Vier Gruppierungen treten an

Erstmals seit Jahren gibt es bei der Kommunalwahl am 26. Mai vier Listen, auf denen sich insgesamt 81 Frauen und Männer um einen Sitz im Gemeinderat bewerben. Aktuell sitzen im Gremium zehn CDU-Vertreter, acht Mitglieder der Freien Wähler und sechs Räte der Unabhängigen Liste. Dank Ausgleichsmandaten hatte sich die Sitzzahl von 22 auf 24 erhöht. Vor fünf Jahren fand die Kommunalwahl ebenfalls zeitgleich mit der Europawahl statt, wobei die Wahlbeteiligung in Pfullendorf trotzdem nur bei 46,4 Prozent lag. Stimmenkönig wurde auf Anhieb Hermann Billmann. Der Ehrenbürger und langjährige Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde kandidierte auf der UL-Liste und erhielt 3895 Stimmen, dicht gefolgt von CDU-Fraktionschef Roland Brucker, der 3836 Stimmen erhielt und bei den Freien Wählern war Jürgen Winter mit 3671 Stimmen der meist gewählte Kandidat. Bei den Freien Wählern erreichte Markus Schenzle das drittbeste Zählergebnis, er verzichtete auf eine erneute Kandidatur. Auch der Stimmenkönig in den Ortsteilen, Emil Gabele, verabschiedet sich aus der Kommunalpolitik. Der Ortsvorsteher von Aach-Linz holte vor fünf Jahren 2195 Stimmen, und nach der Wahl am 26. Mai muss der Ortschaftsrat einen Nachfolger beziehungsweise Nachfolgerin bestimmen.

Die Freien Wähler sind derzeit mit acht Mitgliedern im Gemeinderat vertreten und damit die zweitgrößte Fraktion.
Die Freien Wähler sind derzeit mit acht Mitgliedern im Gemeinderat vertreten und damit die zweitgrößte Fraktion. | Bild: Volk, Siegfried

Geringer Frauenanteil

Ein Merkmal der Gemeinderatspolitik im Ländlichen Raum hatte auch in Pfullendorf weiter Bestand – der extrem niedrige Anteil an Frauen in den Kommunalparlamenten. Mit Roswitha Hofmann und Gabriele Fischer, beide CDU sowie Eva-Riede Leibbrand und Heike Heilig, beide UL, schafften 2014 nur vier Frauen den Einzug in den Gemeinderat. Bei den Freien Wähler verpasste Anette Ebinger nur um wenige Stimmen ein Gemeinderatsmandat, sodass die aktuelle FW-Fraktion nur aus Männern besteht.

Mit zwölf Frauen und 13 Männern tritt die Unabhängige Liste am 26. Mai an. Derzeit ist die Fraktion mit sechs Mitgliedern im Gemeinderat präsent.
Mit zwölf Frauen und 13 Männern tritt die Unabhängige Liste am 26. Mai an. Derzeit ist die Fraktion mit sechs Mitgliedern im Gemeinderat präsent.

Wahlprogramme 2014

In ihrem damaligen Wahlprogramm hatte die CDU unter anderem erklärt, sich für den Erhalt des Krankenhauses einsetzen zu wollen, die Innenstadt zu beleben und vorhandene seniorengerechte Einrichtungen zu stärken. Für junge Leute und Familien wollte man bessere Rahmenbedingungen schaffen und die Schulsozialarbeit stärken. Ein stimmiges Radwegenetz in der Stadt und zwischen den Ortsteilen sollte entstehen und man wollte mehr Transparenz und Dialog mit den Bürgern. Die Freien Wähler machten klar, dass man angesichts der damals guten Haushaltslage keine Gewerbesteuererhöhung mittragen und von den Nutzern der Sportstätten keine Gebühren erheben werde. Die Ganztagesangebote an den Schulen sollten ausgebaut und bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Des Weiteren wollte man ein strukturelles Konzept zur gemeinsamen Nutzung und Unterbringung von Vereinen, Kultur- und Weiterbildungseinrichtungen auf den Weg bringen.

Mit neun Kandidaten tritt der SPD-Ortsverband nach jahrelanger Abstinenz wieder mit einer eigenen Liste bei der Kommunalwahl an.
Mit neun Kandidaten tritt der SPD-Ortsverband nach jahrelanger Abstinenz wieder mit einer eigenen Liste bei der Kommunalwahl an. | Bild: Andreas Steffan

Visionen vorgestellt

Einen ganzen Zielkatalog legte auch die Unabhängige Liste vor, die die Einrichtung eines Jugendgemeinderates im Wahlprogramm aufführte. Unter Einbeziehung der Bürger sollte ein bedarfsgerechtes Seniorenkonzept erstellt und ein Seniorenrat eingerichtet werden. Die UL forderte eine Reduktion des Flächenverbrauchs und beim öffentlichen Personennahverkehr die Anbindung der Ortsteile an den Bürgerbus. Für Vereine mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit sollte ein Förderkonzept erstellt, und ein Pfullendorfer Vereinshaus eröffnet werden. Ein klares Bekenntnis gab es für die aktive Umsetzung des Innenstadtkonzeptes. Keinen Vergleich zum Wahlprogramm 2014 muss der SPD-Ortsverband anstellen, der neun Kandidaten für den 26. Mai auf seiner Liste hat, da man vor fünf Jahren sich nicht an der Wahl beteiligte. Umso umfangreicher gestaltet sich die Liste mit Visionen für die Zukunft der Stadt, wozu gebührenfreie Kindergärten und ein Hallenbad mit Sportbecken gehören. Ein Kino-Kaffee-Haus und ein Dorfgemeinschaftshaus will die SPD verwirklichen. Das Gute erhalten und dem Besseren eine faire Chance geben, lautet ihr pragmatischer Ansatz.

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