Früher haben Gerti und Herbert Kallwey bei Geberit gearbeitet, inzwischen sind die beiden Rentner und widmen sich mit Hingabe ihrem Garten. Nähert man sich dem Haus in der Roßknechtsiedlung, in dem das Ehepaar seit 47 Jahren wohnt, sieht man schon aus einiger Entfernung den weißen Zaun im Landhaus-Stil. Dahinter liegt ein sehr gepflegter Vorgarten.

Den Metallstuhl und den Dekokranz hat Gerti Kallwey weiß gestrichen.
Den Metallstuhl und den Dekokranz hat Gerti Kallwey weiß gestrichen. | Bild: Kirsten Johanson

"Wir sind gerne draußen und verbringen so manche Stunde im Garten", erzählt Gerti Kallwey. Es ist offensichtlich, dass die beiden 81-jährigen Gartenbesitzer viel Zeit in ihr schmuckes Grundstück investieren. Kaum Klee, kein Löwenzahn oder sonstiges Beikraut verunziert die Rasenfläche, die Kanten sind sauber. "Das erledige ich von Hand mit der Gartenschere." Ihre 81 Jahre sieht man Gerti Kallwey nicht an. "Gartenarbeit ist mein Hobby und ich bastle gerne.

Ideen aus Zeitschriften

Ideen hole ich mir in Gartenzeitschriften, zum Beispiel habe ich mir die Deko mit den alten Fensterrahmen abgeschaut. Oder wir besuchen beim Tag der offenen Gartentür andere Gärten", erzählt sie. Dem nostalgischen Metallstuhl im Garten hat sie ebenso einen weißen Anstrich verpasst wie dem Deko-Kranz aus Ästen oder dem Vogelhäuschen.

"Herbst" heißt diese Skulptur, die keck aus dem Buchs hervorschaut.
"Herbst" heißt diese Skulptur, die keck aus dem Buchs hervorschaut. | Bild: Kirsten Johanson

Was die Arbeit rund ums Haus betrifft, nehmen sie und ihr Mann sich jedes Jahr vor, kürzerzutreten. "Doch wenn der Frühling kommt, bin ich nicht mehr zu halten", so die rüstige Seniorin. Zu den mehrjährigen Stauden in der Rabatte hinter dem Zaun setzt sie dann auch Einjährige, die Kübel werden mit frischen Geranien bestückt. "Ich kaufe vorwiegend in Gärtnereien, dort sind die Pflanzen kräftiger und die Auswahl ist größer." Schon früh am Morgen spaziert sie durch den Garten und schneidet verwelkte Blüten ab. "Gegossen wird meistens am Abend, wir sammeln Regenwasser in einer Tonne."

Hinter dem Gartenzaun blühen Calendula, Kokardenblumen, Rittersporn, Sedum und viele weitere Pflanzen.
Hinter dem Gartenzaun blühen Calendula, Kokardenblumen, Rittersporn, Sedum und viele weitere Pflanzen. | Bild: Kirsten Johanson

Im Laufe der Jahre wurde der Garten mit Blick auf das höhere Alter der Besitzer hier und da etwas reduziert. "Früher hatten wir eine Hecke anstelle des Zauns, aber so eine Hecke macht viel Arbeit. Der Zaun sieht aus wie Holz, aber er ist aus Kunststoff, so müssen wir ihn nicht streichen", erklärt die Seniorin. Verschwunden sind die Sträucher mit Stachel- und Johannisbeeren. Das ehemalige Erdbeerbeet wurde mit Rasen eingesät. "Bis auf ein paar Kräuter haben wir heute einen reinen Ziergarten."

Zwei silberne Dekokugeln leisten dem Formschnitt-Buchs Gesellschaft.
Zwei silberne Dekokugeln leisten dem Formschnitt-Buchs Gesellschaft. | Bild: Kirsten Johanson

Auch gab es mal drei Birken auf dem Grundstück, doch nach einem Blitzeinschlag wurden sie entfernt und nicht ersetzt. "Wir haben ja noch unseren Mirabellenbaum." Unter den Mirabellenbaum setzte Gerti Kallwey jedes Jahr einen Kranz aus Geranien. Weiße Geranien, denn weiße Pflanzen mag Gerti Kallwey am liebsten. Im Haus sind es Orchideen, im Garten weißer Lavendel, Phlox, Zauberschnee. Eröffnet wird das Gartenjahr mit der Blüte von Forsythie und Rhododendron. Tulpen wachsen keine bei den Kallweys, würden sie doch die Beete blockieren. "Nach dem Verblühen sieht das nicht schön aus!"

Eine Putte macht es sich neben der Bodendeckerrose "Crystal Fairy" bequem.
Eine Putte macht es sich neben der Bodendeckerrose "Crystal Fairy" bequem. | Bild: Kirsten Johanson

Neuestes Schmuckstück ist ein ovales Beet mit acht Bodendeckerrosen der Sorte "Crystal Fairy", allesamt weiß. "Meine Pflegekinder haben den Rasen weggestochen und jede Menge Erde aufgefüllt. Die Einfassung aus Kieselsteinen habe ich von Hand gelegt." Ihre mittlerweile 21 Jahre alten Pflegekinder gehen dem Ehepaar bei der Gartenarbeit immer wieder helfend zur Hand. Sei es, dass sie Efeu und Buchs schneiden oder den Grünabfall zum Recyclinghof bringen.

In diesem Vogelhäuschen haben Meisen gebrütet.
In diesem Vogelhäuschen haben Meisen gebrütet. | Bild: Kirsten Johanson

Die Geranien in den dunkelbraunen Krauttöpfen an der Hauswand sind ausnahmsweise nicht weiß, sondern pink. "Sonst würde das vor der weißen Hauswand nicht wirken!" Bunte Farbtupfer setzen außerdem Kokardenblumen, Scheinsonnenhut, Hortensien, Schmuckkörbchen, Rittersporn oder Ringelblumen. "Früher habe ich aus Ringelblumen ein Hautöl gemacht, einfach Calendula-Blüten abzupfen und mit gutem Olivenöl übergießen."

Bei diesem Exemplar zeigt sich klar, warum der Sonnenhut von vielen auch Igelkopf genannt wird.
Bei diesem Exemplar zeigt sich klar, warum der Sonnenhut von vielen auch Igelkopf genannt wird. | Bild: Kirsten Johanson

Bei aller Arbeit nehmen sich die Kallweys aber auch Zeit, ihren Garten zu genießen. Es gibt einen Wintergarten und verschiedene Sitzplätze. Herbert Kallwey spielt dann gerne Computerschach und seine Frau blättert in einem Gartenheft. "Ich wünsche mir schön immer einen weißen Pavillon", sagt sie.