Pfullendorf – Keine Privilegien gibt es in der Staufer-Kaserne, wenn die Zimmer verteilt werden. Das trifft auch für die 144 Zimmer in den beiden neuen Unterkunftsgebäuden zu, die vergangene Woche ihrer Bestimmung übergeben wurden. Deren Ausstattung entspreche dem Standard eines Mittelklasse-Hotels, wie es Reinhold Wismüller, Leitender Regierungsdirektor des Bundesamtes für Infrastruktur der Bundeswehr, beschreibt.

Die 144 neuen Zimmer würden wie auch die anderen Zimmer in den Unterkünften der Staufer-Kaserne zentral vergeben, schildert Oberstleutnant Heribert Pimpl in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER. Es werde dabei auch kein Unterschied gemacht, ob der Soldat den Rang eines Feldwebels oder den eines Generals habe, sagt der Kasernenkommandant. Bei der Vergabe der Unterkünfte werde aber darauf geachtet, dass die Teilnehmer, die gemeinsam einen der Lehrgänge in der Staufer-Kaserne absolvieren, auf einer Etage in den Unterkünften unterkommen können. So soll das soziale Miteinander gefördert werden. Nach den Angaben von Pimpl seien die Teilnehmer von Lehrgängen nur die Hälfte der Zeit in ihren Zimmern, die andere draußen im Gelände.

Der Eingang zur Staufer-Kaserne der Bundeswehr in Pfullendorf.
Der Eingang zur Staufer-Kaserne der Bundeswehr in Pfullendorf. | Bild: Thomas Warnack/Archiv

Der Kasernenkommandant geht davon aus, dass die Zimmer in den beiden Neubauten erst nach der Sommerpause, voraussichtlich im August, das erste Mal belegt werden. Nach der Übergabe der beiden Neubauten in der vergangenen Woche mussten die Einzelzimmer noch mit Betten und Schränken ausgestattet werden – das Mobiliar lagert bereits in der Staufer-Kaserne. Zur Ausstattung gehören ferner ein Kühlschrank und ein Fernseher. Und die Zimmer sind ans Glasfasernetz des Bundeswehrstandorts angeschlossen. Noch völlig fertiggestellt werden müssen der überdachte Fahrrad-Abstellplatz und der Aufenthaltsbereich im Freien. Auch eine Stiefel-Waschanlage wird sich hier finden, wie Frank Schmid, Vizechef des Staatliches Hochbauamtes Ulm bei der feierlichen Übergabe vergangene Woche sagte. Er sagte dabei, dass die neuen Unterkünfte in vielerlei Hinsicht mustergültig seien.

Die Einzelzimmer in den beiden neuen Gebäuden verfügen jeweils über eine innen liegende Nasszelle. Daneben gibt es in der Kaserne weitere Einzelzimmer, die aber keine eigene Nasszelle haben. Hier müssen sich zwei Soldaten eine teilen.

Eine Ausnahme gibt es bei der Vergabe von Zimmern in der Staufer-Kaserne: Soldaten, die hier ihren Grundwehrdienst leisten, werden weiter in Vierer-Stuben in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Das bleibe weiter ein Bestandteil der Ausbildung, beschreibt Pimpl.

Weiteren Investitionsbedarf sieht der Oberstleutnant in den kommenden fünf bis sieben Jahren. Weitere Unterkünfte müssten modernisiert werden. Zwei Millionen Euro seien dafür wohl nötig und müssten erst noch genehmigt werden. Gebaut wurden die neuen Unterkünfte auf Basis eines Minister-Erlasses, der Einzelzimmer mit integrierter Nasszelle vorschreibt. Dieser Erlass soll auch dazu dienen, die Bundeswehr als Arbeitgeber attraktiv zu machen. Dank der Investitionen von rund 22 Millionen Euro in den vergangenen fünf Jahren gehört die Staufer-Kaserne zu den modernsten Bundeswehrstandorten in Deutschland.

 

Training für Elitesoldaten

Das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf hat innerhalb der Bundeswehr die Funktion einer zentralen Einrichtung für die lehrgangsgebundene Ausbildung für Spezialkräfte. Ferner werden hier auch Elitesoldaten anderer Armeen ausgebildet. Im Schnitt absolvieren jährlich bis zu 700 Soldatinnen und Soldaten Spezialausbildungen in der Pfullendorfer Kaserne, sagt Kasernen-Kommandant Heribert Pimpl. Trainiert wird hier auch das Fallschirmspringen. Die längsten Ausbildungsabschnitte dauern sechs Monate. "Die Konzentration des Fachwissens verschiedener Armeen ermöglicht ganz neue Wege in der Ausbildung und Einsatzplanung neuer Generationen von Elitesoldaten aller Nato-Mitgliedsnationen", ist auf der Homepage der Bundeswehr zu lesen.