Eine Grundregel beim Fußball lautet, dass das Runde (sprich der Ball) ins Eckige (sprich das Tor) muss. Obwohl so ein Tor mit 7,32 Meter Länge und 2,44 Meter Höhe ziemlich groß erscheint, ist es manchmal ziemlich schwer, den kleinen Lederball dort reinzuballern, wie zuletzt die deutsche Nationaltruppe beim Weltmeisterschaftsvorbereitungskick gegen die Wüstensöhne Saudi-Arabiens demonstrierte. Beim traditionellen Kleinfeldturnier der Altherren-Truppe des SC Pfullendorf sollten natürlich viele, viele Tore fallen. Der Platz in der Geberit-Arena war bestens präpariert und im reaktivierten VIP-Zelt standen fleißige Helfer bereit, um für die notwendige Stärkung zu sorgen. Allein, der Wettergott spielte nicht mit und öffnete am Freitagabend für Stunden seine Schleusen, inklusive Blitz und Donner. Was macht man jetzt mit 70 bis 80 erwartungsfrohen AH-Kickern? Nicht zu vergessen, die schönen Preise, die dank großzügiger Sponsoren zur Verteilung bereitstanden? AH-Chef Thomas Mohr und seine Mitstreiter hatten schnell ne Lösung gefunden. Im VIP-Zelt ist ein Demonstrationsobjekt des Arena-Namensgebers zwecks Anschauung ausgestellt. Also. Einfach den Deckel inklusive Klobrille hochgeklappt, in zwei Meter Entfernung einen Punkt markiert und fertig ist der Toiletten-Fußballwettkampf. Es galt, das runde Spielgerät in der Kloschüssel zu versenken. Von jedem Team traten drei Schützen an, die je drei Schüsse hatten. Es gab viele Techniken zu bestaunen. Mit der Fußspitze wurde der Ball sanft angehoben und via Klo befördert. Mit Außenspann und Innenrist, mit Turnschuhen und barfuß. Allein, mancher verfehlte das Ziel total oder der Ball prallte vom Keramikteil ab. Das Gaudi-Turnier sorgte für beste Unterhaltung und die älteren Fußballexperten vergaben unter anderem Haltungsnoten für die Schützen. Die ersten Plätze belegten übrigens die Lokalmatadore des TSV Aach-Linz und des SC Pfullendorf. Zur Ehrenrettung der übrigen Teams sei verraten, dass von 156 Versuchen lediglich fünf Bälle in der Kloschüssel verblieben. Ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick erschien, war die Übung also nicht. Im Anschluss an die Siegerehrung folgte die dritte Halbzeit und das Wetter wurde besser. Sehnsuchtsvoll blickten die Kicker auf den Rasen und fachsimpelten, wer denn dort unten gewonnen hätte.

siegfried.volk@suedkurier.de