Großer Andrang herrschte gestern bei der Ausbildungsbörse der Wirtschaftsinitiative Pfullendorf (WIP). Über 500 Schüler von der siebten bis zur elften Klasse nutzten die Gelegenheit, sich über die verschiedenen Ausbildungsberufe von A wie Altenpfleger bis Z wie Zerspanungsmechaniker zu informieren.

"Ich interessiere mich für ein duales Studium im technischen Bereich. In den Ferien habe ich ein Praktikum bei Zollern gemacht, auf der Ausbildungsbörse habe ich mich gerade bei Diehl über den Studiengang Bachelor of Engineering informiert." – Annika Kuchelmeister, 11. Klasse, Heimschule Kloster Wald
"Ich interessiere mich für ein duales Studium im technischen Bereich. In den Ferien habe ich ein Praktikum bei Zollern gemacht, auf der Ausbildungsbörse habe ich mich gerade bei Diehl über den Studiengang Bachelor of Engineering informiert." – Annika Kuchelmeister, 11. Klasse, Heimschule Kloster Wald | Bild: Johanson, Kirsten

Für die Aussteller ist die Börse eine gute Gelegenheit, mit den jungen Leuten ins Gespräch zu kommen und ihnen zu zeigen, wie die jeweiligen Ausbildungsinhalte aussehen. Auch wenn durch die Börse nicht massenweise neue Ausbildungsverträge zustande kommen, sind über die Plattform schon so manche Praktikumsplätze und Ferienjobs vergeben worden. Die Schüler erhalten hier erste Eindrücke, was von ihnen erwartet und was ihnen geboten wird. "Wir wollen bei der regionalen Messe das Interesse für unseren Beruf und die handwerkliche Tätigkeit wecken", sagte Ausbildungsleiterin Corinna Simeon im Gespräch mit dem SÜDKURIER. "Bei Pfullendorfer Tor-Systeme bieten wir jährlich fünf, sechs Ausbildungsplätze in drei Berufen an, doch die Zahl der Bewerbungen geht kontinuierlich zurück."

"Wir bilden in der Kanzlei pro Jahr zwei Azubis aus. Wir sind froh, wenn sich jemand bewirbt, denn es wird immer schwieriger, Auszubildende zu finden. Der Begriff "Steuer" hat ein schlechtes Image. Hier haben wir die Gelegenheit, den Beruf des Steuerfachangestellten positiv vorzustellen." – Susanne Frankenhauser, Steuerberater Hangarter + Partner, Pfullendorf
"Wir bilden in der Kanzlei pro Jahr zwei Azubis aus. Wir sind froh, wenn sich jemand bewirbt, denn es wird immer schwieriger, Auszubildende zu finden. Der Begriff "Steuer" hat ein schlechtes Image. Hier haben wir die Gelegenheit, den Beruf des Steuerfachangestellten positiv vorzustellen." – Susanne Frankenhauser, Steuerberater Hangarter + Partner, Pfullendorf | Bild: Johanson, Kirsten

Seit 17 Jahren veranstaltet die WIP diesen Informationstag, der sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt hat, wie es Bürgermeister Thomas Kugler in seiner Begrüßung formulierte. Auch WIP-Vorstandsmitglied Bernd Ruther freute sich über den stetig wachsenden Zuspruch: "Der lange Atem hat sich gelohnt." Langsam werde der Platz in der Stadthalle eng: Dieses Mal hätten sich so viele regionale Betriebe, Institutionen und Dienstleister wie nie zuvor beteiligt.

"Die Ausbildungsbörse ist für uns Betriebe interessant, weil hier so viele junge Leute auf einmal zusammenkommen. Wir bilden zum Beispiel Landschaftgärtner aus. Von Azubis erwarten wir Spaß an der Zusammenarbeit, Offenheit für Neues und Engagement im Job." – Simon Fröhlich, Teamleiter Gartenbau Schöppler, Meßkirch
"Die Ausbildungsbörse ist für uns Betriebe interessant, weil hier so viele junge Leute auf einmal zusammenkommen. Wir bilden zum Beispiel Landschaftgärtner aus. Von Azubis erwarten wir Spaß an der Zusammenarbeit, Offenheit für Neues und Engagement im Job." – Simon Fröhlich, Teamleiter Gartenbau Schöppler, Meßkirch | Bild: Johanson, Kirsten

Dicht umlagert waren die Stände von Bundeswehr und Polizei. Bei Familienfriseur Schmauder war oftmals das Glätteisen das Einstiegsthema ins Gespräch. Zum ersten Mal bei der Ausbildungsbörse dabei war das mittelständische Familienunternehmen Wiehl aus Bingen. "Seit zwei, drei Jahren spitzt sich gerade im Handwerk die Situation zu. Erstmals ist es uns in diesem Jahr nicht gelungen, die Ausbildungsplätze zu besetzen", erzählt Jochen Schweizer. Auch die Ausbildungskooperation Ostrach mit den Firmen Tegos, HFM, Schnetz und Neher präsentierte sich zum ersten Mal bei der Ausbildungsbörse. Der Druck, Azubis zu finden, sei hoch. Als einzelne kleine Firma habe man es im harten Wettbewerb gegenüber großen Firmen schwer. Doch als Kooperation könne man mithalten, hieß es seitens der Kooperation.

"Ich weiß noch nicht genau, was ich später mal werden will. In der 7. Klasse habe ich ein Zahnarzt-Praktikum gemacht, in der 8. Klasse steht noch mal ein zweiwöchges Praktikum an. Die Ausbildungsbörse finde ich gut, um sich zu informieren. Ich war schon am Stand der Bundeswehr, bei ZG Raiffeisen und Kramer." – Noel Monty, 8. Klasse, Werkrealschule Pfullendorf
"Ich weiß noch nicht genau, was ich später mal werden will. In der 7. Klasse habe ich ein Zahnarzt-Praktikum gemacht, in der 8. Klasse steht noch mal ein zweiwöchges Praktikum an. Die Ausbildungsbörse finde ich gut, um sich zu informieren. Ich war schon am Stand der Bundeswehr, bei ZG Raiffeisen und Kramer." – Noel Monty, 8. Klasse, Werkrealschule Pfullendorf | Bild: Johanson, Kirsten

Der Wettbewerb um junge Talente ist bei der Börse klar sichtbar. Qualifizierte Fachkräfte zu finden, gestalte sich immer schwieriger. Bürgermeister Kugler sagte: "Das Wertvollste eines jeden Betriebs ist der Mensch. Wir brauchen bei aller Mechanisierung weiterhin fähige Köpfe." Das WIP-Motto "Lokal ist genial" konnte er nur unterstreichen. "Der ländliche Raum wird oft belächelt und unterschätzt. Doch wir haben tolle Betriebe in der Region Bodensee-Oberschwaben und sind deutlich besser, als wir uns manchmal darstellen!"

"Je nach dem, wie meine Noten sind, möchte ich nach der Mittleren Reife noch Abitur machen. Eine Ausbildung als Industriekauffrau könnte ich mir vorstellen, aber so genau weiß ich das noch nicht. Deshalb ist eine solche Ausbildungsbörse auch ganz praktisch, um die Möglichkeiten kennenzulernen. Bei der Volksbank möchte ich ein Praktikum machen." – Celina Hagmann, 9. Klasse, Realschule Pfullendorf
"Je nach dem, wie meine Noten sind, möchte ich nach der Mittleren Reife noch Abitur machen. Eine Ausbildung als Industriekauffrau könnte ich mir vorstellen, aber so genau weiß ich das noch nicht. Deshalb ist eine solche Ausbildungsbörse auch ganz praktisch, um die Möglichkeiten kennenzulernen. Bei der Volksbank möchte ich ein Praktikum machen." – Celina Hagmann, 9. Klasse, Realschule Pfullendorf | Bild: Johanson, Kirsten

Die Bandbreite der vorgestellten Berufe war groß und für jeden Schulabschluss waren passende Angebote dabei. Bei der Ausbildungsbörse konnten die Schüler erfahren, wie vielschichtig die beruflichen Möglichkeiten innerhalb eines Unternehmen sein können. An den Ständen waren auch viele Auszubildende, um die Fragen der Schüler zu beantworten. Am Stand der Steuerkanzlei Hangarten und Partner stand zum Beispiel Selina Wiesbeck aus Großstadelhofen Rede und Antwort. Sie absolviert ein berufsbegleitendes Bachelor-Studium im Bereich Steuern und Prüfungswesen.