auch die Sperrung dementsprechend früher aufgehoben werden.

Wie der Bund für Umweltschutz und Natur (BUND) aus Pfullendorf nun mitteilt, haben die Tiere sich seit dem 10. März massenhaft aus ihren Winterquartieren im Bergwald auf den Weg zum Baggersee (Heudachsee) begeben, wo sie sich paaren und ablaichen. Auf ihrer Wanderung müssen sie die Bergwaldstraße überqueren, wo viele von Autos überfahren würden. So bereits in diesem Jahr, deshalb müsse die Straße für einige Wochen gesperrt werden. Die Pfullendorfer Ortsgruppe des BUND appelliert an die Autofahrer, während dieser kurzen Zeit einen kleinen Umweg in Kauf zunehmen.

Es handele sich um eine außergewöhnlich große und schützenswerte Population von Amphibienarten: hauptsächlich Erdkröten, aber auch Grasfrösche, Molche und andere Arten, darunter die äußerst seltene Kreuzkröte, die europaweit geschützt ist, nach Bundesnaturschutzgesetz sogar als „streng geschützt“ deklariert wurde. Im Vorjahr seien über 2000 Amphibien gezählt worden, wobei natürlich mit wesentlich mehr zu rechnen sei, da die ehrenamtlichen Naturschützer zur Zählung nicht die ganze Nacht dort verbringen könnten.

Im vergangenen Frühjahr hatten die freiwilligen BUND-Helfer die Kröten zunächst jeden Abend von der Straße gesammelt und auf die andere Seite getragen, etwas später wurden dann auf beiden Seiten Krötenzäune aufgestellt. In hunderten von Arbeitsstunden sei so ein Großteil der Tiere gerettet worden. Es habe sich aber herauskristallisiert, dass eine solche Aktion wegen der hohen Belastung für die Ehrenamtlichen nicht zu wiederholen sei. So kam der BUND mit der Stadt Pfullendorf überein, ab 2018 während der Krötenhauptwanderzeit die Bergwaldstraße zu sperren – die Helfer seien lediglich mit der Kontrolle und Meldung an die Stadt beschäftigt. Auf diese Weise könnten auch die zurückwandernden Tiere ungehindert wieder ihre Reviere im Bergwald erreichen. Die Krötenmännchen würden sich nämlich nach der Paarung zügig auf den Rückweg machen, sodass eine Zeit lang parallele Wanderbewegungen in beide Richtungen zu beobachten seien.