Fetzige Musik dringt aus der Stadthalle heraus, wo sich Schüler an der Fensterscheibe die Nase platt drücken, um vom Geschehen drinnen etwas mitzubekommen. Auf der Bühne sitzt die Bigband des Staufer-Gymnasiums mit Frontfrau Julia Spähler. "Kamera läuft", schallt es durch die Halle, dann erklingen nach einer kurzen Pause die ersten Takte eines bekannten Songs, zu dem man am liebsten mitsingen würde oder zumindest ein bisschen wippen. Doch an diesem Morgen herrscht höchste Konzentration, denn es stehen Aufnahmen für den Film "Pfullendorfer Stadtgeschichten" an. Auf einem hohen Podest führt Rainer Jörger die Kamera. Sein Blick ist durch den Sucher auf die Musiker gerichtet. Regisseur Michael Schnurr verfolgt die Aufnahmen auf dem Display, um danach die Choreografie zu verbessern.

"Versuche mal, gleichmäßig in Bewegung zu bleiben", ruft Michael Schnurr Sängerin Julia Spähler zu, die mit dem Mikro mal einige Schritte nach links, mal nach rechts läuft. Ihre Stimme klingt voll und rund, obwohl sie normalerweise nicht als Sängerin auftritt, sondern mit ihrer Querflöte die Bigband ergänzt. Man will es kaum glauben, dass sie bisher noch keinen Gesangsunterricht hatte. "Ich habe aber früher schon einmal gesungen", sagt sie schüchtern.

"Die Basis für die Bigband bildet die Bläserklasse", erklärt Musiklehrer Berthold Schreiber in einer der kleinen Pausen. Es ist eine Besonderheit des Staufer-Gymnasiums, dass der Musikunterricht in den Klassenstufen fünf und sechs nicht im Klassenverband erteilt wird, sondern dass die Schüler in drei Gruppen aufgeteilt werden. Eine davon ist die Bläserklasse.

Berthold Schreiber selbst sitzt hinten neben dem Schlagzeuger am Keyboard. Timo Fritsch, der ebenfalls Musik unterrichtet, führt temperamentvoll den Taktstock und sorgt dafür, dass die Einsätze der Instrumente auf den Punkt erfolgen, die Töne zackig anheben und sich melodisch entwickeln.

Solange die Kamera das Geschehen von ihrem Podest aus aufnimmt, macht es die jungen Musiker nicht nervös. Doch als Rainer Jörger ganz nah herangeht, um interessante Nahaufnahmen festzuhalten, nimmt die Nervosität etwas zu. "Da musst du nicht nur darauf achten, richtig zu spielen und den Dirigenten im Auge zu behalten, sondern auch aufrecht zu sitzen und in die Kamera zu schauen", erklären einige Bläserinnen. "Es ist eine tolle Erfahrung, gefilmt zu werden und Tipps zu bekommen, wie alles besser aussieht. Wir freuen uns schon auf das Ergebnis", sagen Annalena Bergmüller und Luba Schmidt. Und tatsächlich sieht man nach einer Stunde bereits richtige Fortschritte.


Hintergrund

Aufführungstermin für die Multimediashow Pfullendorfer Stadtgeschichten ist Samstag, 21. Oktober, 19 Uhr in der Stadthalle. Der Vorverkauf beginnt im Frühsommer, der Termin wird noch rechtzeitig bekannt gegeben. Der SÜDKURIER ist Medienpartner der Veranstaltung. Den Trailer zu den Stadtgeschichten gibt es auf der Webseite der Stadt unter www.pfullendorf.de. (kf)