So viele unterschiedliche Stilrichtungen bei einer Veranstaltung, gepaart mit ausgezeichneter Technik, die ganz besondere Atmosphäre im Seepark, all das hätte die Musikfreunde in Scharen anlocken sollen. Doch so war es leider nicht. Lag es daran, dass viele Musikvereine am Freitagabend ihre Probe abhalten? In Herdwangen und Pfullendorf hatte man die extra zu Gunsten des Festivals ausfallen lassen. Veranstalter Ewald Reichle hatte eine riesige Zahl von Musikvereinen angeschrieben und für seine Veranstaltung geworben. Das Ergebnis war sehr mager.

"Am Sonntag war es deutlich besser", sagt Restle. Doch von den 2500 Menschen, die vor der großen Open-Air-Bühne Platz gehabt hätten, waren nur tagsüber Bruchteile zu sehen. Abends war es dann deutlich besser. Als man dann die Auftritte ins große Zelt verlegte (eine Meisterleistung der Techniker), da sah es dann schon besser aus. Doch wer gehofft hatte, dass beim ökumenischen Gottesdienst am Sonntagmorgen das Zelt aus allen Nähten platzen würde, sah sich getäuscht. Gemeindereferent Sebastian Kraft und Susanne Ruther hatten sogar an eine Instrumentensegnung gedacht.

Da das Brunnenfest des Gesangvereins wegen des schlechten Wetters abgesagt wurde, bot Ewald Restle an, dass der Verein am Sonntag Kaffee und Kuchen im Zelt verkaufen könnte. Das hat dann auch bestens geklappt. Was viele Besucher freuen wird: Das Brass Festival wird es auch im kommenden Jahr ganz sicher geben. Bereits jetzt haben einige Bands zugesagt. Denn die fanden nicht nur die Idee prima. "So was braucht aber einige Zeit, bis es sich etabliert hat", machten mehrere Musiker im Gespräch mit dem SÜDKURIER deutlich. Dass so manches Angebot nicht stattfand, das war nun wirklich schade. Für die Musiker-Workshops und auch den Instrumentenflohmarkt fehlte es einfach an Masse.

Woran es nicht fehlte, war ein Überblick über die aktuelle Blasmusikszene, wie man ihn in der Region bislang noch nicht erleben konnte. Da waren nun wirklich (fast) alle Stilrichtungen vorhanden und jeder Besucher konnte eine Formation hören, die so richtig nach seinem Geschmack war. "Für Pfullendorf ist eine solche Veranstaltung ein absoluter Gewinn", hörte man sehr oft.
 

"Es wird auch 2017 ein Brass Festival geben"

 

Ewald Restle ist Initiator und Veranstalter des Brass-Festivals "Musikprob" im Seepark.

Worauf führen Sie den schlechten Besuch zurück?

Da ist ganz klar das Wetter ein Grund. Am Programm kann es nicht liegen.

Wie kann man eine solche Mammutveranstaltung auf die Beine stellen?

Indem man ein Netzwerk hat und Leute, die bereit sind, für die Sache zu engagieren. Es waren 180 Helfer im Einsatz. Das ist nicht selbstverständlich.

Wird es 2017 wieder ein Brass Festival geben?

Ich bin 100-prozentig sicher, dass sich so eine Veranstaltung in Pfullendorf etablieren kann. Eine bessere Location als den Seepark gibt es nicht. (kf)