Einer der letzten schönen Sommertage oder einer der ersten schönen Herbsttage? Ganz gleich wie die Antwort ausfällt, bei der SÜDKURIER-Wanderung am Dienstag genossen die Teilnehmer die Sonne in vollen Zügen. Gut 30 Leser nahmen an der vom Deutschen Alpenverein (DAV) Pfullendorf für den SÜDKURIER organisierten Tour teil.

Dorina Dietrich und Helmut Magg nahmen an der Wanderung teil.
Dorina Dietrich und Helmut Magg nahmen an der Wanderung teil. | Bild: Magdalena Hangarter

Die Führung übernahmen Klaus Epple, Karl Michelberger und Peter Schenk vom Vorstand der DAV-Ortsgruppe. Los ging‘s an der Sechslindenschule, am Flugplatz vorbei, Richtung Aftholderberg. Schon von Weitem erkannten die Teilnehmer den über Aftholderberg ragenden Kirchturm der St.-Eulogius-Kirche.

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Die wahrscheinlich schon im 14. Jahrhundert entstandene Kirche war dann auch die erste Station der Wanderung. Eine Besonderheit der Kirche ist, dass sie auf einer Wasserscheide gebaut worden ist. Daher fließt das Wasser auf der einen Seite in die Donau und auf der anderen Seite in den Rhein.

Am Pfullendorfer Flugplatz (rechts) entlang führte die Wanderer der Weg nach Aftholderberg.
Am Pfullendorfer Flugplatz (rechts) entlang führte die Wanderer der Weg nach Aftholderberg. | Bild: Magdalena Hangarter

Eine weitere Besonderheit ist der Kirchenpatron St. Eulogius, der Pferdeheilige. Zum Schutzpatron der Pferde wurde der (damals noch) Hufschmied Eulogius, indem er einem störrischen Pferd das Bein einfach abnahm, den Huf beschlug und anschließend wieder ansetzte.

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So zumindest der Kerngehalt der verschiedenen Legenden, die sich um den Heiligen ranken. Und wer‘s nicht glaubt, kann ja mal an der Büste des heiligen Eulogius in Aftholderberg nachschauen. Denn glaubt man anderen Geschichten, müssten sich hier noch Reliquien des Heiligen aus dem siebten Jahrhundert befinden.

Von Gestaltung und Geschichte der Eulogius-Kirche waren die rund 30 Teilnehmer der SÜDKURIER-Wanderung beeindruckt.
Von Gestaltung und Geschichte der Eulogius-Kirche waren die rund 30 Teilnehmer der SÜDKURIER-Wanderung beeindruckt. | Bild: Magdalena Hangarter

Was sicher ist, ist dass die Büste jedes Jahr am zweiten Sonntag im Juli im Rahmen des Patroziniums durch die Straßen getragen wird. Die daran anschließende Reiterprozession ist nicht nur für Aftholderberg, sondern für das ganze Erzbistum Freiburg in dieser Form einmalig. Ein weiteres großes Fest im Ort findet jedes Jahr am letzten Augustwochenende statt – das Bergfest, erklärte Klaus Epple. Veranstalter dieses Festes ist der Narrenverein Berggeister. Ein Geist, der im nahegelegenen Berghölzle-Wald sein Unwesen treiben soll.

Klaus Epple hatte für die Wandergruppe umfassende Informationen parat.
Klaus Epple hatte für die Wandergruppe umfassende Informationen parat. | Bild: Magdalena Hangarter

Von Aftholderberg aus ging es durch das charmante Örtchen Egg mit 55 Einwohnern. Früher war Egg ein Dorf von Tagelöhnern und armen Leuten und gehörte zum Besitz der Thurn und Taxis. Da Egg an der Grenze zum Besitz der Fürstenberg lag, war es gerade noch so „das letzte Eck“, das zu Thurn und Taxis gehörte.

Martha Roth: „In einer Gruppe an der frischen Luft zu wandern, macht einfach Spaß.“
Martha Roth: „In einer Gruppe an der frischen Luft zu wandern, macht einfach Spaß.“ | Bild: Lisa Ammann

Weiter ging es vorbei an alten Apfelbäumen und Holunderbüschen in den Buchhölzle-Wald. „Hier ist es einfach schön, so mitten in der Natur“, sagt Helmut Schlachter. Im Buchhölzle soll es einen Mundfäulebrunnen geben; also eine Quelle, deren Wasser ein jeden von seinem Mundleiden befreien soll. Diese wird aber nur gefunden, wenn sich das Quellchen dem Leidenden auch zeigen möchte.

Helmut Schlachter: „Hier ist es einfach schön, so mitten in der Natur.“
Helmut Schlachter: „Hier ist es einfach schön, so mitten in der Natur.“ | Bild: Lisa Ammann

Der Mundfäulebrunnen konnte zwar nicht gefunden werden, dafür aber einige Pilze und Beeren. Im Buchhölzle konnten die Teilnehmer von Peter Schenks umfassendem Pilzwissen profitieren. Der Abschnitt durch den Wald endete in Tautenbronn.

Pilze fanden sich am Rand der Route der SÜDKURIER-Wanderung. Peter Schenk, der die Tour mit organisiert hat, riecht an einem.
Pilze fanden sich am Rand der Route der SÜDKURIER-Wanderung. Peter Schenk, der die Tour mit organisiert hat, riecht an einem. | Bild: Magdalena Hangarter

Nach einer Vesperpause in der ehemals hohenzollerischen Exklave ging es weiter durch den Eichhölzle-Wald und den Bergwald in Richtung Flugplatz. Der hier gut ausgeschilderten Spazierrundweg lädt ein, auch ohne die DAV-Profis durch die Natur zu gehen. „In einer Gruppe an der frischen Luft zu wandern, macht einfach Spaß“, sagt Martha Roth zu der rundum gelungenen Tour.

Die Eulogius-Kirche in Aftholderberg war das sehenswerte Ziel der SÜDKURIER-Wanderung am Dienstag.
Die Eulogius-Kirche in Aftholderberg war das sehenswerte Ziel der SÜDKURIER-Wanderung am Dienstag. | Bild: Magdalena Hangarter