„Schädling breitet sich aus“

„Im Landkreis breitet sich der Buchsbaumzünsler immer weiter aus,“ warnt das Landratsamt. Die Schädlinge bringen Buchsbäume zum Absterben. Sind Bäume angefressen, liegt es meist am Zünsler. Die schädlichen Raupen sind bis zu fünf Zentimeter lang, gelb-grün, schwarz-weiß gestreift und haben eine schwarze Kopfkapsel. Eine wirksame Bekämpfung ist nach Angaben der Kreisabfallbehörde nur durch die Entfernung der Gespinste, des Falters und der Raupen möglich. Meistens wird ein komplettes Zurückschneiden des Buchsbaums nötig.

Entsorgung in verschlossenen Säcken

Aufgrund der Ausbreitungsgefahr des Schädlings können befallene Pflanzenteile nicht über die Grüngutcontainer auf den Recyclinghöfen entsorgt werden. Auch die Kompostierung bringt Gefahren. Kleine Mengen befallenen Materials sowie Gespinste mit Eiern oder lebenden Raupen können in gut verschlossenen Plastik- oder festen Papiersäcken über die Restmülltonne oder die blauen Restmüllsäcke entsorgt werden. Größere Mengen Schnittabfalls oder ganze Buchsbäume können in gut verschlossenen Säcken bei der Entsorgungsanlage Meßkirch-Ringgenbach kostenpflichtig angeliefert werden. Die Säcke sind notwendig, damit die Raupen sich nicht ausbreiten und vermehren können. „Der Schädling breitet sich im südlichen Landkreis, sprich dem Linzgau verstärkt aus“, bestätigt Tobias Kolbeck, Pressesprecher des Landratsamtes gegenüber dem SÜDKURIER.

Jährlich bis zu drei neue Generationen

Tatsächlich bestätigen Gartenbesitzer in Pfullendorf, dass sie den Schädling schon im Garten haben und Bernhard Halmer vom gleichnamigen „Blumenland“ in Meßkirch ergänzt im SÜDKURIER-Gespräch, dass er auf dem Friedhof in Meßkirch schon die ersten Raupen entdeckt hat. Die Bekämpfung des Zünslers ist schwierig, nennt der Gärtnermeister und Florist ein biologisches Pflanzenschutzmittel, das die Raupe quasi ansteche, sodass sie verendet. Dabei handelt es sich um ein Kontaktgift, wobei der Einsatzzeitpunkt entscheidend ist.

„Bäume ausgraben und verbrennen“

Eine weitere Möglichkeit sind Duftfallen, wie sie im Wald gegen den Borkenkäfer verwendet werden. Damit wird verhindert, dass die Nachtfalter, die sich aus den Raupen entwickeln, erneut einen Buchsbaum zur Eiablage auswählt. Denn der Zünsler hat binnen eines Jahres zwei oder in warmen Gegenden sogar drei Nachfolgegerationen. Die kühle Witterung hat nach Einschätzung von Bernhard Halmer in diesem Jahr dafür gesorgt, dass sich der Schädling langsam entwickelt, und nicht schon im April die Nachkommen auftreten. Der Experte rechnet damit, dass im Juni oder Juli mit der neuen Generation zu rechnen ist. Eine radikale Methode wählte vor Jahren die Stadt Überlingen, die die befallenen Buchsbäume auf öffentlichen Plätzen ausgegraben und verbrannt hat.