In unserer Serie „Sie bewegen Pfullendorf“ haben wir in den vergangenen Monaten viele Vereine und Abteilungen vorgestellt. Dabei haben wir vor allem die in den Fokus gerückt, von denen man nicht so oft etwas hört, weil sie nicht jedes Wochenende an einem Turnier teilnehmen. So ist es auch bei der letzten Abteilung, die wir vorstellen. Gemeint ist die Tanzchoreografie-Gruppe des TSV Aach-Linz. Jenny Fitz und Bea Müller sind seit März 2017 die Leiterinnen der Dancing Queens, wie sich die Mädchen nennen – und das mit viel Begeisterung und einer großen Menge Kreativität.

Jenny Fitz (links) und Bea Müller leiten seit März 2017 die Dancing Queens.
Jenny Fitz (links) und Bea Müller leiten seit März 2017 die Dancing Queens. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Auftritte an Fasnet

Die Tanzgruppe gehört beim TSV zur Abteilung Turnen. Aufwärmen, Joggen und Sportspiele gehören zum Trainingsprogramm und stehen immer am Beginn einer Übungsstunde. Einmal pro Woche treffen sich die 15 Jugendlichen zu ihrer 90-minütigen Trainingseinheit in der Schlossgartenhalle in Aach-Linz. Nach den Turn- und Lockerungsübungen zu Beginn studieren die Dancing Queens Tanzchoreografien ein.

Ohne Aufwärmtraining geht auch bei den Dancing Queens nichts.
Ohne Aufwärmtraining geht auch bei den Dancing Queens nichts. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Training ohne Druck

Das Ergebnis ihres Trainings führen sie dann an Fasnetsveranstaltungen oder bei anderen Gelegenheiten im Dorf auf. An Tanzwettbewerben nimmt die Gruppe jedoch nicht teil. Nicht, weil ihnen das nötige Können fehlen würde, sondern aus Zeitgründen, wie die Jugendlichen erzählen. Denn viele von ihnen seinen neben den Dancing Queens auch in anderen Vereinen aktiv – da sei der Terminkalender an den Wochenenden häufig schon voll.

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Dazu komme, dass sich die Gruppe nicht unter Druck setzen wolle. "Mir reicht es auch, wenn ich an Fasnet auftreten kann“, erzählt die 16-jährige Julia, die seit zwei Jahren dabei ist. "Mir ist der Spaß das Wichtigste." Dem stimmen viele ihrer Vereinskolleginnen zu. Musik und Bewegung, das steht für die Jugendlichen an erster Stelle. Deshalb ist auch die 13-jährige Marina dabei, wie sie erzählt. Sie schätze vor allem das Miteinander innerhalb der Gruppe. Annika, 16 Jahre alt, war bereits in der Vorläufergruppe dabei und hat bei den Dancing Queens "echt jede Woche viel Freude“, wie sie sagt.

Turnerische Elemente

Damit das so ist, bedarf es einer guten Vorbereitung der Stunden. So muss etwa die passende Musik ausgesucht werden. „Das machen wir gemeinsam“, sagt Trainerin Jenny. Wichtig sei, dass alle mit der Wahl einverstanden sind und hinter den ausgesuchten Stücken stehen können. Auch die Tanzchoreografie wird in der Gruppe besprochen: „Jeder darf Vorschläge machen, welche Bewegungen wir einbauen sollen“, sagt Bea. Und da können durchaus auch turnerische Elemente dabei sein, wie etwa ein Radschlag oder eine Pyramide, die die jungen Frauen miteinander bilden. Das erfordert Kondition und einen ausgeprägten Geleichgewichtsinn. Bei den Mitgliedern der Dancing Queens klappt die Figur sehr gut, wie in der Übungsstunde zu sehen ist.

Auch der Radschlag gehört zum Repertoire der Tanzgruppe, die ihre Übungen an ausgewählte Musikstücke anpassen.
Auch der Radschlag gehört zum Repertoire der Tanzgruppe, die ihre Übungen an ausgewählte Musikstücke anpassen. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Die Gemeinschaft muss stimmen

Eine Choreografie wird immer mit mehreren Musikstücken untermalt, die Jenny zu einem Medley zusammenschneidet. Das sei „schon etwas Geschäft“, sagt sie. Aber es müsse halt sein. Sie ist schon seit sie zwölf Jahre alt ist in einer Tanzgruppe des TSV. Und das ist auch das Alter, ab dem man zu den Dancing Queens stoßen darf. Älter als 18 Jahre ist derzeit niemand. Alle Mitglieder sind Mädchen. Aber wenn Jungs mitmachen wollen, seien sie herzlich willkommen, betonen die Leiterinnen. Wer in der Gruppe aktiv sein will, müsse nicht in Ach-Linz wohnen. Mitbringen müsse man Spaß an der Bewegung, an der Musik und den Wunsch, etwas zusammen in einer Gruppe zu machen. Wer den Dancing Queens nicht gleich beitreten möchte, sondern sich das Training erst einmal anschauen möchte, kann zu einem Schnuppertag vorbeikommen. "Das ist ganz normal“, sagt Jenny. Niemand müsse das Gefühl haben, dass er bleiben muss. Denn auch die Gemeinschaft müsse stimmen. Bei den Dancing Queens ist das so, wie beim Training deutlich zu sehen ist. 

Video: Fahlbusch

"Der Spaß steht bei uns an erster Stelle"

Jenny Fitz und Bea Müller leiten seit März 2017 die Gruppe Dancing Queens des TSV Aach-Linz. Im Interview erzählen sie, was ihnen in der Gruppe besonders wichtig ist.

Was macht für euch die Faszination an der Tanzchoreographie aus?

Jenny: Da kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen, hat Spaß an der Musik und der Bewegung. Und außerdem sind wir eine echt tolle Gemeinschaft.

Welche Voraussetzungen muss man haben, um mitzumachen?

Bea: Besondere Fähigkeiten sind nicht erforderlich. Man sollte einfach nur Spaß am Tanzen und an der Musik haben. Alle Mädels und natürlich auch Jungs im Alter von 13 bis 18 Jahren sind herzlich willkommen. Gerne auch aus anderen Orten.

Warum macht ihr nicht bei Wettbewerben mit?

Jenny: Wir haben da auch schon dran gedacht. Aber es wäre stressig. Da wir alle noch Schüler sind, war das echt schwierig für uns. Da wäre man sehr viel unterwegs. Außerdem sind die Meisten von uns noch in anderen Vereinen tätig, wie beim Fußball oder bei der Blasmusik. Und da gäbe es dann oft Überschneidungen. Der Spaß steht bei uns an erster Stelle.