Die Landjugend Zell am Andelsbach blickt in diesem Jahr auf stolze 70 Jahre ihres Bestehens zurück. Das zweitägige Jubiläumsfest am Samstag, 14. September, und Sonntag, 15. September, bietet Spaß, Unterhaltung und Informationen über die Landwirtschaft für die ganze Familie. Gefeiert wird beim Sportplatz in Schwäblishausen.

33 Mitglieder starke Truppe

„70 Jahre sind eine lange Zeit mit Höhen und Tiefen, in der gemeinsam viel bewegt und erreicht wurde“, zieht Vorsitzender Jonas Müller Bilanz. Heute ist die Landjugend Zell am Andelsbach eine starke Truppe mit 33 Mitgliedern, davon 16 Mädels. Mit dabei sind auch Mitglieder aus anderen Pfullendorfer Ortsteilen, wie Mottschieß und Schwäblishausen. „In den vergangenen zehn Jahren sind die Mitgliederzahlen gestiegen“, berichtet das Vorstandsteam im Vorgespräch mit dem SÜDKURIER erfreut.

Vielfältig ist das Engagement der jungen Erwachsenen, es reicht von der Gestaltung von Gottesdiensten, wie etwa beim Erntedankfest, über Bewirtungen und Altennachmittage bis hin zur Ausrichtung der jährlichen Sichelhenke. Auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz, so gibt es Gruppenstunden, Wanderungen, Hüttenwochenenden und Treffen mit anderen Landjugenden. Dieser Austausch ist den Vereinsmitgliedern wichtig, deshalb sind die Zeller auch beim Bund Badischer Landjugend (BBL) aktiv, bei dem die Landjugend sogar eines der Gründungsmitglieder ist. Warum sich die jungen Leute in der Landjugend engagieren, hat vielfältige und gute Gründe. „Landjugend bedeutet für mich Zusammenhalt, Vertrauen und Kameradschaft“, formuliert etwa Mitglied Patrick Endres. Carolin Müller verbindet mit der Landjugend „Freundschaft fürs Leben“. Und Stefan Schwellig will mit dem Verein „gemeinsam etwas erreichen“.

Die Geschichte der Landjugend Zell am Andelsbach begann im Jahr 1949, als sich zwölf Burschen zu einer Gruppe zusammenfanden; bereits im darauf folgenden Jahr zählte die Gruppe 25 Mitglieder. Anfang der 1950er Jahre wurde eine Volkstanzgruppe gegründet. Höhepunkte der Vereinsarbeit dürften die internationalen Begegnungen sein, die die Landjugendgruppe Zell sozusagen als Pionier des Landes- und Bundesverbandes zu Kontaktgesprächen in die Schweiz, nach Österreich, nach Frankreich und schließlich auch nach Holland und England führte.

Vielfältige Aufgaben hat die Landjugend in den Jahrzehnten nach ihrer Gründung bewältigt: Von der Betreuung von Kriegsgräbern in Elsass, der Ausrichtung des Landjugendtreffens in Zell im Jahr 1965, Auftritten der Gymnastikgruppen beim deutschen Spieltag 1968 als Vertreter von Südbaden im Schloss zu Mainz bis hin zu Ausstellungen und Lehrfahrten. Auch bei den Feierlichkeiten zum 750-jährigen Bestehen der Stadt Pfullendorf im Jahr 1970 engagierten sich die Zeller und nahmen mit einem prächtigen Wagen und einer Fußgruppe am Umzug teil. In Eigenregie wurde ein Gruppenraum im Zeller Rathaus eingerichtet.

Party, Blasmusik und Shuttlebus zum Stall

Pfullendorf (slo) Es ist eine schöne Tradition, die runden „Geburtstage“ der Landjugendgruppe immer mit einer besonderen Aktion zu feiern. So richtete die Landjugend beim 50. Jubiläum im Jahr 1999 das Sport- und Spielwochenende aus. Auch beim 60-jährigen Bestehen gab es ein großes Fest. Zu diesem Anlass wurde die schöne Fahne der Landjugend restauriert.

Ärmel hochkrempeln für das Fest zum Siebzigsten, hieß es in den vergangenen Wochen. „Bei uns packen alle mit an“, erklärt Vorstandsmitglied Jens Brucker. Das große Zelt am Sportplatz in Schwäblishausen steht schon seit einigen Tagen. Dort wird am morgigen Samstag, dem ersten Festtag, ab 20 Uhr die große Jubiläumsparty gefeiert. Dabei legt das DJ Team K-wies auf und sorgt für eine tolle Partystimmung. Einlass ist für Jugendliche ab 16 Jahren.

Der Sonntag steht im Zeichen von flotter Blasmusik. Los geht es um 11 Uhr mit dem Frühschoppen mit dem Musikverein Otterswang. Die Landjugend Zell verwöhnt mit einem reichhaltigen Mittagstisch, bei dem natürlich der beliebte Saumagen nicht fehlen darf. Am Nachmittag sorgt die Jugendkapelle BuDe (Burgeweiler-Denkingen) für schöne Klänge. Auch die Alphorngruppe aus Meßkirch wird zu hören sein. Auf die Kleinen warten Kinderschminken und eine Hüpfburg.

„Wir wollen beim Jubiläumsfest zeigen, wie moderne Landwirtschaft aussieht“, kündigen Jonas Müller und seine Mitstreiter an. Deshalb wird Familie Brucker ihren neuen Kuhstall für Besichtigungen öffnen. Dort – im Sternenbühl in Schwäblishausen – gibt es professionelle, hochmoderne Stall- und Melktechnik zu bestaunen. Der Milchviehstall bietet Platz für rund 210 Milchkühe und vier Melkroboter. Von 10 bis 16 Uhr stehen die Türen für Besucher offen. Die Landjugend hat an alles gedacht: Ein Shuttlebus verbindet den Festplatz mit dem Brucker-Hof. So können die Besucher den Einblick in einen properen Betrieb sowie Musik und leckeres Essen bei der Landjugend genießen.

Die Feierlichkeiten sind mit dem Fest am Wochenende noch nicht zu Ende: Am Sonntag, 29. September, gibt es einen Gottesdienst anlässlich des 70-jährigen Bestehens. Er findet um 8.45 Uhr in der Kirche St. Peter und Paul in Zell statt. Die Landjugend gestaltet die Messe mit, anschließend gibt es eine Bewirtung.