Das Landratsamt warnt die Privatwaldbesitzer vor dem Borkenkäfer, denn lange Trockenphasen sowie Sturmhölzer haben in den vergangenen Jahren im Landkreis Sigmaringen zu einem Anstieg von Schäden des Käfers geführt.

Das Fraßbild des Borkenkäfers mit Muttergang und davon abgehenden Larvengängen Die Larven sind als weiße Punkte zu sehen.
Das Fraßbild des Borkenkäfers mit Muttergang und davon abgehenden Larvengängen Die Larven sind als weiße Punkte zu sehen. | Bild: Jürgen Seyfried

„Borkenkäfer, die den Winter überstanden haben, machen sich im Frühjahr auf die Suche nach Wirtsbäumen. Dort bohren sie sich ein und legen unter der Rinde ihre Eier ab. Wenn die Fichten durch Trockenheit geschwächt sind, können sie den Angriff der Käfer nicht mehr abwehren“, erläutert Stefan Kopp, Leiter des Fachbereich Forst beim Landratsamt. Er empfiehlt Waldbesitzern, den ganzen Sommer im zweiwöchigen Tonus ihre Fichtenwälder und liegengebliebenes Holz auf Käferbefall zu kontrollieren.

Die städtischen Forstwirte Werner Thum (rechts) und Jens Brauer beim Fällen einer starken Fichte. <em>Bilder: Stadt</em>
Die städtischen Forstwirte Werner Thum (rechts) und Jens Brauer beim Fällen einer starken Fichte. Bilder: Stadt | Bild: Jürgen Seyfried

Ein Indiz für den Käferbefall eines Baums ist ein vermehrter Harzfluss am Stamm, vor allem an der Krone und besonders stark gefährdet sind liegende Sturmhölzer sowie Holzpolter, die am Wegrand liegen. Auch die Pfullendorfer Förster sind derzeit in den Wäldern unterwegs, um nach Bäumen mit Borkenkäfer-Befall Ausschau zu halten.

An den braunen Nadeln und der im oberen Bereich des Stammes abfallenden Rinde sind die mit Borkenkäfer befallenen Bäume gut zu erkennen.
An den braunen Nadeln und der im oberen Bereich des Stammes abfallenden Rinde sind die mit Borkenkäfer befallenen Bäume gut zu erkennen. | Bild: Jürgen Seyfried

Aktuell können nach Angaben von Jürgen Seyfried, Förster und Umweltbeauftragter bei der Stadt Pfullendorf noch keine Aussagen über die Intensität des Käferbefalls getroffen werden, aber es seien schon mehrere kleine Käfer-Nester mit bis zu 30 Bäumen entdeckt worden. "Das ist zum jetzigen Zeitpunkt doch etwas besorgniserregend", ergänzt der städtische Förster, dass in den vergangenen Jahren bis zu 25 Prozent des Holzeinschlages aus Käferholz bestanden. Jetzt hänge alles vom Witterungsverlauf ab, und ob weitere heiße Wochen die Ausbreitung des Schädlings begünstigen. Er appelliert an die Privatwaldbesitzer, besonders bei ihren Kieferbeständen, intensiv nach dem Käfer Ausschau zu halten.

Das Fraßbild des Borkenkäfers mit Muttergang und davon abgehenden Larvengängen Die Larven sind als weiße Punkte zu sehen.
Das Fraßbild des Borkenkäfers mit Muttergang und davon abgehenden Larvengängen Die Larven sind als weiße Punkte zu sehen. | Bild: Jürgen Seyfried

Nach den Vorgaben des Landeswaldgesetzes muss die Ausbreitung von Käferhölzern minimiert, befallenes Holz regelmäßig identifiziert, sofort aufgearbeitet und unschädlich gemacht werden. Wenn dies nicht erfolgt, wird durch den Fachbereich Forst ein sogenannter „forstrechtlicher Hinweis“ gegeben und dem Waldbesitzer für die Aufarbeitung eine Frist gesetzt. "Dies erfolgt aktuell in einigen Fällen", ergänzt Kopp.

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Wenn ein Waldbesitzer seinen Kontrollpflichten nicht nachkommt, könnte er mit einem Schadenersatzanspruch eines Nachbarn konfrontiert werden. Nach Angaben der Forstbehörde ist aber sehr schwierig, einen eindeutigen Nachweis zu erbringen, aus welchem Nachbarwald konkret Borkenkäfer eingeflogen sind.