Der Empfang war ein richtiger Höhepunkt des noch jungen Jahres. Stolz blickte Bürgermeister Kugler auf die Entwicklung der Stadt im vergangenen Jahr zurück und dem Rathauschef war und ist die Freude am arbeitsintensiven Amt anzumerken. Aber klar ist, dass die gesellschaftlichen Veränderungen nicht vor der Stadtmauer Halt machen. Ein Blick in die Besucherreihen machte ein Problem offensichtlich – die jüngere Generation glänzte, wie seit Jahren, überwiegend durch Abwesenheit und sicher haben nur wenige Neubürger den Weg in die Halle gefunden. Dabei verzeichnet die Stadt entgegen dem Trend im ländlichen Raum seit Jahren stetig steigende Einwohnerzahlen und der Bauboom ist ungebrochen. Dass die Kommune viele neue Bürger anlockt, ist sicher nicht nur den im Verhältnis zum Bodensee moderaten Baupreisen zu verdanken. Auch die vorbildhafte Infrastruktur bei Kindergärten und Schulen lockt junge Familien an und nicht zu vergessen, die vielen hundert Firmen, die Arbeitsplätze bieten. Wichtig ist auch das rege und vielfältige Vereinsleben, das dank des ehrenamtlichen Engagements vieler Menschen noch auf einem hohen Niveau gehalten wird. Diese Einschränkung ist notwendig, denn immer mehr Vereine leiden nicht nur unter rückläufigen Mitgliederzahlen, sondern auch unter nachlassendem Engagement. Und so war es mehr als die Würdigung einer Lebensleistung, Charlotte Zoller die goldene Ehrenmedaille zu verleihen, sondern auch ein wichtiges Signal, dass diese Gemeinschaft viel zu verlieren hat, wenn es immer weniger Menschen wie die Geehrte gibt, die sich für ihre Heimat einsetzen. Dank gebührt auch Stadtpfarrer Mertola, der mit klaren Worten, den Blick auf die weltweiten Probleme lenkte und mahnende Worte für unser politisches wie gesellschaftliches Handeln fand.