Die vom Boxclub Pfullendorf veranstaltete Boxkampf-Gala ging am Samstagabend in ihre sechste Runde. Mit rund 500 Besuchern war die Stadthalle in Pfullendorf, die kurzerhand zur Boxarena umgebaut wurde, bestens gefüllt. Das Publikum war sehr jung – größtenteils bis 30 Jahre alt. Die Zuschauer erhielten alles geboten, was man von solch einem Box-Ereignis erwarten durfte.

Den sportlichen Rahmen bildete ein Ländervergleichskampf zwischen Kroatien und einer Auswahl aus Baden-Württemberg. „Nicht alle Zusagen wurden von den Boxern eingehalten“, kritisierte der Vorsitzende des Pfullendorfer Vereins, Jakob Gretz, die mangelnde Zuverlässigkeit der Athleten. So mussten die Teams mit Boxern aus der Region jeweils ergänzt werden, erklärte er.

Von Anfang an sorgte Moderator Hermann Czujan in professioneller Manier für die passenden Informationen zu den jeweiligen Kämpfen. Dazu wurden den Besuchern zunächst einmal sämtliche Athleten aus Kroatien und Baden-Württemberg sowie die Kampf- und Schiedsrichter vorgestellt. Eingangs wurden die Hymnen beider Länder gespielt, zu denen sich alle Zuschauer erhoben. Zum bunten Bild der Zuschauerreihen trugen die vielfach getragenen rotweiß-karierten Nationaltrikots der Gäste bei. Wie es auch in Fernsehübertragungen zu sehen ist, wurden die Boxer von ihren jeweiligen Betreuern über die Bühne in die Halle begleitet, jeweils untermalt vom ausgewählten Sound des Kämpfers.

Die jüngeren Boxer mussten während ihrer Kämpfe einen Kopfschutz tragen.
Die jüngeren Boxer mussten während ihrer Kämpfe einen Kopfschutz tragen.

Mit den ersten Athleten, die den Boxring betraten, stellten sich vor allem die Nachwuchskräfte der Schüler- und Jugendklasse vor. Sie trugen, dem Regelwerk entsprechend, einen Kopfschutz, um eventuellen Schädigungen vorzubeugen. Die Kämpfe gingen zunächst über drei Runden mit jeweils einminütigem Fight. Die Dauer der Kämpfe steigerte sich mit zunehmendem Alter und Kampfgewicht der Athleten. Nach Kampfende nahm der Moderator das ein und andere Mal den Sieger an die Hand, um ihn kurz nach seinen Zielen zu befragen. Die Spannung in der Halle wuchs von Kampf zu Kampf, zumal immer erfahrenere und stärkere Kämpfer den Ring betraten. Da forderte ein Trainer mit Zwischenrufen eine „lange Linke“. Und ein „Körperspannung bewahren“ war ebenso von Betreuerseite immer wieder zu hören. Aber auch das fachkundige Publikum sparte nicht mit dem einen oder anderen gut gemeint hinein gerufenen Ratschlag. Es gab auch häufig Szenenapplaus. Und gegen Ende der Runde – die letzten zehn Sekunden wurden jeweils angekündigt – steigerten sich die Anfeuerungsrufe erheblich. Moderator Hermann Czujan kommentierte: „So eine Stimmung hat man selten.“

Am Ende des Ländervergleichskampfs siegte die Mannschaft aus Baden-Württemberg ganz knapp mit 19:17 gegen die Athleten-Auswahl aus Kroatien. Im Anschluss fand in der VIP-Arena noch eine Aftershow-Party für Gäste und Akteure statt.