Unter den stolzen Blicken der Lehrer und Eltern erhielten am Freitagabend 43 Schüler der Realschule am Eichberg ihre Abschlusszeugnisse. Die Mittlere Reife haben die jungen Leute also geschafft. Und nicht nur die, wie Pfarrer Hermann Billmann in seiner Ansprache ausführte.

Billmann war als Vertreter der Stadt erschienen. Er erzählte von dem Abschlussstreich der Absolventen: Diese legten das ganze Treppenhaus mit ihren Notizen, Aufschrieben und Heften aus. Doch anstatt diese einfach liegen zu lassen, räumten die Schüler das ganze Papier am Ende der Aktion eigenhändig wieder auf.

Das sei nicht selbstverständlich, so Billmann. Denn dies zeuge von einem Geist, der sich verantwortlich zeigt, für sich und für andere. Damit sei nicht nur die Mittlere Reife, sondern auch eine große Reife erreicht.

Schulleiter Jörg Fiebig konnte in seiner Ansprache zwar nur auf ein gemeinsames Jahr mit den Schülern zurückschauen, dies sei aber durchaus erlebnisreich gewesen. Mit einem Augenzwinkern erzählte er bewundernd von den stahlharten Nerven mancher Schüler, die sogar bei Klausuren zu spät kämen, dann aber nicht in Panik verfielen, sondern sich ruhig setzten und noch ganz entspannt mitschrieben.

Abschiedsworte gab es nicht nur von Angelika Walk-Fritz, sondern auch für sie. Die langjährige Elternbeiratsvorsitzende schied mit dem Abschluss ihres Sohnes aus dem Amt. In ihren Abschiedsworten appellierte sie für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin mit dem einfachen, aber schlagenden Argument: „Es ist ein Engagement für unsere Kinder.“

Ebenfalls verabschiedet wurde die Sekretärin Anita Werne, die nach 19 Jahren in den Ruhestand eintritt. Ein Highlight des Abends war sicherlich die gemeinsame Abschiedsrede der Schülervertreter Benjamin Hoffmann und Noah Matuschewitz.

In Reimform widmeten sich die jungen Redner einem chronologischen Rückblick ab der fünften Klasse. Amüsiert hörte das Publikum in der vollbesetzten Stadthalle von verstopften Toiletten, Schülern in falschen Betten und (wie soll es bei den erwähnten Toiletten anders sein) einem Besuch im Klärwerk, statt einer Fahrt in den Europapark.

Anschließend kam es zum Höhepunkt des Abends, der Preisverleihung. Als „Mann der Stunde“ konnte sicherlich Benjamin Hoffmann bezeichnet werden, dem insgesamt zehn Preise und Sonderpreise verliehen wurden. Pfarrer Billmann betonte in seiner Abschlussrede, dass es zwar interessant sei zu wissen, wer als erster die Ziellinie überquerte, viel wichtiger sei es aber, dass es alle gemeinsam geschafft hätten.

Die Sonderpreise wurden, wie jedes Jahr, von den Vertretern von Pfullendorfer Unternehmen verliehen. Eingerahmt wurde der Abend von dem Schulchor, dem Schulorchester und der Schulband unter der Leitung von Katja Muffler und Franz Stopper.

Die Absolventin Emily Storz beeindruckte mit ihrer Interpretation von „Mad World“ von Gary Jules auf ganz besondere Weise. Souverän und charmant durch das Programm führten die Moderatoren und Absolventen Angelique Schönberger und Andreas Kobkyn. Verantwortlich für den reibungslose und wirklich sehr gelungenen Ablauf des offiziellen Teils der Abschlussfeier war der stellvertretende Schulleiter Holger Voggel.