Eine mittelalterliche Innenstadt, die in ein Lichtermeer getaucht ist, liebevoll dekorierte Marktstände, ein Himmelsbote, der vom Turm der Pfarrkirche St. Jakobus zu den Besuchern schwebt, und ein kleiner, goldener Engel für Menschen, die viel Gutes tun – so kennen und schätzen die Pfullendorfer das Programm bei ihrem Adventszauber. Am kommenden Freitag, 6. Dezember, und Samstag, 7. Dezember, werden genau diese liebgewordenen Traditionen wieder aufleben. „In diesem Jahr gibt es aber auch einige Neuheiten“, kündigt Innenstadtbeauftragte Mira Krane erfreut an.

Märchenerzählerin Elvira Mießner wird ihre Geschichten im neuen Märchenzelt erzählen.
Märchenerzählerin Elvira Mießner wird ihre Geschichten im neuen Märchenzelt erzählen. | Bild: Heike Leven

So wird es zum ersten Mal am Samstag eine lebende Krippe geben. Sie kann neben dem Hechtbrunnen bestaunt werden. Besonderer Hingucker ist dabei sicherlich das Kamel, das – wie Krane verrät – aus Sauldorf-Rast kommt, um seine Rolle als tierischer Darsteller von König Balthasars Reittier in der Krippe zu spielen. Im wahrsten Sinne des Wortes märchenhaft ist die zweite Neuerung: In einem gemütlich Märchenzelt wird Märchenerzählerin Elvira Mießner am Samstag ab 14 Uhr die kleinen und großen Zuhörer mit Geschichten erfreuen. Das Zelt wird in unmittelbarer Nähe zur lebenden Krippe stehen.

Tolles Miteinander auf dem Markt

Bereits am Freitag, 6. Dezember, hat der Weihnachtsmarkt ab 17 Uhr geöffnet. 21 schön dekorierte Stände reihen sich aneinander. „Das ist das Besondere am Adventszauber, diese Kulisse mit den wunderschönen, teilweise historischen Gebäuden in der Innenstadt„, sagt Mira Krane. Ihr und den Mitstreitern ist es wichtig, dass die Buden nicht von professionellen Verkäufern, sondern von Pfullendorfer Vereinen und Privatpersonen beschickt werden. Auch Schulen sind dabei, wie etwa eine Klasse der Realschule am Eichberg. Dass darüber hinaus der türkische Elternbeirat einen Stand betreiben wird, freut Mira Krane sehr. Damit gebe es deutsche, türkische und aramäische Spezialitäten auf dem Pfullendorfer Weihnachtsmarkt. „Diese Internationalität ist sehr schön. Es ist ein tolles Miteinander“, betont sie.

In ein Lichtermeer ist die Altstadt beim Adventszauber am kommenden Freitag und Samstag getaucht. Die schöne Kulisse begiestert jedes Jahr Gäste von weit über die Gemeindegrenzen hinaus.
In ein Lichtermeer ist die Altstadt beim Adventszauber am kommenden Freitag und Samstag getaucht. Die schöne Kulisse begiestert jedes Jahr Gäste von weit über die Gemeindegrenzen hinaus. | Bild: Stadt Pfullendorf

Ab 19 Uhr treten die acht Jungs von Badner Brass auf der Marktplatzbühne auf. Mit musikalischer Vielseitigkeit wollen sie das Publikum begeistern, denn das Repertoire umfasst Titel von den Beatles bis hin zu böhmisch-mährischen Musikstücken. Und wer noch Lust hat, den Nikolaustag mit Abtanzen ausklingen zu lassen, ist im Café Moccafloor am Marktplatz genau richtig. Ab 21 Uhr steigt hier die fetzige Nikolausdisco. DJ Pepsi sorgt dabei für coole Rhythmen.

Nicht nur Essen und Trinken, auch Handwerkliches wird auf dem Weihnachtsmarkt an 21 Ständen feilgeboten. Unser Archivbild zeigt Helga Jung aus Hippetsweiler mit ihrer Handarbeit.
Nicht nur Essen und Trinken, auch Handwerkliches wird auf dem Weihnachtsmarkt an 21 Ständen feilgeboten. Unser Archivbild zeigt Helga Jung aus Hippetsweiler mit ihrer Handarbeit. | Bild: Kirsten Johanson

Am Samstag, 7. Dezember, startet ab 10 Uhr der Weihnachtsmarkt. Der Nikolaus darf natürlich nicht fehlen. Er hat nette Kleinigkeiten in seinem Sack und wer genau hinschaut, findet den bärtigen Gesellen auf seinem Weg durch die vielen Stände. Für besinnliche Klänge sorgen am Spätnachmittag das Jugendblasorchester Pfullendorf und die Alphornbläser aus Meßkirch, bevor der Engelabstieg einen der Höhepunktes des Adventszaubers markieren wird. Ein Duett von Sharon Owens und Tommy Haug wird die Zuschauer bezaubern, bevor – angekündigt von den Klängen des Fanfarenzugs Großstadelhofen – um 18 Uhr das himmlische Wesen vom Kirchturm der Pfarrkirche St. Jakobus herabschwebt. Dazu singt der Gesangverein.

Große Videowand auf dem Marktplatz

„Damit auch wirklich jeder Besucher dieses Ereignis mitverfolgen kann, wird auf dem Marktplatz eine große Videowand aufgestellt. Die Kamera fängt die schönsten Szenen ein“, erläutert Mira Krane. Wer schon immer einmal auf Tuchfühlung mit einem Himmelsboten gehen wollte, der kann sich diesen Traum erfüllen, denn nach dem Abstieg verteilt das himmlische Wesen sein Engelsbrot an die Kinder.

Der vergoldete Engel wird wieder an einen sozial engagierten Menschen oder eine Gruppe verliehen.
Der vergoldete Engel wird wieder an einen sozial engagierten Menschen oder eine Gruppe verliehen. | Bild: Siegfried Volk

Bereits im zwölften Jahr wird der Pfullendorfer Engel von der Stadt, der Wirtschaftsinitiative und dem SÜDKURIER vergeben. Es handelt sich um eine Auszeichnung für besonderes soziales Engagement. Wer sie dieses Mal erhält, ist eines der am strengsten gehüteten Geheimnisse in der Stadt. Es wird erst gelüftet, wenn Bürgermeister Thomas Kugler und Marco Schiedt, Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative, am Samstag um 18 Uhr den Engel verkünden werden.

Tommy Haug wird ein Duett mit Sharon Owens singen und am Samstagabend auch mit seiner Band ein Konzert geben.
Tommy Haug wird ein Duett mit Sharon Owens singen und am Samstagabend auch mit seiner Band ein Konzert geben. | Bild: Reiner Jäckle

Und noch eine Überraschung wird es geben. „So viel darf verraten werden: Für alle, die den Glühwein lieber im Warmen trinken, gibt es eine weitere attraktive Location“, macht Mira Krane neugierig. Das Pfullendorfer Wintermärchen klingt am Samstag ab 19 Uhr mit einem Konzert von Tommy Haug und seiner Band aus.

Mit dem Sonderzug anreisen

Auch dieses Jahr besteht die Möglichkeit, mit einem Sonderzug von Aulendorf auf der Räuberbahn nach Pfullendorf zu kommen. Der Zug startet in Aulendorf um 16.30 Uhr. Abfahrt von Pfullendorf ist um 19.56 Uhr.